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Barnim-Landrat Daniel Kurth besucht Reha-Einrichtung in der Bernauer Waldsiedlung für herz- und krebskranke Kinder und deren Familien.

Nachsorge
Klinik braucht Unterstützung

Sabine Rakitin / 07.07.2019, 06:00 Uhr
Bernau (MOZ) Der achtjährige Paul und sein zwei Jahre älterer Bruder Fritz arbeiten angestrengt. Die beiden Jungen werkeln aus Ton an einem Hexenhaus. Es soll bedeutend größer werden als die Vorlage, die vor ihnen steht und bereits gebrannt und bemalt ist. Denn einen Platz für das Hexenhaus haben sie bereits bestimmt. Es soll auf dem großen Esstisch der fünfköpfigen Familie im heimischen Sachsen-Anhalt stehen. Kunsttherapeutin Anne Weege, die seit neun Jahren in der Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg in Bernau Kinder und Eltern betreut, die hier gemeinsam zur Reha weilen, weiß aus Erfahrung: "Ton ist eines der beliebtesten Materialien bei unseren Patienten". Auch Paul hat sich gewünscht, dass die Familie damit gemeinsam an einem Projekt arbeitet.

Barnim-Landrat Daniel Kurth (SPD) ist an diesem Tag nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder in der Klinik zu Besuch. Geschäftsführerin Sandra Bandholz hatte ihn zu einem Besuch eingeladen. Sie und ihre Mitarbeiter lassen keine Gelegenheit aus, um Unterstützung für die familientherapeutische Einrichtung, die einzige ihrer Art in den Neuen Bundesländern, zu werben. Auch wenn feststeht, dass die Klinik die Bernauer Waldsiedlung und den Barnim in etwa eineinhalb Jahren verlassen und an einen neuen Standort in Strausberg ziehen wird. Noch immer werden bestimmte Therapie-Leistungen, die die Einrichtung für herz- und krebserkrankte Kinder sowie deren Familien anbietet, von Krankenkassen beziehungsweise Rententrägern nicht bezahlt. Mehr als 400 000 Euro pro Jahr an Spenden und Zuwendungen pro Jahr benötigt die Klinik daher, um ihr Angebot aufrecht zu erhalten. Das ist schwer genug.

Mit 20 Millionen Euro der öffentlich-rechtlichen Stiftung von Inge und Peter Fritz sollte der Neubau am Strausberger See finanziert werden. Doch die Baupreise sind gestiegen, um etwa fünf Millionen Euro. Es sei nicht zu schaffen, dieses Geld auch noch durch Spenden zu aquirieren, erklärt Sandra Bandholz dem konzentriert zuhörenden Daniel Kurth. Dennoch ist sie zuversichtlich, dass es Anfang 2021 zum Umzug der Klinik nach Strausberg kommen wird. Barnims Verwaltungschef bemerkt: "Das ist aber ein sehr ambitioniertes Ziel." Sandra Bandholz weiß das auch, doch sie und ihre Mitarbeiter wollen alles in ihren Kräften stehen tun, damit ihr Traum und der ihrer Patienten Wirklichkeit wird. "Die Bedingungen hier in den einzeln stehenden Häusern, die stark sanierungsbedürftig sind, sind für unsere Patienten nicht ideal", sagt die Geschäftsführerin. Außerdem ergeben sich am neuen Standort in Strausberg weitere Möglichkeiten. So soll es dort eine Jugendreha mit 18 Plätzen geben und eine spezielle Reha für an Mukoviszidose erkrankte Kinder und Jugendliche. Auch der Bereich, in dem so genannte verwaiste Familien (Eltern, die ein Kind verloren haben) betreut werden, soll bedeutend größer sein. "Hier haben wir zurzeit eine Wartezeit von sechs Monaten für eine psycho-soziale Rhea", bedauert Sandra Bandholz.

Aus dem Barnim erhofft sie sich auch nach dem Umzug weitere Unterstützung für die Klinik, eben weil die so einmalig in Ostdeutschland ist. Zumindest auf ideeller Ebene sagt der Landrat diese zu.

Jede Spende hilft den Patienten

Jede Spende hilft. Die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg gGmbH ist die einzige Klinik mit dem Behandlungskonzept der Familienorientierten Rehabilitation in den neuen Bundesländern. Die Finanzierung der Klinik durch die Zuschüsse von Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern reicht nicht aus. Nur mit Spenden kann diese so notwendige Rehaklinik für die ganze Familie überleben. Mit ihrer Spende unterstützen Sie schwer kranke Kinder und ihre Familien. Wer helfen möchte: Spendenkonto bei der Sparkasse MOL; IBAN: DE19 1705 4040 0020 0508 44; Verwendungszweck: MOZ 2019. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden. ⇥Iv

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