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4400 Haushalte über 160 Ausbaugebiete verteilt warten auf den Start der Millioneninvestition zur Erschließung mit Glasfaserkabel.

Schnelles Internet
Warten auf das schnelle Internet

Kämpft um die Zuwendung: Wilhelm Benfer, Amtsleiter im Landkreis Barnim
Kämpft um die Zuwendung: Wilhelm Benfer, Amtsleiter im Landkreis Barnim © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 20.06.2019, 07:00 Uhr
Bernau (MOZ) Zwischen Neu-Schwanebeck und Lunow liegen weiße Flecken. So bezeichnet Wilhelm Benfer die 160 Ausbaugebiete, die bisher im Barnim kaum Internet haben. Obwohl eigentlich der Weg längst bereitet ist, stockt das Vorhaben, wie der Amtsleiter für nachhaltige Entwicklung, Baukataster und Vermessung auf Nachfrage mitteilt. Grund: "Der finale Zuwendungsbescheid des Bundes fehlt noch. Wir befinden uns in Wartestellung."

25 Millionen Euro insgesamt

Der Bund hatte das Förderprogramm für schnelles Internet im ländlichen Bereich bereits 2016 aufgelegt. Der Landkreis Barnim folgte Anfang 2017 dem vierten Aufruf und liegt inzwischen laut Benfer im vorderen Mittelfeld der Antragsteller. Nach einem umfangreichen Ausschreibungsverfahren hatte die Telekom die Nase vorn. Nun müssen vor allem technische Details nachgeliefert werden. "Für den gesamten bundesdeutschen Ausbau sind 30 Mitarbeiter in Bonn zuständig", so der 58-Jährige.

Zunächst war von einem Ausbau mit mindestens 50 Mbit/s die Rede. Im Herbst 2018 korrigierte der Bund, legte nach und definierte als neues Ziel 1 Gbit/s und hob den Standard an. Der Kreis musste reagieren: von Kupfer auf Glasfaser und mehr Geld bereitstellen. Insgesamt 36 Monate soll der Ausbau dauern, 4400 Haushalte warten. Vor allem der Oberbarnim ist unterversorgt, aber auch im Niederbarnim gibt es diese weißen Flecken mit nur 30 Mbit/s und weniger. Highspeed ohne Limit sei das Ziel. Zum Vergleich: 1000 Mbit/s sollen es mit neuen Glasfaserkabeln werden.

Nun versucht der Landkreis, so Benfer, die Fördermittel vom Bund zu bekommen und parallel nachbessern zu dürfen. Das Land gibt zu den 12,5 Millionen Euro vom Bund noch acht Millionen Euro dazu, den Rest der Gesamtinvestition von 25 Millionen Euro trägt der Kreis. "Wir wären gern weiter", stellt Benfer klar.

Die Telekom arbeite bereits und setze laut Angebot bei der Erschließung auf das FTTH-Prinzip (Fibre to the home), was so viel wie Glasfaser bis zum Haus oder zur Wohnung heißt. Für den kostenlosen Anschluss werden die Grundstückseigentümer durch die Telekom angeschrieben. Dieser Schritt werde vorbereitet, sei aber noch nicht erfolgt. "Die Telekom will auch loslegen", so Benfer.

Graue Flecken folgen

Mit dem Auftrag übernimmt der Telefonanbieter die technische Infrastruktur mit allen Leitungen und Kabelverzweigern sowie das Betreiben des Netzes für mindestens sieben Jahre. 180 Kilometer Gräben sind auszuheben.

Die Ausbaugebiete wurden genau analysiert, kleine Punkte verteilen sich über den ganzen Kreis. In der Waldsiedlung klafft ein Loch, in Wandlitz und Joachimsthal ebenso wie in Finowfurt, Tuchen-Klobbicke, Melchow und Oderberg mit Lunow.

Dem Projekt folgt der Ausbau der grauen Flecken mit unter 50 Mbits/s aus den Einnahmen der versteigerten Frequenzen. Doch bis Ende 2019, wie ursprünglich geplant, dürften auch die weißen Flecke noch nicht beseitigt sein.

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