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Schwimmen
Mit heißem Tee zum neuem Rekord

Britta Gallrein / 14.01.2020, 11:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Warmer Tee. Der ist wichtig, wenn man das vorhat, was der Eberswalder Andreas Saremba am Wochenende getan hat. Obwohl es vermutlich sowieso nicht so viele Menschen gibt, die es ihm gleich tun wollen. Saremba ist nämlich 53 Kilometer geschwommen. Ja – richtig gelesen: 53 Kilometer. Das ist weiter als ein Marathon. Genau 2120 Bahnen durchpflügte der 50-Jährige dafür das Wasser im Eberswalder Schwimmbad baff im Rahmen des 24-Stunden-Schwimmens.

Das vom Kreissportbund gesponserte Dauerschwimmen hat bei dem Eberswalder Tradition. Im vergangenen Jahr schwamm er 52 Kilometer. Diesmal wollte er das noch toppen. Von Freitag, 15 Uhr bis Samstag, 13 Uhr, war er dafür im Wasser. Krämpfe, eine Zerrung im Arm, Frieren und Erschöpfung konnten ihn nicht stoppen. Als er nach 22 Stunden aus dem Wasser stieg, sei er aber schon ganz schön erleichtert gewesen, gibt Saremba aller-dings zu.

"In den ersten zwölf Stunden bin ich 30 Kilometer geschwommen, das ging eigentlich ganz gut. Aber dann musste ich Tempo raus nehmen. Der Körper war ganz schön runter", berichtet er. Seine Strategie: "Ich bin jede Stunde für 15 Minuten aus dem Wasser gegangen, hab mich abgetrocknet, Sachen angezogen und dann raus an die frische Luft und heißen Tee getrunken", berichtet Saremba. Das habe ihm seine Ärztin geraten. "Bei der Schmutzbelastung während so eines Wettkampfs ist die Chlorkonzentration im Wasser sehr hoch und das reizt die Schleimhäute über so eine lange Zeit, deshalb sollte ich immer wieder frische Luft tanken. Das hat auch toll funktioniert."

Der tote Punkt kam für den Schwimmer in der Zeit zwischen vier und sieben Uhr morgens. "Das war wirklich hart, weil man da fast alleine in der Halle ist", erinnert sich Saremba. Da sei es ihm schon deutlich schwerer gefallen, wieder ins kühle Nass zu tauschen. Das hat übrigens eine Temperatur von 28 Grad, die Lufttemperatur betrug 30 Grad. "Man empfindet das aber mit der Zeit als immer kälter, je müder der Körper wird", schildert der Sportler, der sich seit November auf das Event vorbereitet hatte. "Die Wärmeregulierung des Körpers funktioniert dann nicht mehr so richtig." Mit Hilfe des heißen Tees habe er das, so gut es geht, bekämpft. Sechs Thermoskannen des warmen Getränks nahm er während seiner Pausen zu sich. Gegen 5 Uhr kam dann noch eine Zerrung des Oberarms dazu – Saremba konnte nur noch einarmig schwimmen, ließ den verletzten Arm einfach hängen. "Blöd, aber eben nicht zu ändern."

14 Stunden am Stück geschlafen

Am Sonnabend um 8 Uhr gab es Unterstützung in Form von Freund Paul Sippmann.  "Ich schwamm so dicht hinter ihm, dass ich fast seine Füße berührte. Da schwimmt man im Strudel mit, ähnlich wie im Windschatten beim Radfahren", erklärt Saremba. Am Vormittag sei ihm das Schwimmen wieder leichter gefallen. "Da wusste ich, dass ich es schaffe." Und das tat er. Nachdem der Zähler an der kurzen Seite des Beckens den letzten Strich auf der Liste gemacht und damit die 53 Kilometer festgehalten hatte, war es um 13 Uhr geschafft und Andreas Saremba kletterte zum letzten Mal aus dem Becken.

"Kurz danach merkt man die Erschöpfung gar nicht so sehr, aber danach habe ich 14 Stunden am Stück geschlafen", berichtet er lachend. "Nach Frühstück und einem Spaziergang ging es mir dann aber schon wieder besser." Erleichtert ist er schon, dass er es geschafft hat. "Man kann sich noch so gut vorbereiten, man weiß nie vorher, ob es gelingt. Das entscheidet die Tagesform."

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