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Adventsstimmung
Besucheransturm beim Bernauer Weihnachtsmarkt

Olav Schröder / 16.12.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 16.12.2019, 14:22
Bernau (MOZ) Auch er wäre lieber "hereingeschneit" gekommen. Doch zum Beginn des dritten Tags des Bernauer Weihnachtsmarktes am Sonnabend ließ der Regen dem Weihnachtsmann dazu keine Chance. Er nahm es eher gelassen, so wie auch viele Besucher. 

"Die Leute, die kommen, wollen ihren Spaß haben und sind guter Dinge", sagte Weihnachtsmann-Gehilfe Frank Bosse aus Basdorf. Dafür gab es reichlich Gelegenheit, zumal der Regen bald aufhörte. Als hätten sie nur darauf gewartet, strömten die Besucher bald durch die Innenstadt. Auf dem Steintorplatz wurden sie von den Bernauer Sängern beim öffentlichen Singen begrüßt. Das zweite "Eingangstor" an der Marienkirche lockte mit viel Kunsthandwerk, mit der wärmenden historischen Schmiede von Jan Mächtig oder mit einem heißen Tee in der Jurte. Angebot und Aufteilung des Weihnachtsmarkts gefiel offensichtlich vielen Besuchern, es wurde eng in Bernaus Weihnachtsmarkt-Straßen, die von Fantasiefiguren wie Beutolomäus bevölkert wurden.

Drei Tage Weihnachtsmarkt, das schlechte Wette konnte die Bernauer nicht davon abhalten den Weihnachtsmarkt in Scharren zu besuchen. Ein bisschen Karussell, viel zu Essen und zu Trinken auch eine Bühne mit "Weihnachtsmärchen für die Kinder und Weihnachtsmusik für Erwachsenen. Der Weihnachtsmann hatte beide Hände voll zu tun.
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Weihnachtsmarkt in Bernau

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Weite Anreise

Die beiden Besucher mit dem vermutlich weitesten Anreiseweg, Heidi Kösling und Numuis Guerrak, kamen aus Venezuela. Sie stärkten sich an dem Stand des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr, der wieder die Gulaschkanone angeheizt hatte. Seit gut zwei Jahrzehnten gibt es diesen Brauch, wie Werner Herzog und Jürgen Lindner berichten. Und in jedem Jahr profitiert davon die Jugendfeuerwehr, der die Einnahmen aus dem Suppenverkauf zugute komme. Schon Freitag früh hatten die Vorbereitungen begonnen. Immerhin galt es, 120 Liter  zuzubereiten.

Der Duft der Suppe hatte auch die Gäste aus Venezuela innehalten lassen. Die 62-jährige Heidi Kösling ist in Südamerika geboren, ihr Vater in Berlin, ihr Großvater in Bremen. Jetzt, da ihre Tochter ihr Abiturstudium in Berlin abgeschlossen hat, will sie nach Deutschland ziehen, am liebsten nach Bernau, in die "viel stimmungsvollere Stadt als Berlin".

Nur wenige Schritte weiter sorgte die Tanzgruppe der Bernauer Briganten für eine besondere Attraktion. Die Gruppe besteht seit nahezu 20 Jahren. Auf der Bühne in der Brauerstraße führte sie Kennenlerntänze auf, die im späten Mittelalter im gehobenen Bürgertum gepflegt wurden, wie die Brigantentänzer Ole Kreuzer und Frank Schöning erläutern. Bei diesen Tänzen lernte sich, wie der Name schon sagt, die "Jugend von damals" kennen, entsprechend distanziert bewegten sich die Tanzpaare. "Aber es wurde durchaus geduldet, sich etwas zuzuflüstern oder kleine Botschaften zuzustecken, man sollte sich ja kennenlernen", sagt Ole Kreuzer. Die Kostüme wurden übrigens speziell für diese Tänze angefertigt. Premiere hatten sie bei einem Auftritt der Tanzgruppe in Konstanz, der Stadt, in der der Reformator Jan Hus 1415 zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde.

Leuchtende Kinderaugen

Die Kennenlerntänze sind auch etwas für das Publikum. Bei trockenem Pflaster wird es gern, zum Mitmachen aufgefordert. Die Tanzgruppe der Briganten wird am zweiten Märzwochenende beim Bernauer Schwertkämpfertreffen Renaissance-Tänze vorstellen.

Unterdessen hat der Weihnachtsmann bei seinem Rundgang durch die Innenstadt viele Kinderherzen erfreut. "Für das Wetter ist Frau Holle verantwortlich, nicht ich", stellt er klar. Aber unabhängig von der Schuldfrage: In leuchtende Kinderaugen konnte er oft sehen. Und wenn sie anfangs etwas zögerlich-schüchtern waren, veränderte sich das schnell.

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