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Debatte
Diskussion zu geplanter Übergabe der Europaschule an Kreis

Guter Dinge: Wer der Träger ihrer Schule ist, bleibt den Schülern wohl letztlich egal. Die Hauptsache ist, sie können unbeschwert lernen und haben Spaß dabei.
Guter Dinge: Wer der Träger ihrer Schule ist, bleibt den Schülern wohl letztlich egal. Die Hauptsache ist, sie können unbeschwert lernen und haben Spaß dabei. © Foto: Kerstin Ewald
Kerstin Ewald / 11.09.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 10:58
Werneuchen (MOZ) Die Werneuchener haben zu ihren beiden Schulen eine enge Beziehung. Viele sind froh und stolz, auch eine Oberschule im Ort zu wissen, auch wenn die Möglichkeit fehlt, das Abitur dort abzulegen. Brandenburger Kommunen mit mehr Einwohnern kämpfen oft erfolglos um eine weiterführende Schule auf ihrem Gebiet. Die Vorteile – kürzere Schulwege, höhere Ortsverbundenheit der jungen Leute und Beiträge zur lokalen Kultur – liegen auf der Hand. Viele sind sich dessen bewusst.

Seitdem die Stadt Werneuchen einen teuren Grundschulerweiterungsbau plant, muss sie über Einsparungen im Haushalt nachdenken. Zehntausende kostet der Schulträgerin – der Stadt Werneuchen – alleine der Betrieb des Gebäudes. Damit sind noch keine Investitionen getätigt. Und die hält die Lehrerschaft für dringend nötig. Eine Schulmensa fehlt zum Beispiel, die sich die Lehrerschaft in Doppelfunktion mit einer Aula wünscht. Seit Jahren hatte die Stadt Astrid Hildebrand, die Leiterin der Europaschule, immer wieder vertröstet. Die Verwaltung informierte im Mai die Stadtverordneten über einen Investitionsbedarf der Schule von rund 1,5 Millionen Euro in den nächsten Jahren. Seit 2018 bereitet die Stadt nun wieder verstärkt eine Übergabe an den Landkreis vor. Aktuell wird als möglicher Termin dafür der 1. Januar 2021 gehandelt. Allerdings müssen die Stadtverordneten dem Vorhaben noch zustimmen.

Der Landkreis ist grundsätzlich zur Übernahme bereit. Vor Jahrzehnten habe es schon einmal, wie Astrid Fährmann, stellvertretende Bürgermeisterin berichtete, einen Plan zur Übergabe der Schule an den Kreis gegeben, der dann fallengelassen wurde. 2018 hat die Werneuchener Stadtverwaltung begonnen, zusammen mit Vertretern des Landkreises, einen Vertrag für die Übergabe auszuarbeiten. Im Frühjahr hatten Stadtverordnete Einblick in einen Entwurf, der sich laut Aussagen von Jeannine Dunkel nicht entscheidend geändert hat. Vor der Wahl war der Tagesordnungspunkt "Übergabe der Europaschule" aus verschiedenen Gründen nicht mehr auf die Tagesordnung gestellt worden.

Die grundsätzlichen Vorbehalte, überhaupt einen Transfer an den Kreis zu vollziehen, scheinen bei den jetzigen Stadtverordneten zu schwinden. Doch Jeannine Dunkel ist eine derjenigen, die keine Übergabe der Europaschule um jeden Preis möchten. In dem nun vorliegenden achtseitigen Vertragsentwurf kommen für sie die Interessen der Stadt zu wenig vor.

"Bei den Zukunftsinvestitionen ist der Entwurf sehr unkonkret", beklagt sie, "So steht von der dringend benötigten Aula nichts drin im Papier." Sie befürchtet, dass der Landkreis Barnim nicht kurzfristig die nötigen Mittel für eine Modernisierung der Europaschule zur Verfügung stellen kann, da er gerade einige Schulen übernommen hat, in denen bereits Bauprojekte im Gang oder geplant sind.

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