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Der Antrag auf einen Schotterplatz in der gerade entstehenden Waldsportanlage sorgt für Verwunderung.

Waldsportanlage
Nur der Lauftrichter fliegt raus

Eine runde Sache: Das wird die neue Skater- und BMX-Bahn auf dem Waldsportareal. Ende April hatte die Stadtverordnetenversammlung für den zweiten Abschnitt der Außenanlagen den Auftrag vergeben. Dazu gehört auch der Kunstrasenplatz.
Eine runde Sache: Das wird die neue Skater- und BMX-Bahn auf dem Waldsportareal. Ende April hatte die Stadtverordnetenversammlung für den zweiten Abschnitt der Außenanlagen den Auftrag vergeben. Dazu gehört auch der Kunstrasenplatz. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 09.10.2019, 19:26 Uhr
Eberswalde (MOZ) Es bleibt dabei: Die Waldsportanlage erhält einen Kunstrasenplatz. Am Dienstag hatte die Fraktion Die Partei/Alternative für Umwelt und Natur in der aktuellen Debatte um ökologische Aspekte sowie Mehrkosten kurzzeitig für Verwunderung und zum Teil sogar Entsetzen nicht nur im politischen Raum gesorgt. Vorsitzender Mirko Wolfgramm hatte einen Antrag eingebracht, auf den Kunstrasenplatz zu verzichten und den Platz stattdessen in Schotter auszuführen.

Wobei Fraktionsmitglied Oskar Dietterle in der Sitzung des Bauausschusses am Abend selbst bekannte, große Bauchschmerzen mit dieser Idee zu haben. Dies vor allem aufgrund der Verletzungsgefahr für Kinder auf Schotter.

Ja zum Rathausvorschlag

"Der Drops ist längst gelutscht", beendete Dezernentin Anne Fellner die Debatte, bevor sie überhaupt begann. Die Dezernentin verwies auf einen entsprechenden Beschluss des Parlamentes sowie die Auftragsvergabe für den Kunstrasenplatz von April dieses Jahres. "Wir sind vertragliche Bindungen eingegangen. Und der Platz ist bereits im Bau." Dietterle zog daraufhin später den Änderungsantrag seiner Fraktion zurück.

Gleichwohl hatte sich der Ausschuss im Laufe der Debatte noch mit mehreren anderen Änderungsbegehren auseinanderzusetzen. Sie alle bezogen sich auf den Vorschlag der Verwaltung, den Lauftrichter zu streichen und die Boulderanlage zu verkleinern. Um so die Mehrkosten um etwa 150 000 Euro zu reduzieren. Auf dann 850 000 Euro. Den einen ging dieser Vorschlag zu weit, den anderen nicht weit genug.

Karen Oehler (B90/Grüne) sprach sich dafür aus, die Boulderanlage komplett zu streichen. Immerhin gebe es jetzt ein privates Angebot in der Stadt. Viktor Jede (Bündnis Eberswalde) indes befand: "Die Boulderanlage sollte komplett, so wie geplant, gebaut werden." Die Waldsportanlage sei eine Investition in die Zukunft und ein Gewinn für alle Eberswalder. Hans Mai (SPD/BFE) versuchte es mit einem Kompromiss: Nämlich die Anlage so zu bauen, dass ein zweiter Teil später – bei Bedarf und bei gesicherter Finanzierung  – nachgerüstet werden könne. Das sei technisch machbar, ließ der Planer auf Nachfrage aus der Runde wissen, käme die Stadt aber natürlich deutlich teurer.

Am Ende fand keiner der Änderungsanträge die Mehrheit. Der Bauausschuss befürwortete den Vorschlag der Rathausspitze. Also kleinere Kletteranlage und Verzicht auf den Lauftrichter. In puncto Boulderanlage hatte Fellner versichert, dass die Routen veränderbar seien. So dass die Anlage attraktiv bleibe. Im Übrigen begründete sie den Vorschlag zur Halbierung damit, "dass sich nicht alle das private Angebot leisten können". Zudem könne die städtische Anlage als "Einstieg" in den Trendsport verstanden werden.

Zur von Sebastian Walter (Linke) aufgeworfenen Frage nach der künftigen Verantwortung und der Bewirtschaftung der Waldsportanlage erklärte die Dezernentin noch etwas vage: Die Stadt bleibe Eigentümerin und ihr obliege auch das "Management".

Es bleibt bei Gummi-Granulat

Wobei im Betrieb natürlich der Eberswalder Sportclub ESC "eine wesentliche Rolle spielt". Fellner sprach von einem "Learning by doing". Soll heißen: Die Regeln entwickeln sich im Prozess, bei laufendem Betrieb. Götz Herrmann (SPD/BFE) erklärte mit Blick auf die Qualität der Anlagen: "Das ist kein Bolzplatz." Es müsse eine Form von Schutz und Kontrolle geben.

Bereits in der vorherigen Sitzung des Bauausschusses hatte die Verwaltung über die Prüfung in Sachen Granulat für den Kunstrasenplatz informiert. Demnach würden laut aktueller Studienlage die Vorteile des Gummi-Granulats gegenüber Kork überwiegen. Sowohl der Sportverein als auch der Planer haben empfohlen, am ausgeschriebenen Produkt festzuhalten.

Heute befasst sich der Ausschuss für Bildung, Jugend, Sport mit dem Vorschlag der Verwaltung. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.15 Uhr im BBZ.

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