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Telekom baut ihr Netz in Eberswalde aus. Ab Mitte November schnelleres Internet für etwa 3400 Haushalte.

Breitbandausbau
Mit Höchsttempo über die Datenautobahn

Viola Petersson / 08.11.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 08.11.2019, 17:42
Eberswalde (MOZ) Manch ein Eberswalder hatte schon ob der Vielzahl der "Schürfstellen" orakelt, dass in der Barnimer Kreisstadt nach Gold gesucht werde. Nein, nicht nach Gold. Dafür wird nach Kupfer und Glasfaser gebuddelt. Und zwar für schnelles Internet. Die Telekom baut derzeit ihr Netz in Eberswalde aus. Ab Mitte November sollen für etwa 3400 Haushalte 250 MBit/s verfügbar sein.

Dies erklärte Henry Lange, Regionalmanager im Infrastrukturvertrieb der Telekom, am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin an der Breiten Straße/Ecke Brautstraße. An einem der insgesamt 19 Verteiler, jenen grauen Kästen, die derzeit zu Mini-Vermittlungsstellen umgebaut werden. Zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle an der Bergerstraße und diesen Verteilern verlege das Unternehmen drei Kilometer Glasfaser. In dem grauen Kasten werde das Lichtsignal in ein elektrisches Signal umgewandelt. Von dort, vom Verzweiger, gehe es über das bestehende Netz, also über Kupferkabel, zum Anschluss der Kunden. Bei der Übertragung werde eine Technik eingesetzt, die elektromagnetische Störungen beseitigt. Dadurch werden höhere Bandbreiten erreicht.

TV, Telefonie und Surfen

Was konkret bedeutet: Während die meisten Haushalte in Eberswalde bislang 16 MBit/s "anzuliegen" hatten, seien nach der Umstellung bis 250 MBit/s verfügbar (beim Hochladen bis zu 40 MBit/s). Das Netz sei damit so leistungsfähig, unterstrich Lange, dass "Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind". Auch das Streamen von Musik und Videos oder das Speichern in der Cloud werden bequemer.

Im ersten Schritt werden Mitte November etwa 3400 Haushalte in Eberswalde profitieren, weitere 5400 Haushalte sollen im ersten Quartal 2020 folgen. Bei diesem Ausbau, so Lange auf Nachfrage, handele es sich um eine unternehmenseigene Investition. Einen Kilometer Glasfaser zu verlegen, koste im Schnitt 70 000 Euro.

Parallel dazu bereitet das Team Magenta den geförderten Breitbandausbau im Landkreis Barnim vor, mit dem die bislang weißen Flecken erschlossen werden sollen. Die Telekom hatte dafür, nach öffentlicher Ausschreibung, bekanntlich den Zuschlag erhalten. Laut Lange sei im zweiten Halbjahr 2020 mit dem Baubeginn zu rechnen.

Im Gegensatz zur jetzigen FTTC-Technik (Fibre to the curb) komme bei dem von Bund und Land bezuschussten Programm das FTTH-Prinzip (Fibre to the home) zum Einsatz. Das heißt: Glasfaser wird bis zum Haus gelegt. Dank dessen sei Highspeed mit bis zu 1 GBit/s möglich, also superschnelles Internet. Die Letzten werden gewissermaßen die Ersten sein.

Glasfaser für weiße Flecken

Der Landkreis Barnim, der den geförderten Ausbau koordiniert, hat insgesamt 160 sogenannte Ausbaugebiete (weiße Flecken beziehungsweise Flächen mit 30 MBit/s und weniger) zwischen Ahrensfelde und Lunow definiert. Um diese Areale mit Breitband zu versorgen, sind etwa 180 Kilometer Gräben auszuheben. Die entsprechenden Tiefbaukapazitäten dafür seien gebunden, versicherte Lange.

Mit Blick auf den avisierten 1-GBit/s-Standard und die jetzt in  Eberswalde angebotenen 250 MBit/s betonte er, dass die Kombination Glasfaser/Kupfer keineswegs eine veraltete Technologie sei. Zum einen sei der 50-MBit/s-Anschluss der in Deutschland meistgenutzte. Zum anderen gebe es weltweit Forschungen, um die Leistungsfähigkeit der Kupferkabel weiter zu verbessern.

Die Telekom ist kommende Woche, von Montag bis Freitag, jeweils zwischen 7 und 17 Uhr, mit einem Info-Bus am "Kaufland", Angemünder Chaussee, präsent. Mitarbeiter beraten Kunden zum neuen Angebot. Der Vertragspartner kann frei gewählt werden.

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