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Fußball
Barnimer Trainer über Klinsmann-Verpflichtung

Britta Gallrein / 28.11.2019, 06:00 Uhr
Bernau (MOZ) Ich finde es gut. Klinsmann ist ein sehr guter Motivator." Jürgen, genannt "Jogi" Beyer, ist Trainer beim Fußball-Landesligisten Grün-Weiss Ahrensfelde und seit Kindertagen Hertha-Fan. Wie die meisten der befragten Barnimer Fußballtrainer ist er überzeugt: Die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann könnte eine gute Sache sein, um die schlingernde Hertha in der Bundesliga wieder auf Kurs zu bringen.

Gestern verkündete der Hauptstadtverein, dass der ehemalige Bundestrainer bis zum Saisonende den Trainerposten des ausscheidenden Ante Covic ablöst. Der frühere Werder-Coach Alexander Nouri als Assistent und Andreas Köpke als Torwarttrainer werden ihn unterstützen. Für Jogi Beyer eine gute Lösung. "Für das Tagesgeschäft wird Klinsmann sicherlich Alexander Nouri einsetzen. Das finde ich sehr gut. Die beiden werden das wieder in den Griff bekommen", ist Beyer überzeugt, den sein Vater bereits als sechsjährigen Jungen mit zu Hertha nahm. Langfristig wünscht sich der Ahrensfelde-Coach aber dann doch eine andere Lösung. "Ich fände es toll, wenn Niko Kovac dann im Sommer kommen würde."

Kein Spiel verpasst

Ebenfalls großer Hertha-Fan ist Christian Städing, der ehemalige Trainer des Brandenburgligisten FSV Bernau. Seit 1992 ist er Mitglied bei Hertha und verpasst, solange es zeitlich klappt, kein Spiel. Für ihn kam die Meldung, dass Klinsmann übernimmt, schon ein wenig überraschend. "Ich glaube, ihm wäre es auch lieber gewesen, dass Hertha unter Covic besser gespielt hätte", sagt er lachend. "Jetzt wird Nouri die Hauptarbeit auf dem Platz machen und Klinsmann übernimmt die Motivationsarbeit. Das Package gefällt mir eigentlich ganz gut. Auch wenn es bis Weihnachten kein einfaches Restprogramm wird für Hertha." Auch Städings Wunschkandidat wäre Niko Kovac gewesen. "Aber ich denke, der orientiert sich eher in Richtung solcher Vereine wie Dortmund oder Leverkusen."

Lieber am Strand spazieren

Auch die Nicht-Hertha-Fans unter den Barnimer Trainern hatten die Klinsmann-Meldung natürlich verfolgt. "Für mich war es eine Überraschung, dass er das macht", sagt Gerd Pröger, Übungsleiter beim Brandenburgligisten Union Klosterfelde. "Ich hätte gedacht, er ist eher ein Lebemann, der lieber in den USA am Strand spazieren geht. Aber wenn er den Trainerposten nur bis zum Saisonende übernimmt, ist es keine schlechte Verpflichtung. Er hat auf jeden Fall einen Namen, mit dem der Verein glänzen kann", findet Pröger. "Klinsmann kann eine Mannschaft motivieren und genau das braucht Hertha doch gerade", ist Köln-Fan Pröger überzeugt.

"So ist eben das Geschäft", sagt Matthias Schönknecht, Trainer beim Brandenburgligisten FSV Bernau. "Ich fand Covic sympathisch, aber vor allem kam er aus dem eigenen Stall. Aus meiner Sicht wäre es ein starkes Signal gewesen, gerade deshalb an ihm festzuhalten. Ob Hertha richtig liegt, muss man abwarten."

Das Herz von Tobias Robel, Trainer des Kreisoberligisten Rot-Weiß Schönow, schlägt für den 1. FC Union. "Deshalb interessiert mich auch nicht wirklich, was bei Hertha passiert", sagt er grinsend. "Für die Nationalmannschaft war Klinsmann mit seinen Methoden sicher gut, aber ob das für Her-tha das Richtige ist, weiß ich nicht. Ich glaube, dieser Glamour-Faktor passt nicht."

Kurzfristiger Effekt

Robels Kollege Christian Schramm, Coach des FSV Ber-nau II, gibt zu, nie ein großer Klinsmann-Fan gewesen zu sein. "Auch fußballerisch hat der mir mit seinem Flipper-Fußball nie gefallen. Aber diesen emotionalen Part, den hat er sicher gut drauf. Motivation ist Klinsmanns Stärke und ich glaube schon, dass er damit einen kurzfristigen Effekt erreichen", ist Schramm überzeugt, der durch einen Zufall Borussia-Dortmund-Fan wurde. "Als Kind waren alle um mich herum Fans von Dynamo Dresden. Als ich mal bei meinem Opa heimlich West-Fernsehen geguckt hab, spielte Dortmund. Da die auch gelb-schwarz trugen, hab ich sie mit Dynamo verwechselt. Und dann bin ich irgendwie bei Dortmund geblieben", berichtet er.

"Hertha hat kluge Köpfe nötig", findet Ulf Kerstan, Trainer von SV Rüdnitz/Lobetal. "Vielleicht schafft es Jürgen Klinsmann dann ja mal, aus dem Hauptstadt-Verein auch einen Hauptstadt-Verein zu machen", hofft er.

Mädchen und Frauen, die jetzt Lust bekommen haben, es selbst einmal mit Fußball zu probieren, können sich bei den drei Barnimer Mannschaften melden oder am besten einfach mal beim Training vorbei gehen:

SpG Ladeburg/Eberswalder SC: Training Mittwoch 19 - 20.30 Uhr Sportplatz am Wasserturm. Kontakt: 0173 2359214Lok Eberswalde: Training Freitag, 18.45 Uhr im Fritz-Lesch-Stadion in Eberswalde, Kontakt: 0176 72503624SpG Wandlitz/Basdorf: Training Montag und Mittwoch 19 bis 20.30 (Kunstrasen Wandlitz und Halle. Kontakt: 0162 1896729

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