Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

CDU-Vorsitzende und Bundesministerin für Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, stärkt Direktkandidat Daniel Sauer den Rücken.

Wahlkampf
Von Bagdad nach Bernau

Sabine Rakitin / 24.08.2019, 10:00 Uhr
Bernau (MOZ) Am Morgen noch im Irak, am Abend in Bernau: Entgegen aller Gerüchte trifft Annegret Karrenbauer, CDU-Bundesvorsitzende und Bundesministerin für Verteidigung, am Donnerstag fast pünktlich im "Ofenhaus" ein. Sie will den Brandenburger Christdemokraten im Landtagswahlkampf und an diesem Abend natürlich Daniel Sauer, dem Direktkandidaten im Wahlkreis 14 (Bernau/Panketal), den Rücken stärken.

"Wir haben ein großes Ziel", unterstreicht Annegret Karrenbauer. "Die CDU muss so stark werden, dass wir hier in Brandenburg endlich eine ordentliche Landesregierung bekommen – mit einem  Ministerpräsidenten Ingo Senftleben". Denn: Die Frage sei doch, wie es in Brandenburg weitergehe. Bislang höre die Entwicklung hinter Potsdam auf. "Wir wollen gleichwertige Lebensverhältnisse in gesamten Land schaffen", sagt Kramp-Karrenbauer. Mit der CDU würden auch Regionen weit weg von Potsdam wieder eine Chance bekommen. Für sie steht fest: "Diejenigen, die hier seit Jahrzehnten regieren, lösen die Probleme nicht, sie sind Teil des Problems!"

Nach den jüngsten Wahlbefragungen liegt die CDU in Brandenburg zwei Prozent hinter SPD und AfD. "Das ist ein ganz enges Rennen", ahnt die Parteivorsitzende. "Wir müssen bis zur letzten Minute kämpfen und die Menschen von unserer Politik überzeugen, sagt sie. Der "liebe Daniel" sei ein wirklich guter Direktkandidat, der sich im Land aus- und die Menschen kenne. "Ihr habt eine doppelte Chance, die Wahl zu gewinnen – mit dem Kandidaten vor Ort und Ingo Senftleben", ruft Kramp-Karrenbauer den etwa 200 Zuhörern im Ofenhaus zu. Der Kandidat vor Ort, Daniel Sauer, bekräftigt die Vorhaben der Landes-CDU. "Wir wollen ganz Brandenburg wachsen lassen und deshalb den Landesentwicklungsplan mit Berlin aufkündigen, weil er einseitiges Wachstum nur im Speckgürtel zulässt", erklärt er. Die Fragen, die vom Publikum gestellt werden, gehen quer durch Bundes- und Landespolitik. Wie hält es die Partei mit dem Klimaschutz? "Wir sind die, die dafür sorgen, dass sich Klimaschutz  und gute Wirtschaftspolitik nicht ausschließen", sagt AKK. Die CDU wolle einen Klimaschutz, der mit der Wirtschaft gut kompatibel sei, sei für einen Ausstieg aus der Braunkohle, wenn "die Ersatzstrukturen aufgebaut sind". Sie will nicht, dass "einzelne Gruppen allein für den Klimaschutz bezahlen". Deshalb tritt sie für Berufspendler im ländlichen Raum, die auf das Auto angewiesen sind, für einen "entsprechenden sozialen Ausgleich" ein.

Stark am Herzen liegt Kramp-Karrenbauer auch der Schutz des Waldes. Als Bundesverteidigungsministerin habe sie in dieser Woche alle Ministerpräsidenten angeschrieben und versichert, dass die Bundeswehr Amtshilfe beispielsweise bei der Beräumung von Wäldern leiste und angefordert werden könne.

"Ein brisantes Thema" sind Windkraftanlagen für Daniel Sauer. Er will sich für ein Moratorium zur Genehmigung neuer als auch zum Re-Powering bereits vorhandener Anlagen einsetzen. Der Ladeburger lehnt Windräder in Wäldern grundsätzlich ab und tritt für eine Mindest-Abstandsregelung zu Wohnsiedlungen ein, die das Zehnfache der Nabenhöhe der Anlagen beträgt.

Fragen zu Sicherheit und Bildung

Weitere Fragen aus dem Publikum gehen vor allem zu den Themen Sicherheit und Bildung ein. "Wir brauchen mindestens 8500 Polizisten im Land, eine fünfte Einsatzhundertschaft sowie eine gute Bezahlung und Ausstattung der Beamten", erklärt Sauer. Dies habe die CDU in ihrem 100-Tage-Programm verankert. Und: "Die namentliche Kennzeichnung der Beamten im Einsatz muss wieder abgeschafft werden", fordert er. Was das Bildungssystem anbelangt, so plädieren sowohl er als auch seine Parteivorsitzende für Bildungsvielfalt und unterschiedliche Konzepte.

Eine Differenzierung sei wichtig, "nicht Gleichmacherei", stellt Sauer fest: "Wir sind gegen die Einheitsschule." Annegret Kramp-Karrenbauer sagt mit Blick auf ihre Erfahrungen aus dem saarländischen Nachbarland Frankreich: "Ich habe nicht den Eindruck, dass ein zentrales Schulsystem besser ist."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG