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Barnimer Winterlauf
Auftaktrennen beim Barnimer Winterlauf

Los geht’s: Kurz nach dem Start über die sechs und zehn Kilometer
Los geht’s: Kurz nach dem Start über die sechs und zehn Kilometer © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 11.12.2019, 11:00 Uhr
Bernau (MOZ) Viele der mehr als 160 Starter hatten bange den Wetterbericht verfolgt, denn Regen war angesagt. "Wenn wir laufen, dann regnet es nicht", sagte Rainer Bode von den Eberswalder Elan-Läufern mit solch einer Bestimmtheit, dass sich keine Tropfen auf die Erde wagten und sich sogar die Sonne zwischenzeitlich blicken ließ.

Etwas müde schaute der zwölfjährige Bernauer Alessandro Rehm vor seinem Start über die sechs Kilometer aus der Wäsche. "Wir waren gestern auf der Sportschule in Potsdam zum Aufnahmetest", erklärte Trainer und Vater Sebastian Rehm. Dabei standen verschiedene Disziplinen wie ein 800-Meter-Lauf auf dem Programm. "Ich mag ja mehr die langen Strecken. Aber ich bin gespannt, wie es ausgeht", sagte der junge Läufer. Bei seinem vierten Gesamtplatz im ersten Winterlauf über die kurze Distanz ließ er eine ganze Reihe erfahrener Läufer hinter sich, auch wenn er etwas mit der Zeit haderte (26:53 ).

Sieger ist nicht ganz zufrieden

Als Erster kam über die sechs Kilometer Jacomo Herbst in 24:11 Minuten ins Ziel. "Ich sehe das hier als gutes Wintertraining und werde versuchen, alle vier Läufe mitzumachen. Die Zeit hat heute nicht gestimmt, ich hatte mir 3:50 Minuten für den Kilometer vorgenommen, gelandet bin ich bei 3:58", sagte der 23-Jährige Sportlehrer-Student, der vor drei Jahren von den Bernauer Lauffreunden nach Potsdam wechselte. Sein sportliches Hauptaugenmerk gilt nun dem Triathlon und da dem Sprint. "Da möchte ich im nächsten Jahr bei der Landesmeisterschaft starten und im Lauf auf 17 Minuten über die fünf Kilometer kommen und dann mal schauen, welcher Platz dabei herausspringt", sagte Jacomo Herbst.

Bei den Frauen war Mara Ducke von den Bernauer Lauffreunden ganz vorn (31:40), vier Sekunden später lief Mutter Ilka Ducke über die Ziellinie. Ob es beim Zielspurt eine Stallorder gegeben hatte, wollte Mutter Ilka nicht bestätigen, aber ihr verschmitztes Lachen verriet es dennoch. "Ich habe mich heute etwas schwer getan, mal lief es, mal nicht, aber insgesamt bin ich zufrieden", sagte die 13-jährige Siegerin. Jetzt freuen sich die Duckes und die anderen Barnimer Wintersportler auf die  kalte Saison, die für sie noch kurz vor Weihnachten in Oberhof beginnt.

Lange mussten die Zuschauer nicht mehr auf den Sieger der zehn Kilometer warten. "Die Zeit ist nicht so doll, aber in Anbetracht der Strecke, die teils aufgeweicht und rutschig war und Crosscharakter hat, kann ich mit 37:32 Minuten ganz zufrieden sein", sagte der Zepernicker Denis Gehde, der für den SV Buch läuft. Seine Bestzeit von 36,10 Minuten über zehn Kilometer stellte er beim Britzer-Garten-Lauf auf. "Für das nächste Jahr habe ich den Athen-Marathon mal ins Auge gefasst. Eigentlich sind mir solche Strecken zu lang, aber mich lockt dieses geschichtsträchtige Ambiente", erklärte der 31-Jährige.

Junge Biathletin ganz vorn

Schnellste Frau war die erst 13-jährige Wandlitzerin Lilian Zurawski, bei ihrem ersten Zehn-Kilometer-Lauf überhaupt. Das Siegen ist sie dieses Jahr gewohnt. Nicht nur im Laufen, auch in ihrer Lieblingssportart, dem Biathlon, ließ sie beim Schülercup auch die Schnee verwöhnte Konkurrenz weit hinter sich. Das Jahr 2020 könnte für sie ein besonderes werden, denn die Entscheidung naht, ob sie ab September auf die Sportschule in Oberhof gehen wird, die viele international erfolgreiche deutsche Sportler absolviert haben.

Das erste Mal

Aber auch so ganz persönliche Siege wurden beim Überqueren der Ziellinie gefeiert. Wie von Andrea Rettich vom Eberswalder Schwimmverein, die ihren ersten Wettkampflauf absolvierte. "Auf die Zeit schau ich gar nicht, aber mir hat es riesigen Spaß gemacht. Ich bleibe auf jeden Fall dabei", sagte die 53-jährige freudestrahlend im Ziel. Ob sie in zwei Jahren ihren ersten Marathon laufen wird, ließ sie lachend offen, aber beim 24-Stunden-Schwimmen im Januar wird sie in jedem Fall an den Start gehen.

Der Blick geht bei Corinna Splinter von den Elan-Läufern auch schon in Richtung nächstes Jahr. "Wenn ich gesund bleibe, werde ich wieder den 100-Meilen-Lauf in Angriff nehmen. Und dann mal schauen, was sich noch so kurzfristig ergibt", sagte die Vielläuferin.

Auf interessante Läufe darf man sich im nächsten Jahr auch in der Altersklasse M 40 einstellen. War bisher das Feld der Podestkandidaten schon recht breit, kommt mit dem Bernauer Michael Tschendel ein weiterer Siegläufer hinzu, der in Bernau Zweiter wurde. "Das musste auch sein Freund und Vereinskollege Sven Graupe von den Bernauern Lauffreunden beim ersten Winterlauf spüren, der schon nach der Altersklasseneinteilung für das kommende Jahr ausgetragen wurde. Da nahm ihm Tschendel über die zehn Kilometer 30 Sekunden ab. "Ich glaube, da wird es noch ordentliche Kämpfe geben", sagte Graupe, dessen Ehrgeiz nun besonders geweckt ist.

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