Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Einrichtung in Wandlitz ist bedroht – für das Jahr 2020 benötigt sieeine Überbrückungsfinanzierung vom Landkreis Barnim.

Gesundheit
Wandlitzer Krebsberatung ist in Gefahr

Die individuelle Beratung wird immer wichtiger: Psychoonkologe und Vorstandsmitglied Manuel Teterra im Gespräch mit Jutta Krüger in den Räumen im Bahnhof Wandlitzsee.
Die individuelle Beratung wird immer wichtiger: Psychoonkologe und Vorstandsmitglied Manuel Teterra im Gespräch mit Jutta Krüger in den Räumen im Bahnhof Wandlitzsee. © Foto: Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 10.09.2019, 00:31 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 00:31
Wandlitz Eigentlich sollte es ab dem Jahr 2020 eine bundeseinheitliche finanzielle Förderung von Krebsberatungsstellen geben, doch das dafür notwendige Gesetz ist noch nicht verabschiedet. Die "Bundesarbeitsgemeinschaft für ambulante psychosoziale Krebsberatung" geht davon aus, dass die Gelder frühestens Mitte des Jahres fließen werden. An den Kosten sollen sich dann die gesetzliche Krankenversicherung sowie die Rentenversicherung Bund zu jeweils 40 Prozent sowie die Länder und Kommunen mit 15 Prozent beteiligen. Die jeweilige Krebsberatungsstelle hat einen Eigenanteil von fünf Prozent zu tragen. Für bestehende Einrichtungen soll es einen Bestandsschutz geben. Eine Förderung auf Grundlage des bisherigen Leistungsumfangs ist zunächst ausschließlich für derzeit bereits betriebene Krebsberatungsstellen vorgesehen.

Die Verzögerung im Gesetzgebungsverfahren bringt nun die Krebsberatungsstelle Barnim, seit Januar ansässig in neuen, barrierefreien Räumen im Bahnhof Wandlitzsee, in finanzielle  Schwierigkeiten. Der Trägerverein, die Krebsberatung Berlin-Brandenburg, hat deshalb beim Landkreis Barnim einen Antrag zur Überbrückungsfinanzierung in Höhe von 50 000 Euro gestellt. Die Mitglieder des Ausschusses für Gesundheit, Senioren und Soziales werden sich in ihrer Sitzung am 19. September erstmals mit dem Thema beschäftigen.

Fallzahlen steigen

Dann wird auch Elvira Muffler dabei sein und von der Arbeit der Beratungsstelle berichten. Für die Diplom-Sozialpädagogin steht aber bereits heute fest: "Wenn wir die Förderung des Landkreises Barnim nicht erhalten, müsste die Krebsberatungsstelle ihren Betrieb einstellen". Dann wäre die einzige Einrichtung ihrer Art im nördlichen Brandenburg in ihrer Existenz gefährdet. Das Vorstandsmitglied des Vereins verweist darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren alle Strukturen für die Krebsberatungsstelle Wandlitz geschaffen und professionalisiert werden konnten. "Eine Schließung zum Jahresende 2019 wäre verheerend", so Elvira Muffler. Der Landkreis Barnim hatte die Einrichtung bereits in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils 50 000 Euro unterstützt. Der Förderbeitrag für 2020 soll anteilig zurückerstattet werden, wenn es im Rahmen der bundesweiten Förderung zu einer rückwirkenden Erstattung der Aufwendungen kommt.

"Seit Arbeitsbeginn der Beratungsstelle im Jahr 2009 sind die Fallzahlen deutlich gestiegen", so Elvira Muffler. Zwischen 2010 und 2018 habe es eine Verzehnfachung gegeben, für 2019 rechne man mit rund 1000 Beratungskontakten. "Das können wir alles nur durch zusätzliche ehrenamtliche Tätigkeiten der Mitarbeiter bewältigen", betont die Diplom-Sozialpädagogin.

Die Krebsberatungsstelle Barnim ist neben der Förderung durch den Landkreis ausschließlich auf Spenden angewiesen. Die Berater sind in Teilzeit angestellt, arbeiten auf Honorarbasis und erforderlichenfalls auch ehrenamtlich. Die Beratungen sind für die Krebspatienten und deren Angehörige kostenfrei und auf Wunsch auch anonym (telefonisch) möglich.

Zum Team gehören unter anderem Psychologen, Heilpraktiker und Kunsttherapeuten.

Spendenkonto bei der Sparkasse Barnim, IBAN: DE08 1705 2000 3000 0442 55; BIC: WELADED1GZE

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG