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Immobilien
Bernau setzt auf Privatisierung

Symbolfoto: pixabay
Symbolfoto: pixabay © Foto: pixabay
Sabine Rakitin / 19.09.2019, 07:45 Uhr
Bernau (MOZ) Im Februar 2010 beschloss die damalige Bernauer Stadtverordnetenversammlung, Grundstücke zum Zwecke der Wohnbebauung nur durch öffentliche Ausschreibung zu vergeben. Lediglich eine Ausnahme von der Regel wird seit dem in der Stadt gemacht: Bei solchen Grundstücken, bei denen die Pächter laut Einigungsvertrag Bestandsschutz hatten beziehungsweise seit mindestens

15 Jahren das Pachtverhältnis innehaben, konnte von einer Ausschreibung abgesehen werden. Die Pächter konnten das Grundstück von der Stadt zum Verkehrswert erwerben, allerdings nur unter der Voraussetzung einer "effektiven Flächennutzung". Was bedeutete, dass auf Wunsch der Stadt auch Grundstücke geteilt werden konnten.

Mieter hatten das Nachsehen

Bis heute unberücksichtigt blieben die Mieter von Wohnungen, die der Stadt gehören. Das sind nicht mehr viele, weil bekanntlich die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobau die Versorgung der Bürger mit Wohnraum übernommen hat. Es handelt sich lediglich um acht Mehrfamilienhäuser mit jeweils zwei bis vier Wohnungen sowie zwei Einfamilienhäuser, die sich noch im Eigentum der Stadt befinden.

Die Immobilien befinden sich in verschiedenen Ortsteilen. In den vergangenen Monaten haben mehrere Mieter im Rathaus ihr Interesse bekundet, die Immobilien, in denen sie wohnen, zu kaufen. Das mag einerseits an der Situation auf dem Wohnungsmarkt liegen – allgemein steigende Mietpreise verunsichern auch die Bernauer. Andererseits könnte auch der teilweise hohe Sanierungsbedarf der zehn städtischen Immobilien ein Grund für das Interesse sein. Denn die Stadt als Eigentümerin will natürlich nicht unbedingt riesige Investitionen tätigen – mit geringem Effekt für nur wenige Mieter. "Die Verwaltung von Wohnungen ist nicht unser Kerngeschäft", sagt Nancy Kersten, Sprecherin des Rathauses.

So schlug die Verwaltung den Stadtverordneten zur ihrer jüngsten Sitzung vor, den langjährigen Mietern in städtischen Wohnungen beziehungsweise Häusern ebenfalls den Kauf der von ihnen bewohnten Immobilien zum Verkaufswert zu ermöglichen. Sie nennt es "Mieterprivatisierung".

"Um langjährigen Mietern die Möglichkeit einzuräumen, die bewohnten Immobilien ohne Ausschreibung erwerben zu können, soll analog der Verfahrensweise zum Umgang mit verpachteten Grundstücken verfahren werden und Mietern von Gebäuden mit maximal vier Mietparteien, die seit mindestens 15 Jahren das Mietverhältnis innehaben, die Möglichkeit einzuräumen, bei Bedarf die bewohnte Immobilie ohne vorherige öffentliche Ausschreibung zu erwerben beziehungsweise in Erbbaurecht zu übernehmen", heißt es in der Vorlage, die die Stadtverordneten auf ihrer jüngsten Sitzung bei nur wenigen Ausnahmen absegneten. Der  Immobilienwert muss durch ein Verkehrswertgutachten ermittelt,. jeder einzelne Verkauf von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.

Stadt gibt nur ganze Objekte ab

Grundsätzlich sei beabsichtigt, ganze Objekte zu veräußern, erklärt Pressesprecherin Nancy Kersten. Dabei könne sich der Käufer aus einer oder mehreren Parteien zusammensetzen. Es sei jedoch nicht vorgesehen, einzelne Wohnungen zu verkaufen, betont sie. Vielmehr müsse das Gesamtobjekt von einem langjährigen Mieter oder mehreren Mietern, die sich beispielsweise zu einer Eigentümergemeinschaft zusammenschließen, erworben werden.

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