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Die Sanierung des beliebten Freizeithauses durch die Stadt Bernau beginnt am 22. Juli und hat sich damit erheblich verspätet.

Treff 23
Der DDR-Charme hat ausgedient

Große Ruhe: Eigentlich sollte die Aufstockung der Stadtbibliothek und der Umbau im Treff 23 in der Breitscheidstraße längst begonnen haben. Nun wird der 22. Juli als Termin für den Beginn der Bauarbeiten von der Stadtverwaltung genannt.
Große Ruhe: Eigentlich sollte die Aufstockung der Stadtbibliothek und der Umbau im Treff 23 in der Breitscheidstraße längst begonnen haben. Nun wird der 22. Juli als Termin für den Beginn der Bauarbeiten von der Stadtverwaltung genannt. © Foto: Andrea Linne
Andrea Linne / 11.07.2019, 10:15 Uhr
Bernau (MOZ) Die Idylle trügt. An der Breitscheidstraße in Bernau herrscht Ruhe, dabei sollte längst schon mit dem Ausbau begonnen worden sein. Zumindest mussten vor einem Jahr die Selbsthilfegruppen und Vereine ausziehen.

Vor einem Jahr hieß es aus dem Kulturamt der Stadtverwaltung, der Bauantrag werde umgehend eingereicht, die Bauarbeiten sollten zum Jahreswechsel beginnen. Doch offenbar zog sich das Ganze doch länger hin als gedacht.

Außenbereich als Bühne

Immerhin hat die Stadt 3,26 Millionen Euro eingeplant, wie Stadtsprecherin Nancy Kersten auf Anfrage informiert. "Ausgangspunkt der Maßnahme war eine Studie aus dem Jahr 2010 zur Umgestaltung der Stadtbibliothek", berichtet sie. Die Aufstockung des Seitenflügels der Bibliothek gehörte dazu, aber auch ein neuer Veranstaltungsraum samt Fluchtweg. Anschließen sollte sich die Sanierung des Treffs 23 mit dem Anbau eines Aufzugs zur barrierefreien Erschließung. Auch der Eingangsbereich zur Bibliothek wird verschönert.

Das Büro Reimann-Hübler Studio für Architektur GbR untersuchte die räumlich-funktionale Umstrukturierung des nördlichen Gebäudes, des Treffs 23, mit neuen Sanitäranlagen und dem Aufzug im Foyer. Neue Zielstellungen für das Haus, wie das Organisieren von Veranstaltungen, führten jedoch erst im Oktober 2018 endgültig zum Stellen des Bauantrags in Eberswalde. In der jüngsten Hauptausschusssitzung erfolgten Vergaben.

Verzögert wurde der Bau aber auch durch Kapazitätsgrenzen im städtischen Bauamt, dessen Mitarbeiter sich mit den vielen Vorhaben wie dem Kita-Neubau am Pankebogen vorrangig befassen mussten, wie Nancy Kersten einräumt. Schwierige Ausschreibungen – damit haben aktuell viele Kommunen zu kämpfen – kamen hinzu. Die Auswahl unter den Firmen, die sich bewerben, ist einfach begrenzt.

Bibliothek muss packen

Das gläserne Foyer bildet künftig für drei Gebäudeteile die Klammer. Durch die Aufstockung des mittleren Gebäudeteiles, dem Verbinder, und verschiedener baulicher Anpassungen wird die Ausstellungsfläche der Bibliothek vergrößert. Im Erdgeschoss entstehen zwei barrierefreie Veranstaltungsräume. Der Mitarbeiterbereich wird im Obergeschoss des heutigen Treff 23 bedarfsgerecht zusammengefasst. Dazu kommt die energetische Sanierung. Das neue Foyer bildet künftig den zentralen barrierefreien Zugang für die Bibliothek, die Veranstaltungsräume, das Lesecafé und die Bibliotheksverwaltung.

Eine neue Wegeführung passt sich an die Nutzung an, so der Plan. Kernelement sei, so Kersten, die hufeisenförmige Geländeaufschüttung, die die Besucher zum Bibliothekseingang leitet. "Sie gliedert zudem den Gartenraum und dient bei Theateraufführungen, Open Air-Kino und Lesungen als zusätzliche Sitzlandschaft", sagt die Sprecherin. Ein festes Bühnenpodest mit mobilen Elementen sei geplant.

Start ist bei laufendem Betrieb der Stadtbibliothek der 22. Juli. Zuvor wird umgeräumt. Die Aufstockung und Erweiterung der jetzigen Kinderbibliothek wird als Erstes angefasst. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Umbau der Stadtbibliothek samt Außenfläche bis zum zweiten Quartal 2021. Der Treff 23 ist endgültig vor gut zwei Wochen in Räume über der Stadthalle gezogen. Das Bund-Länder-Programm fördert das Ganze.

Kommentar: Die Manpower fehlt

Das große Bauen hat nicht nur in Bernau eingesetzt. Überall drehen sich in Berlin und im Umland die Kräne. Von einem Umsetzungsstau ist in vielen Kommunen bereits die Rede. Denn was noch vor einigen Jahren keiner zu hoffen wagte, nicht nur die Städte und Gemeinden im Niederbarnim haben wie die Hauptstadt durch den Bevölkerungszuwachs viel vor und geplant, auch die Bauwirtschaft boomt und kann sich fürstlich bedienen.

Firmen suchen sich in vielen Fällen die Zuckerstückchen heraus. So machen die Kommunen die Erfahrung, dass manche Ausschreibung ungehört bleibt oder Angebote auf die Tische flattern, die unbezahlbar sind. So musste Panketal bereits Straßenbauvorhaben verschieben oder Ausschreibungen wiederholen, was Arbeitszeit kostet.

In Bernau tut sich an jeder Ecke was. Das Rathaus wächst zügig in die Höhe, eine Kita und Siedlungen entstehen rasch. Schulen müssen her, neue Straßen sowieso, auch die Bahn baut an der Infrastruktur. Was die Mitarbeiter in den Ämtern aktuell leisten, ist kaum hoch genug zu bewerten. Zumal viele der Rente entgegengehen. Da ein großes Bau-Konjunkturloch nicht anzunehmen ist, müssen Ideen für die Fachkräfte-Suche her. Sonst klemmt’s.⇥Andrea Linne

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