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Zeugen gesucht
Polizei geht von Tötung von Max R. in Eiche aus

Christian Heinig / 24.02.2020, 20:00 Uhr - Aktualisiert 25.02.2020, 14:08
Ahrensfelde (MOZ) Was genau ist am 31. Juli 2018 geschehen? Warum verlor der 13-jährige Max R. an diesem Tag auf dem Gelände der alten Kläranlage am Mehrower Weg in Eiche (Landkreis Barnim) sein Leben? Es sind Fragen, die nicht nur die Familie des Jungen bis heute beschäftigen, sondern auch die Beamten der Barnimer Kriminalpolizei. Und inzwischen schließen sie ein Gewaltverbrechen nicht mehr aus.

"Es steht ein Tötungsdelikt im Raum", sagt der leitende Ermittler von der Mordkommission Eberswalde, Jens Höwer, gegenüber der MOZ. Auch deshalb bittet die Kriminalpolizei nun erneut um Hinweise aus der Bevölkerung. Sie hofft auf Zeugen, die Max R. oder andere Personen am besagten Tag in der Nähe des brachliegenden Geländes gesehen haben. Helfen soll dabei ein Porträtfoto, das die Mutter zur Verfügung gestellt hat.

Der Fall des Jungen aus Berlin-Marzahn, der am vergangenen Sonntag auch Thema in der rbb-Sendung  "Täter, Opfer, Polizei" war, gibt für die Ermittler noch immer Rätsel auf. Ein Spaziergänger hatte den Jungen am 2. August leblos auf einem Feld an der alten Kläranlage entdeckt.

Er war bereits seit dem 31. Juli als vermisst gemeldet worden. Und spätere Untersuchungen ergaben, dass er auch an jenem Tag ums Leben kam. Nur wie? "Ein gesunder 13-Jähriger Junge fällt ja nicht einfach tot um", sagt Hauptkommissar Höwer.

Sicher ist, dass sich Max R. am 31. Juli mit einem 15-jährigen Kumpel getroffen hat. Sie sollen sich von Marzahn-Nord aus zu Fuß in Richtung des Geländes in Eiche gemacht haben, keine zwei Kilometer liegt das entfernt. Was dort dann passiert ist, bleibt bislang mysteriös.

Kaum es vielleicht zum Streit zwischen beiden? Waren noch andere Personen involviert?

Der Freund von Max R. konnte bislang keine eindeutigen Angaben zu diesem Tag machen. Er hatte angegeben, später in den Marzahner "Gärten der Welt" völlig desorientiert aufgewacht zu sein. Er wies zudem Blutspuren auf. Erinnern könne er sich aber angeblich an nichts, wie er auch gegenüber der Frankfurter Staatsanwalt erklärt hatte.

Der Verdacht stand deshalb im Raum, es könnten Drogen oder giftige Substanzen im Spiel gewesen sein. Mehrere toxikologische Gutachten wurden laut Kripo in Auftrag gegeben. Alle ergebnislos. Einen Unfall schließen die Ermittler inzwischen ebenfalls aus. Also doch ein Gewaltverbrechnen?

Dafür könnte sprechen, dass Max R., als er gefunden wurde, nur noch teilweise bekleidet war. Hinweise auf eine Gewalteinwirkung konnten jedoch nicht nachgewiesen werden. Doch dafür gibt es eine mögliche Erklärung: Der Leichnam war fast zwei Tage sommerlicher Hitze von mehr als 30 Grad ausgesetzt. Das könne laut Kripo zu starken körperlichen Veränderungen führen. "Brüche konnten wir in jedem Fall nicht feststellen", so Hauptkommissar Höwer.

Neue Spur durch BMX-Rad?

Dafür gibt es nun einen neuen Ermittlungsansatz. Im Mittelpunkt dabei: ein gelbes BMX-Rad. Mit diesem wurde Max R. wenige Stunden, bevor er starb, im Fahrstuhl eines Hochhauses in Berlin-Marzahn gefilmt – beim hoch- und runterfahren. Das Erstaunliche daran: Er besaß selbst kein BMX-Rad. Woher stammte es also? War es geliehen? Geklaut? Wollte er es vielleicht auf dem Gelände der alten Kläranlage zu Geld machen – und irgendwas ging schief? Am Fundort der Leiche jedenfalls fehlte von dem BMX-Bike später jede Spur. "Es könnte eine Rolle spielen und uns weiterhelfen", sagt Höwer.

Nur kurz nach Ausstrahlung der rbb-Sendung hat der Kriminalkommissar bereits am Montag vier neue Hinweise entgegengenommen. "Sie haben zwar nur wenig Substanz, aber wir sind für jede Hilfe dankbar", sagt Höwer.

Zeugenaufruf: Wer zwischen dem 31. Juli bis 2. August 2018 etwas Auffälliges auf dem Gelände des alten Klärwerkes im Ahrensfelder Ortsteil Eiche beobachtet hat, kann sich an die Kriminalpolizei wenden: telefonisch unter 03334 27992720 oder auf der Webseite der Polizei Brandenburg.  

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