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Brigitte Breuer ist keine Parksünderin. Ein halbes Jahr lang hat es gedauert, dies amtlich festzustellen.

Knöllchen-Ärger
Einspruch führt zum Erfolg

Scheibe einstellen nicht vergessen! Am Karl-Marx-Platz gibt es auch zeitlich befristete Gratis-Parkplätze.
Scheibe einstellen nicht vergessen! Am Karl-Marx-Platz gibt es auch zeitlich befristete Gratis-Parkplätze. © Foto: Sven Klamann/MOZ
Sven Klamann / 12.07.2019, 08:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Auch wenn es ihre Nerven mitunter arg strapaziert hat – Brigitte Breuer war nie in Versuchung, ihren Kampf aufzugeben. Seit Ende vorigen Jahres hatte sich die Biesenthalerin mit dem Ordnungsamt der Stadt Eberswalde gestritten. Kürzlich kam die erlösende Nachricht von der Staatsanwaltschaft: Das Verfahren gegen sie ist eingestellt.

Alles hatte damit begonnen, dass Brigitte Breuer am Morgen des 12. Dezember einen Arzttermin in Eberswalde wahrnahm. Ihr Auto war für diese Zeit auf einer der Stellflächen am Karl-Marx-Platz abgestellt. Und zwar dort, wo es erlaubt ist, seinen fahrbaren Untersatz für zwei Stunden zu parken – mit korrekt eingestellter Parkuhr, aber ohne am Parkscheinautomat ein Ticket ziehen zu müssen.

Als die Patientin von ihrem Praxisbesuch zurückkehrte, fand sie hinter dem Scheibenwischer einen Zettel vor, auf dem ihr unterstellt wurde, eine Ordnungswidrigkeit im ruhenden Verkehr begangen zu haben. Später bekam Brigitte Breuer schriftlich mitgeteilt, dass ihr Auto angeblich auf einem Parkplatz gestanden habe, für den sie einen Parkschein gebraucht hätte. "Das entspricht absolut nicht der Wahrheit, auch wenn es von den Außendienstmitarbeitern des Ordnungsamtes  so bezeugt wurde", betont die Biesenthalerin, die sich aus Prinzip weigerte, das gegen sie verhängte Verwarnungsgeld von zehn Euro zu überweisen. Die vermeintliche Parksünderin legte Widerspruch ein – das Ordnungsamt gab den Vorgang daraufhin an die Staatsanwaltschaft ab.Das Ergebnis ist bekannt.

Kontaktaufnahme ratsam

Zum konkreten Fall äußert sich Johan Bodnar, Pressesprecher der Stadtverwaltung, zu der das Ordnungsamt gehört, aus Datenschutzgründen nicht. Aber er informiert auf Nachfrage darüber, dass 2018 im Stadtgebiet 13028 Parkverstöße geahndet worden seien. "Es gingen 192 Einsprüche gegen Bußgeldbescheide ein", sagt Johan Bodnar. In 21 Einspruchverfahren sei es zur Einstellung gekommen, nachdem der Sachverhalt überprüft wurde. Bereits im Anhörungsverfahren seien 304 Fälle eingestellt worden.

Was ist Betroffenen zu raten, die ein Knöllchen hinter ihrem Scheibenwischer vorfinden und nicht verstehen, weshalb sie belangt werden sollen? "Die Fahrzeugführer können sich am darauffolgenden Tag telefonisch oder persönlich in der Bußgeldstelle melden und den Sachverhalt schildern", rät Johan Bodnar.

Sprechzeiten montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie zusätzlich dienstags von 13 bis 18 Uhr und donnerstags von 13 bis 16 Uhr

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Parksünderin Brigitte Breuer Einspruch Johan Bodnar Versuchung

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