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Corona-Krise
Freiwillige Blutspender in Eberswalde benötigt

Damit der Lebenssaft besser fließt: Werktäglich sind bundesweit etwa 15 000 Blutspenden nötig, um den Bedarf zu decken.
Damit der Lebenssaft besser fließt: Werktäglich sind bundesweit etwa 15 000 Blutspenden nötig, um den Bedarf zu decken. © Foto: dpa
Viola Petersson / 26.03.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 10:09
Eberswalde (MOZ) Sogenannte elektive Eingriffe, planbare Operationen, werden verschoben. Klinikbetten stehen leer. Gleichwohl rufen die Blutspendedienste zum Aderlass auf. So auch das DRK, das im Oberbarnim den lebensrettenden Saft zapft. Ein Appell, der gerade jetzt in Corona-Zeiten an die Freiwilligen gerichtet ist.

Noch sei die Versorgungslage bei Blutpräparaten, bei Konserven, zwar relativ stabil, heißt es beim Blutspendedienst Nord-Ost. Dies könne sich jedoch mit der weiteren Ausbreitung des Coronavirus sehr schnell ändern. Gleichwohl stellt die Pandemie das DRK schon jetzt vor große Herausforderungen. Spendeorte seien durch Schließungen weggebrochen. Spender seien verunsichert oder unterliegen nach Reisen Sperrfristen (siehe Info-Kasten).

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Strengere Zugangskontrollen für Blutspende

Zudem gelten erhöhte Sicherheitsbestimmungen. Aus diesem Grund ist auch das DRK-Blutspendemobil aktuell nicht im Einsatz. "Dort könnten wir den Mindestabstand von anderthalb Metern nicht garantieren", erklärt Kerstin Schweiger, Pressesprecherin beim DRK-Dienst. So dass am Mittwoch Spender in Eberswalde also nicht im Bus 500 Milliliter des roten Saftes abgaben, sondern direkt im Kino. Obwohl das Filmtheater selbst für Vorführungen seit Ausbruch der Epidemie geschlossen ist, habe der Inhaber das Haus für die Blutspende zur Verfügung gestellt, bedankt sich Schweiger. Allein: Medienvertreter sind bei den Terminen "aus Sicherheitsgründen" nicht mehr zugelassen. Weshalb auch wir keinen Eintritt haben.

Das mögliche Ansteckungsrisiko für Spender und Personal müsse so gering wie möglich gehalten werden, erklärt Schweiger. Zu den Vorkehrungen gehören deshalb strengere Zugangskontrollen unter anderem mit einer Kurzanamnese sowie Fiebermessen. Zudem gebe es jetzt die Möglichkeit, um Kontakte zu reduzieren, einen Termin zur Spende auf der Homepage des DRK-Blutspendedienstes zu reservieren.

Eine Übertragung des Coronavirus durch Blut bezeihungsweise Blutkonserven sei übrigens "derzeit nicht anzunehmen", betont Professor Dr. Torsten Tonn, medizinischer Geschäftsführer des DRK-Dienstes Nord-Ost. "Weil das Virus bei symptomlosen Personen im Blut nicht nachweisbar ist." Der Hauptübertragungsweg, so hebt der Mediziner noch einmal hervor, sei die Tröpfcheninfektion. Aus diesem Grund werden die Spenden auch nicht auf das Coronavirus hin getestet. Sollten Spender jedoch innerhalb von 14 Tagen nach der Spende an Covid 19 erkranken beziehungsweise positiv auf das Coronavirus getestet werden, müssten sie dies unverzüglich d unter der Hotline 0800 1194911 dem DRK melden.

Trotz der schwierigen Situation seien in den vergangenen Tagen viele Freiwillige dem Aufruf zur Spende gefolgt. "Wir sind überwältigt von der hohen Resonanz", so Dr. Tonn, der hofft, dadurch den Bedarf an Konserven auch in den kommenden Wochen "auf einem ausreichend hohen Niveau" sichern zu können.

Bislang hohe Resonanz

Aktuell sind laut Blutspende-Barometer vor allem Spender für Blutgruppen mit negativem Rhesusfaktor gefragt, da dort die Bestände gering sind. Bundesweit seien werktäglich um die 15 000 Blutspenden nötig, um die Versorgung zu sichern.

Die Oberbarnimer sorgten am Mittwoch für ein Auffüllen der Reserven. Etwa Brit Engert und ihr Mann aus Althüttendorf. "Wir haben Urlaub. Eigentlich wären wir jetzt in Binz." Doch wegen Corona ist die Reise gecancelt. "Ich spende regelmäßig", so Brit Engert. "Und der Bedarf ist ja da." Auch Schwester Aileen, in Camilla-Jacke, hatte sich nach ihrem Dienst in die Warteschlange eingereiht. "Ich habe Blutgruppe 0. Die kann vielen helfen", so die Altenpflegerin aus Eberswalde.

Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung werden Spender gebeten, sich vor den Terminen auf der Webseite des DRK zu informieren.

Info:www.blutspende-nordost.de

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Wer darf aktuell spenden?

Aktuelle Sperrfristen: Vier Wochen nach der Rückkehr aus dem Ausland müssen Blutspender warten, wenn sie in Italien, Frankreich (Region Grand Est), Österreich (Bundesland Tirol), Spanien (Madrid), Iran, China (Provinz Hubei), Südkorea, Ägypten sowie den USA (Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York) waren.

Spendewillige, die Kontakt zu einem Covid-19-Fall oder einem Verdachtsfall hatten, werden ebenfalls für vier Wochen zurückgestellt.  Wer mit dem Coronavirus selbst infiziert ist (war) und erkrankte, muss nach der Ausheilung drei Monate mit der Spende warten.

Spenden dürfen: Menschen ab 18 Jahre, die sich gesund fühlen, und bis maximal 72 Jahre. Erstspender dürfen nicht älter als 65 sein. Männer dürfen sechs Mal pro Jahr Blut spenden, Frauen vier Mal.

Der Landkreis Barnim ruft ebenfalls Bürger dazu auf, Blut zu spenden. Die nächsten Termine sind: Eberswalde im Paul-Wunderlich-Haus am 31. März und 28. April jeweils von 14 bis 18 Uhr.⇥vp

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