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Hussitenfest
Drei große Tage von Bernau

Sturm der Briganten beim Angriff am Steintor in Bernau
Sturm der Briganten beim Angriff am Steintor in Bernau © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 17.06.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 17.06.2019, 12:45
Bernau (MOZ) 24 300 Besucher sahen rasante Ritterkämpfe, freuten sich an mittelalterlicher Handwerkskunst und genossen das Leben im Stadtpark.

Wer sich mit dem Mittelalter auskennt, der hatte am Wochenende beim Bernauer Hussitenfest gleich ein passendes Mittel gegen die brütende Hitze zur Hand –  Getränke und gefüllte Wassereimer wurden von einigen Akteuren und Besuchern in einem kleinen Handwagen mitgeführt. Mit 24 300 Besuchern kamen zwar etwa 1500 weniger als vor einem Jahr, wer kam, hatte gleichwohl seinen Spaß.

Corinna Runge beispielsweise. Die ehemalige Panketalerin und heutige Bernauerin besucht fast jedes Jahr das Hussitenfest. "Ich bin ins Mittelalter verliebt", sagt sie und findet deshalb die Mischung des Bernauer Festes ausgesprochen gelungen, angefangen von der Kleidung bis hin zu den Ritterkämpfen. "Selbst die Handwerker sprechen im mittelalterlichen Stil", sagt sie.

Einer dieser Handwerker ist Alexander Heß aus Salzwedel, der bereits seit mehreren Jahren mit seiner Grünholzwerkstatt auf dem Hussitenfest vertreten ist. Die Ursprünge seiner Handwerkskunst liegen noch weit vor dem Mittelalter, in der Bronze-, Eisen- und Steinzeit, wie er sagt. Das Prädikat "authentisch" ist bei ihm richtig aufgehoben, stellt er doch Holzbearbeitungstechniken ohne Maschineneinsatz vor. Der Schnurantrieb der Drechselbank ist solch ein Beispiel.

Hussitenfest 2019 in Bernau Teil 1
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Hussitenfest 2019 Teil 1

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Begeisterung erntet das Hussitenfest auch bei Sven Beyer, der aus Bernau stammt, heute aber in Potsdam wohnt, dennoch kein Hussitenfest versäumen möchte. Wie für Marcel Neye aus Beelitz spielt die weite Anfahrt auch für ihn keine Rolle. Sie sind begeistert vom Hussitenfest und der Entwicklung Bernaus. Viel größer sollten beide nicht werden, meinen sie. "Es geht hier familiär und menschlich zu, man sitzt zusammen und findet Kontakt", beschreibt Sylvia Wollin – die "nie aus Bernau wegziehen will –, die Atmosphäre.

Um Besucher aus der näheren Umgebung, insbesondere aus Brandenburg und Berlin nach Bernau einzuladen, hatte die Stadt die Werbetrommel in S-Bahnen und auf Bahnhöfen sowie schwerpunktmäßig zum Beispiel in Eberswalde mit der dortigen Hochschule und in Strausberg geworben. Wer kam, konnte sich unter anderem an einem gekonnten, anderthalbstündigen Umzug freuen, in dem nur das Bild zur Bernauer Schleife kurzfristig abgesagt worden war.

Hussitenfest 2019 in Bernau
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Hussitenfest 2019 Teil 2

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Die weitesten Wege haben wohl die Besucher aus anderen Hussitenstädten wie Neunburg vorm Wald in der Oberpfalz, der Bürgermeister aus Tabor sowie die Mitglieder des Partnerschaftskomitees und der Stadtverordnetenversammmlung von Champigny-sur-Marne bei Paris zurückgelegt. Bernaus Bürgermeister André Stahl war zufrieden mit dem Fest, wie er sagte. Er hatte die Gäste der Stadt auf dem Fest empfangen und sich mit ihnen ausgetauscht.

Dass sich alle Besucher wohlfühlen können, dafür wollen Kultur- und Ordnungsamt verstärkt sorgen. Der Stadtpark als Freiluft-Veranstaltungsort soll für Menschen mit Handicaps freundlicher gestaltet werden. Wege, Leitungsabdeckungen und andere Hindernisse sollen entschärft werden.

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Sylvia Wollin Hussitenfest Sven Beyer Ritterkampf Handwerkskunst

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