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Radweg soll jetzt innerhalb eines Jahres bis zum Klosterbrückenweg weitergeführt werden. Der Landes­betrieb Straßenwesen räumt laut Bürgerinitiative erstmals Fehler ein.

Protest
Ziethener erzielen Durchbruch beim Radweg

Legen sich richtig ins Zeug: die Mitstreiter der Bürgerinitiative "Radweg Ziethen", hier Kerstin Paal. Gemeinsam mit Nadine Wüstner hat sie an dem jüngsten Spitzentreffen mit dem Landesbetrieb Straßenwesen teilgenommen.
Legen sich richtig ins Zeug: die Mitstreiter der Bürgerinitiative "Radweg Ziethen", hier Kerstin Paal. Gemeinsam mit Nadine Wüstner hat sie an dem jüngsten Spitzentreffen mit dem Landesbetrieb Straßenwesen teilgenommen. © Foto: Viola Petersson
Viola Petersson / 14.08.2019, 09:00 Uhr
Ziethen (MOZ) Wenn alles optimal läuft, kommt der Radweg bereits bis zum Beginn der Sommerferien 2020. Also statt zehn Jahren Planfeststellungsverfahren nur knapp ein Jahr", ruft Nadine Wüstner durch das Megafon. Und die Teilnehmer der zweiten Fahrraddemo in Ziethen klatschen ob dieser offensichtlich guten Nachricht am Sonntag Beifall. Es ist noch nicht der Tourerfolg, wohl aber ein Etappensieg. Vielleicht der entscheidende. Bevor sich die Mitstreiter und Sympathisanten der Bürgerinitiative "Radweg Ziethen" in den Sattel schwingen, informieren Wüstner und Kerstin Paal im Detail über die Ergebnisse des jüngsten Spitzengesprächs mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen und dem Landkreis Barnim.

Demnach werde der straßenbegleitende Radweg von Klein Ziethen nach Angermünde nun als asphaltierter Radweg bis zum Klosterbrückenweg weitergeführt. Dort haben Radfahrer dann die Möglichkeit, auf der Bundesstraße weiter direkt nach Angermünde zu fahren (ab dort sei dies zulässig) oder eben auf dem unbefestigten Feldweg über Schmargendorf bzw. Herzsprung.  Damit habe der Landesbetrieb genau jenen Lösungsvorschlag aufgegriffen, den die Bürgerinitiative selbst eingebracht hatte. Um das Projekt schnell realisieren und prioritär behandeln zu können, werde der Radweg aus dem langwierigen behördlichen Planfeststellungsverfahren zum  Ziethener Kreuz herausgelöst.

Noch einige Unwägbarkeiten

Allerdings gebe es auf dem Weg der Fertigstellung noch einige Unwägbarkeiten, verhehlt Wüstner nicht. Zum einen sei, wie bereits berichtet, Grunderwerb nötig. Dazu müsse mit den Eigentümern eine Einigung hergestellt werden. Die Möglichkeit der Enteignung gebe es bei diesem verkürzten Verfahren – im Gegensatz zur Planfeststellung – nicht. Zum anderen seien Naturschutzbelange zu berücksichtigen und zu klären. Und nicht zuletzt müsse  ein Auftragnehmer gefunden werden.

Trotz der noch unbekannten Größen – die Ziethener zeigen sich vorsichtig optimistisch. Bei dem kleinen Krisengipfel im Landratsamt habe es jedenfalls Konsens gegeben: Der jetzige Zustand, da der Radweg im Nirgendwo endet, sei nicht akzeptabel. Es muss eine schnelle Lösung her. "Und der Landesbetrieb hat erstmals Planungs- und Ausführungsversäumnisse eingeräumt", geben Wüstner und Paal die Stimmung der Runde wieder. Natürlich könne die Variante über den Klosterbrückenweg nur eine Zwischenlösung sein, heißt es bei der Bürgerinitiative.

Aber unter den aktuellen Bedingungen sei sie "die bestmögliche". Die Bürgerinitiative werde die Umsetzung sehr aufmerksam verfolgen. Eine nächste Aktion sei bereits für den Herbst geplant. "Und wir müssen die Flächeneigentümer überzeugen", so Wüstner. Die betroffenen Grundstücke liegen in der benachbarten Uckermark. Erste Gespräche soll es dem Vernehmen nach bereits gegeben haben. Die Teilnehmer der Demo, unter ihnen auch Barnim-Landrat Daniel Kurth und der Beigeordnete aus dem uckermärkischen Landratsamt Karsten Stornowski, atmen auf. Erneut Applaus für den ersten Erfolg.

Die Hoffnung auf eine vernünftige Verkehrslösung, auf eine durchgehende Radanbindung nach Angermünde, hatte "uns 15 Monate Vollsperrung" während der Bauzeit an der B 198 "geduldig ertragen" lassen, rekapituliert Wüstner. Umso größer seien Enttäuschung und Frust nach dem Abbruch der Arbeiten gewesen. Der Radweg läuft ins Leere. Die Verbindung nach Angermünde ist gekappt. Damit hatten sich die Bedingungen sogar noch verschlechtert. Dabei, so betonen Paal und Wüstner, sei Radverkehr "ein zukunftsträchtiges Modell, eine Alternative zur Zwei-Auto-Familie. Die Bürgerinitiative hatte sich nach dem Schildbürgerstreich mit einem offenen Brief an die Landesregierung gewandt und Medien eingeschaltet.

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