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Tanzsport
Aus der Traum von der Königsklasse

Britta Gallrein / 12.02.2020, 11:00 Uhr
Bernau (MOZ) Nach Platz 7 beim dritten Saisonturnier in Göttingen ist der Abstieg des Tanzclubs Bernau aus dem Oberhaus des Formationstanzes so gut wie besiegelt. Waren die Bernauer noch voller Hoffnungen nach Göttingen gereist, war die Jury-Wertung dann doch ein harter Schlag. Und ein bitterer Beigeschmack bleibt.

Denn die Bernauer waren in der vergangenen Saison mit ihrer brandneuen Choreographie zur eigens umkomponierten Musik von DJ Avicii sehr gut angekommen, hatten sich auf Platz 5 etabliert. In diesem Jahr liebäugelten sie daher schon so ein wenig mit dem Sprung auf Platz 4. Doch es kam anders. Schon bei der Deutschen Meisterschaft im November schaffte es die Formation aus der Hussitenstadt nur auf Rang 7 und diese Platzierung bestätigte sich auch bei den ersten beiden von insgesamt fünf Turnieren.

"Die beiden Aufsteiger Nienburg und Bocholt sind aber auch eine viel stärkere Konkurrenz als die Teams in der Saison davor", räumt Bernaus Trainerin Melanie Ahl-Jende ein. Dass es für den TC aber immer nur zum vorletzten und damit Abstiegsplatz reichte, sah offenbar nicht jeder so. Zumal die Bernauer keine größeren Patzer in ihren Choreographien hatten.

Turnier geht nach Bocholt

Was auffällig war: Bereits beim zweiten Saisonturnier in Nienburg sprach sich in Trainerkreisen herum, dass der größte Bernauer Konkurrent, TSV Bocholt auf Platz 6, bereits den Zuschlag für die Ausrichtung eines Turniers in der kommenden Saison bekommen hatte – genau für dieses Turnier hatten sich auch die Bernauer beworben.

Eine Regelung, die Melanie Ahl-Jende kritisiert. "Man sollte die Vergabe der Turniere erst nach Ablauf der Saison machen, wenn feststeht, wer abgestiegen ist", findet sie. Dass ein Verein ein Turnier ausrichtet, der selber nicht mehr in der Liga ist, ist zwar möglich, wäre aber sehr ungewöhnlich.

So wird mit Bernau der einzige Verein aus dem Osten Deutschlands die 1. Bundesliga im Standard-Formationstanz nach zwei Jahren wieder verlassen.

Nach der Bekanntgabe der Platzierungen sei die Stimmung natürlich gedrückt gewesen, weiß Heike Körnig, Pressesprecherin des Vereins. "Unsere Kapitänin Daniela Spremberg meinte noch: Jetzt, wo gerade alle gelernt haben, wie man den Namen Bernau richtig ausspricht", berichtet sie lachend.

Dabei habe ihr Team auch in Göttingen wieder gut getanzt", findet Trainerin Ahl-Jende. "Sie hätten den sechsten Platz eigentlich verdient gehabt. Zumal Bocholt nur mit sieben Paaren angetreten war und man ihnen die Unsicherheit schon angemerkt hat."

Zukunft ist ungewiss

Ob das Formations-Team des TC Bernau zusammenbleiben und sie selbst Trainerin bleiben wird, wenn es in die zweite Liga geht, darüber möchte sich Melanie Ahl-Jende noch nicht äußern. "Jetzt wollen wir die Saison erst einmal vernünftig zu Ende bringen." Auch wenn es nicht einfach werde, sich für die letzten zwei Turniere zu motivieren. "Aber wir wollen uns in den nächsten zwei Turnieren ja auch noch gut präsentieren." Die Trainerin blickt positiv in die Zukunft: "Natürlich ist es sehr schade, dass wir absteigen. Aber das ist ja auch eine Chance für einen Neubeginn. Es ist doch auch toll, in der zweiten Liga wieder neu anfangen zu können."

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