Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Auf der Halbsinsel Baja California fühlen sich Sukkulentenarten wohl. Der Barnimer Kakteenclub zeigte eine Auswahl im Forstbotanischen Garten.

Ausstellung
Mein kleiner grüner Kaktus

Julia Lehmann / 12.06.2019, 06:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der Faucaria tigrina wird auch Tigerrachen genannt. Seine auseinandergeklappten Blätter ähneln einem geöffneten Tigermaul mit spitzen Zähnen. Besonders schön: die gelben Blüten, die ein Mal im Jahr ausgetrieben werden. Diese und andere feinsinnige Erläuterungen waren an den vergangenen drei Tagen immer wieder zu hören. Im Forstbotanischen Garten stellte der Barnimer Kakteenclub, eine Ortsgruppe der Deutschen Kakteengesellschaft, eine Reihe großer und kleiner Nachzüchtungen exotischer Kakteen und Sukkulenten aus. Liebhaber und Pflanzenfreunde nutzten an allen drei Tagen die Gelegenheit, sich mit neuen Pflanzen einzudecken und mehr über die meist stacheligen Gewächse zu erfahren.

Für die Vereinsmitglieder, die alle selbst züchten und sammeln, ist der Verkauf der Pflanzen eine Gelegenheit, Platz in den eigenen Gewächshäusern zu schaffen. Für wenig Geld konnten kleine und somit junge Exemplare erworben werden. Um Begeisterung für Kakteen und Sukkulenten bei den Menschen zu wecken, muss man ihnen die Pflanzen zeigen, sagt Henry Pahl. Auch dazu dienen die regelmäßigen Schauen des Clubs, dem 2006 die Neugründung nach der Wende gelungen war.

"Viele Leute fahren auf die Blüten ab", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Und er muss es wissen. Auch ihn hat das Kaktusvirus schon lange im Griff. "Meine Mutter hatte früher Kakteen auf der Fensterbank. Das fand ich spannend." Und auch ihn faszinieren die unterschiedlichen Blütenausbildungen der sonst eigenen Pflanzen. Die allermeisten Arten bilden ihre Blüten zwischen April und Mai aus. Dabei wachsen die Pflanzen nur sehr langsam. In der Ausdauer, die mit ihrer Pflege einhergeht, lässt sich also die Herausforderung dieses Hobbys erahnen. Anders als häufig verbreitet, brauchen Kakteen sehr wohl regelmäßig Wasser. Allerdings nur alle zwei bis drei Wochen. Von Oktober bis April wird nicht gewässert.

Schon "infiziert" in den Verein eingetreten, ist Sami Mohammad. Der Rüdnitzer ist mit seinen 16 Jahren eines der jüngsten Vereinsmitglieder. Nachdem er eine der Ausstellungen besucht hat, trat er in den Verein ein. Inzwischen organisiert er die Kakteentage mit. "Ich mag den Zusammenschluss aus Menschen, die das gleiche Hobby haben", sagt er. Und Henry Pahl betont den familiären Umgang der Mitglieder, die aus dem Barnim, der Uckermark und auch Berlin kommen. Um den Verein mit neuen Mitgliedern zu versorgen – derzeit sind es 23 – können die Ausstellungen also wichtig sein. Der Verein trifft sich aber auch jeden dritten Mittwoch im Monat. Auch Nicht-Mitglieder können daran teilnehmen. Diese Treffen finden auch in den Räumlichkeiten des Forstbotanischen Gartens statt, der diese kostenlos zur Verfügung stellt.

Endemiten der Baja California

In jedem Jahr folgen die Ausstellungen einem bestimmten Thema. Die Baja California, eine mexikanische Halbinsel, stand diesmal im Zentrum. In dem trockenen heißen Klima wachsen Kakteen und Sukkulenten bekanntermaßen besonders gut. Wie etwa die der Gattung Ferocactus. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort "ferus" ab, was für wild und ungezähmt steht und an die wilde Bedornung anlehnt. Peter Hallmann ist langjähriges Vereinsmitglied und hat die Halbinsel schon mehrfach bereist. Die Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung zu entdecken und zu fotografieren, fasziniere ihn. Viele der ausgestellten Exemplare stammen demnach aus seiner Sammlung. Und auch Hallmann entdeckte seine Begeisterung schon als Kind, wenn er sich in dem immer gleichen Pflanzengeschäft einen Kaktus aussuchen durfte.

Barnimer Kakteenclub:www.barnimer-kakteenclub.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG