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Experten untersuchen Ursachen des Werneuchener Flugunfalls. Der Pilot hatte eine Flugeinweisung absolviert.

Luftverkehr
Rätseln über die Absturzgründe

Ultraleicht: Das Foto dieser Maschine des Typs "Storch HS" stammt aus dem "Fliegermagazin". Das Vorläufermodell "Storch CL" der Firma Fly Synthesis stürzte in Werneuchen ab.
Ultraleicht: Das Foto dieser Maschine des Typs "Storch HS" stammt aus dem "Fliegermagazin". Das Vorläufermodell "Storch CL" der Firma Fly Synthesis stürzte in Werneuchen ab. © Foto: Fliegermagazin
Kerstin Ewald / 12.06.2019, 21:17 Uhr - Aktualisiert 12.06.2019, 22:22
Werneuchen (MOZ) Kurz nach dem Start ist am Montag ein 61-jähriger Mann aus Niedersachsen über dem Flugplatz Werneuchen abgestürzt.

"Die Maschine ist ganz normal gestartet", weiß Nils Rosemann, Flugleiter des Werneuchener Flugplatzes. Er betreibt auf dem Platz auch eine Flugschule. Über die Gründe des Absturzes will er nicht spekulieren. Wie häufig kommen technisches Versagen genauso wie ein möglicher Pilotenfehler in Betracht. Die Ursachen werden derzeit von Kriminalisten der Direktion Ost gemeinsam mit Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ermittelt.

Die Sportflieger von Werneuchen nutzen vor allem Ultraleichtflugzeuge. Als solche gelten in Deutschland Maschinen bis zu 472,5 Kilogramm Abfluggewicht. Die Freunde dieser Sparte vereint häufig auch die Rückbesinnung auf die wesentlichen Elemente, die eine einfache Zweisitzermaschine ihrer Meinung nach ausmachen soll. Bereits im Frühjahr hatte der jetzt verunglückte Pilot ein Ultraleichtflugzeug privat von einem Vereinsmitglied des in Werneuchen ansässigen Aeroclubs gekauft. Am Pfingstmontag wollte er die Maschine, laut Flugleiter Rosemann, in seine Heimat überführen. Nach Recherchen der Feuerwehr Werneuchen handelte  es sich bei dem abgestürzten Flugzeug um den Typ "Storch CL Fly Synthesis" einer italienischen Herstellerfirma. Die Buchstaben "CL" in der  Modellbezeichnung bezeichnen Maschinen mit Zweitaktmotor. Sie sind länger und verfügen über mehr Spannweite als ihre Nachfolgemodelle mit Viertaktmotoren.

Nach dem Start eines Ultraleichtfliegers ist es Montag auf dem Flugplatz Werneuchen (Barnim) zu einem tödlichen Unfall gekommen. Aus noch unbekannten Gründen stürzte der 61-jährige Pilot aus Niedersachsen beim Abheben der Maschine noch über dem Rollfeld ab. Das Flugzeug zerschellte und fing dabei Feuer, der Pilot überlebte den Absturz nicht. Vom Boden aus habe ein Familienmitglied das Unglück verfolgt. Der Pilot habe die Maschine gerade erworben und wollte sie überführen. Wie Stefan Möhwald, Sprecher der Polizeipräsidiums Ost der MOZ sagte, setzten bereits am Sonntag die Untersuchungen der Experten der Bundesstelle für Flugunfälle ein.
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Unter Zeitdruck

Der Pilot aus Niedersachsen traf sich am Morgen des Pfingstmontages mit dem Vorbesitzer seiner neuen Maschine, um mit diesem einen Einweisungsflug zu absolvieren. Noch am selben Tag  wollte er den Neuerwerb in seine Heimat überführen. Nach Angaben des Werneuchener Flugleiters, der wiederum in Kontakt mit dem Vorbesitzer stand, habe der Pilot aus Niedersachsen etwas unter Zeitdruck gestanden. Denn für seine Flugstrecke hatte eine Unwetterwarnung bestanden und er habe nicht in das Gewitter geraten wollen, so Rosemann. "Der Probeflug war ein bisschen kurz, das heißt aber natürlich nicht, dass der Pilot einen Fehler gemacht hat", erklärt der Flugleiter. Der Sohn des verunglückten Pilotes habe vom Flugfeld aus den Absturz mit ansehen müssen.

Kurz nach dem Unglück um 11.40 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Zehn Minuten später waren dann 16 Einsatzkräfte der Werneuchener Wehren am Unglücksort auf dem Werneuchener Flugplatz. Nach Aussagen des Stadtbrandmeister Rayk Miekley hat die Maschine zum Zeitpunkt des Eintreffens noch leicht gebrannt. Die Feuerwehr sicherte das Flugfeld und half dann dem später eintreffenden Fachmann der BFU die Fahrzeugteile für die Untersuchung vorzubereiten. Nach Aussagen von Miekley könnte sich die Maschine überschlagen haben und deshalb in Brand geraten sein. Genaueres wird allerdings die Analyse der BFU zeigen.

Rund tausend Flugzeuge starten und landen jährlich auf dem Werneuchener Flugplatz. Der Aeroclub und die Flugschule Rosemann nutzen ihn für die Ausbildung angehender Piloten. Daneben wird der Platz auch von Geschäftsleuten mit zweimotorigen Jets angeflogen. Aufgrund geringen Verkehrsaufkommens grasen bisweilen Schafe auf dem Flugplatzgelände, einige Abschnitte werden beispielsweise als Solarfeld genutzt.

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61-jähriger Pilot verunglückt mit Ultraleichtflugzeug

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