Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Feuer
Zwei Menschen sterben bei Hausbrand in Melchow

Die Polizei sucht in der Ruine nach zwei vermissten Bewohnern.
Die Polizei sucht in der Ruine nach zwei vermissten Bewohnern. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 11.09.2019, 07:15 Uhr - Aktualisiert 12.09.2019, 13:59
Melchow (MOZ) Melchow ist geschockt. In der Nacht zu Mittwoch ist ein Einfamilienhaus in der Finower Straße abgebrannt. Zwei Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Ein dritter Bewohner konnte von den Einsatzkräften der Feuerwehr vor den Flammen gerettet werden. Wie es zu dem Feuer kam, ist noch nicht bekannt. Kriminaltechniker haben am Mittwochmorgen die Untersuchungen an der Brandstelle aufgenommen.

Etwa eine viertel Stunde nach Mitternacht ist die Alarmierung bei der Feuerwehr ausgelöst worden. Ein Nachbar hatte den Brand bemerkt. Die Flammen breiteten sich offenbar mit großer Geschwindigkeit aus. Auch Anwohner aus umliegenden Straßen berichten später, dass sie den Feuerschein und den Rauch noch wahrgenommen hätten.

Als die Feuerwehr eintraf, bot sich ein verheerendes Bild. Das Einfamilienhaus stand in Flammen. Rund 45 Feuerwehrmänner und -frauen aus Biesenthal, Melchow, Schönholz und Grüntal waren im Einsatz. Ihrem ersten Löschangriff ist es zu verdanken, dass das Leben eines 57-jährigen Bewohners gerettet werden konnte. Wie der Biesenthaler Ortswehrführer Thomas Brodde, der mit dem Melchower Ortswehrführer Andreas Beier den Einsatz leitete, berichtete, wurde der 57-Jährige im Bereich des Nebengebäudes entdeckt. Er habe sich selbstständig nicht in Sicherheit bringen können, so Thomas Brodde. Mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht.

Hausbrand in Melchow Finower Straße
Bilderstrecke

Hausbrand in Melchow

Bilderstrecke öffnen

Um den Brand des Hauptgebäudes unter Kontrolle zu bekommen, sind die Rettungskräfte stets zu zweit unter vollem Atemschutz vorgegangen. Elf Zweiertrupps waren so im Einsatz. Doch auch sie konnten nicht verhindern, dass zwei Menschen starben. Die Polizei vermutet, dass es sich um eine 48-jährige Bewohnerin und einen 56-jährigen Bewohner handelt. Beide wurde vermisst. Am Mittwochvormittag wurden in dem abgebrannten Gebäude die sterbliche Überreste gefunden. Es wird vermutet, dass es sich um die Vermissten handelt, eine Identifizierung konnte jedoch noch nicht erfolgen.

„Wir sind alle zutiefst erschrocken“, sagt Melchows Bürgermeister Ronald Kühn. Viele Melchower hätten schon am Morgen ihr Mitgefühl ausgesprochen. Die Gedanken seien jetzt ganz bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Und so sah das Haus am Folgetag des Brandes aus.

Zu dem 57-jährigen Bewohner, der den Brand überlebte, war noch im Krankenhaus Kontakt aufgenommen worden. Ronald Kühn und Katrin Döber von der Amtsverwaltung boten ihm als erste Unterkunft ein Gästezimmer im Touristischen Begegnungszentrum in Melchow an. „zwei Mitarbeiter der Verwaltung kümmern sich um ihn“, so Katrin Döber. Dem Vernehmen nach hat er jedoch eine Unterkunft bei Verwandten beziehungsweise Freunden gefunden. „Auch wenn weitere Hilfe erforderlich ist, werden wir mit Unterstützung zur Stelle sein“, sagt Kühn.

Das Feuer konnte schnell gelöscht werden, sagt Amtsbrandmeister Roman Wieloch. Von zwei Seiten waren die Feuerwehrleute gegen die Flammen vorgerückt, die etwa gegen 1.30 Uhr unter Kontrolle waren. Das relativ einfache und ältere Gebäude war aber schon nicht mehr zu retten. Vielleicht hätte ein Brandmelder die Bewohner auf die Gefahr aufmerksam machen können, sagt er. Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr ist aber auch zu verdanken, dass sich das Feuer nicht noch ausbreiten konnte, sagt Ronald Kühn. „Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die Frauen und Männer der Feuerwehr sind.“

Vor dem Haus herrscht am Mittwoch gedrückte Stimmung. Eine Anwohnerin weint, als sie von dem Schicksal der Bewohner erfährt. Eine andere Frau erinnert an den Brand eines Hauses im Sommer vergangenen Jahres. Jetzt war sie mitten in der Nacht von dem „lauten Knistern“ aufgewacht und fühlte sich an die Ereignisse des Vorjahres zurückgesetzt. Damals kam glücklicherweise niemand zu Schaden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG