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Schnelles Handy-Internet
Bernauer diskutieren über Vor- und Nachteile des neuen Funkstandards G5

BVB/Freie Wähler baten am Freitag zum Podiumsgespräch zur G5-Einführung in Bernau.
BVB/Freie Wähler baten am Freitag zum Podiumsgespräch zur G5-Einführung in Bernau. © Foto: Wolfgang Rakitin
MOZ / 17.02.2020, 19:57 Uhr
Bernau (MOZ) Bedeutet das 5G-Netz den "Supergau" für die menschliche Gesundheit und den Datenschutz oder kursieren lediglich "viele Halbwahrheiten" um den Aufbau des neuen Mobilfunk-Standards? Die Einordnungen von zwei Diskussionsteilnehmern beschreiben die beiden Standpunkte, die die Podiumsdiskussion bestimmten, zu der BVB/Freie Wähler in Bernau eingeladen hatten. Das Interesse war riesig, in der Rotunde an der Zepernicker Chaussee blieben wenige Stühle frei.

Es gebe schon beim G2-Standard Missbildungen, hielt Thomas Löb vom Aktionskreis 5G-freies Berlin-Brandenburg fest. Das Problem sei, dass die Befürworter große Studien als Nachweis einfordern. Dass es "Belastungen gibt, aber eben keine belastbaren Studien", darauf wies André Göbel, Geschäftsführer der Digitalagentur Brandenburg hin. Grundsätzlich sei die Strahlenbelastung für den Menschen bei 5G geringer als bei 4G, da die Streubreite der nunmehr gebündelten und gerichteten Strahlung geringer sei. Die Belastung sei "nicht so hoch", unterstrich der IT-Journalist Achim Sawall. G5 reduziere die Funklöcher und damit die Suchstrahlung der Handys. Vor einer Mikrowelle sei die Belastung größer. Die Zuhörer fragten darüber hinaus nach den Gefahren für Schwangere, in Kindereinrichtungen oder Schlafräumen, erhielten jedoch kaum konkrete Antworten.

Datenschutz oder Geschäft?

Dass bei 5G "Firmengeheimnisse mitgelesen werden können", kritisierte Thomas Löb. André Göbel ließ dies nicht gelten. Der neue Standard müsse als Infrastruktur genauso sensibel genutzt werden wie andere Kommunikationsmittel. So sollten selbst E-Mails nicht unverschlüsselt gesendet werden. Auch wenn der Schutz bei 5G nicht hundertprozentig sei, ergänzte Achim Sawall, so sei es sicherer als 4G.

Die Anwendungsmöglichkeiten bildeten einen weiteren Schwerpunkt. 5G als Grundlage für das mobile Internet und das Internet der Dinge ermögliche autonomes Fahren ebenso wie die Notfallversorgung und Telemedizin im ländlichen Raum, so André Göbel. Für Thomas Löb ist es hingegen für den Konsumenten "kaum von Vorteil, aber für die Industrie ein riesengroßes Geschäft" und eine Möglichkeit der Überwachung in allen Lebensbereichen.

Als Gastgeber regte der Landtagsabgeordnete Péter Vida (BVB/Freie Wähler) an, die Auswirkungen des in Bernau aufgestellten 5G-Mastes zu untersuchen. Er sprach sich für die infrastrukturelle Erschließung auf dem Land ebenso wie in Ballungsräumen aus, sofern es gelinge, die Risiken auszuräumen.

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