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Verkehr
Radfahrer in Bernau sollen ihren eigenen Weg bekommen

Sie haben hier Vorrang: Die Fahrradstraße von Ladeburg nach Lobetal wird von vielen Ausflügern genutzt.
Sie haben hier Vorrang: Die Fahrradstraße von Ladeburg nach Lobetal wird von vielen Ausflügern genutzt. © Foto: Wolfgang Rakitin
Olav Schröder / 27.04.2020, 03:00 Uhr
Bernau (MOZ) Während in Wohngebieten die gemeinsame Nutzung der Fahrbahnen von Kraftfahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern auf sogenannten Mischverkehrsflächen umstritten ist und die Debatten anhalten, setzen Kommunen im Barnim bei viel befahrenen Straßen verstärkt auf eine Trennung von Rad- und Autoverkehr. Runter von der Straße, rauf auf den sicheren Radweg, lautet das Motto. So hatten sich Anfang des Jahres Panketaler Gemeindevertreter für diese Variante entschieden, als es um den teilweisen Ausbau der Verbindung von Ahrensfelde nach Schwanebeck und Berlin-Buch ging. Im noch unbebauten Bereich des Lindenberger Wegs soll ein separater Radweg entstehen, künftig vielleicht auch einmal eine extra Brücke für Radfahrer über den Berliner Ring (A 10). Jetzt steht Bernau vor einer ähnlichen Entscheidung: Drei Fraktionen wollen erreichen, dass der Status der Fahrradstraße zwischen Ladeburg und Lobetal aufgehoben wird und Radfahrer einen separaten, sicheren Weg neben der Fahrbahn erhalten.

BVB/Freie Wähler, die Linke und die Bündnisgrünen haben damit eine Initiative aufgegriffen, die in der Bernauer Arbeitsgruppe Radverkehr geboren wurde. Gegenwärtig dient die Fahrrad-straße zwischen Lobetal und Ladeburg als Umleitung für die gesperrte Strecke von Rüdnitz nach Lobetal. Ihr Status ruht damit vorerst, mindestens bis Ende des Jahres. Da sich allerdings bereits in den vergangenen Jahren auch aufgrund der zunehmenden Bautätigkeit ein starker Autoverkehr auf der Fahrradstraße entwickelt hat, hatte Marcel Kerlikofsky, Leiter der Barnimer Unfallkommission, in der Arbeitsgruppe angeregt, dass sich Bernau überlegt, ob es den Status für die Strecke aufrecht erhalten will oder eine andere Lösung anstrebt. Auf einer ausgewiesenen Fahrradstraße haben Radfahrer bestimmte Vorrechte, dürfen zum Beispiel nebeneinander fahren. Für die Lobetaler Strecke gibt es jedoch zunehmend Klagen, dass Radfahrer wegen des starken Autoverkehrs immer öfter abgedrängt werden. An den 20 Unfällen in den vergangenen fünf Jahren war zwar nur in einem Fall ein Radfahrer beteiligt. Auch wenn dieser unverletzt bliebt, werden schwerere Unfälle nicht mehr ausgeschlossen.

Jan Heide (BVB/Freie Wähler), Heidi Scheidt (Linke) und Jonathan Etzold (Bündnis90/Die Grünen) sprechen sich in dem gemeinsamen Antrag dafür aus, dass die Stadt bei einer weiteren Zunahme des Pkw- und Lkw-Verkehrs schon jetzt auf eine Lösung für "alle Verkehrsteilnehmer, auch Fußgänger" setzen sollte und eine "Straße mit separatem Radweg für beide Richtungen" realisiert. Die zur Verfügung stehene Fläche reiche. Auch die beiden Ortsvorsteher Hans-Günther Hartmann und Jens Thaute würden diese Variante favorisieren.

Vorgeschlagen wird in dem Antrag, für 2021 Planungs- und Fördermittel für den Bau eines separaten Rad- und Fußwegs zu beantragen und die Fertigstellung 2022 anzustreben.

Auch beim Bau der Ladesstraße am Bernauer Bahnhof wird auf die Trennung von Radfahr- und Autoverkehr gesetzt. Zwar werden Radfahrer die Ladestraße befahren können, doch die Stadtverwaltung favorisiert auch hier die Nutzung der parallel verlaufenden Fahrradtrasse an.

Für Fußgänger und Autofahrer

Die AG Radverkehr um Michael Klitsch hat sich außerhalb der Stadtverordnetenversammlung gegründet und strebt überparteilich Verbesserungen für Radfahrer jeden Alters an. Ihrem Selbstverständnis nach sollen die Impulse auch im Sinne von Fußgängern und Autofahrern sein, wohl wissend, dass jeder auch zu Fuß geht und viele Rad und Auto fahren. Die Treffen der AG sind offen für alle und werden intensiv von Kommunalpolitikern und Entscheidungsträgern der Stadt- und Kreisverwalttung besucht.

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Jörg Schönner 01.05.2020 - 08:55:31

Herr Müller

Ach ja,fahren sie mal nach Rügen und meine Nachbarin durfte nicht zum Gottesdienst an Ostern,selbst das sitzen auf einer Bank war teilweise verboten und und und !

Paul Müller 01.05.2020 - 06:22:06

Es wurde lediglich die Versammlungsfreiheit eingeschränkt ...

... weder die Religionsfreiheit oder sonstiges aus dem Grundgesetz ;-)

Jörg Schönner 30.04.2020 - 17:59:17

Teilweise auf alle Fälle

Relegionsfreiheit oder Demonstrationsfreiheit,waren ausgesetzt und werden jetzt teilweise wieder eingeführt.Gilt auch für einige andere Rechte des Bürgers. Aber es ging wohl eher um nebeneinander fahrende Radler.

Paul Müller 30.04.2020 - 15:40:24

Wurde denn das Grundgesetz ausser Kraft gesetzt , Herr Schönner ?!

...

Jörg Schönner 30.04.2020 - 14:00:23

Herr Müller

Wurde neben dem Grundgesetz auch STVO außer Kraft gesetzt? Lesen sie doch noch einmal nach.

Paul Müller 30.04.2020 - 12:58:31

Und dann 2 Meter Sicherheitsabstand ?

... zu nebeneinander fahrenden Fahrradfahrern ? Vorgestern ist mein 2m Abstand beim Überholmanöver vom mehren Fahrradfahrern, welche in den von mir eingehaltenen Sicherheitsbereich rein-geschlenkert sind, fahrlässig verringert worden. Eigentlich wollte ich eine Vollbremsung hinlegen :) - um mich nicht „Strafbar“ zu machen, dann wäre mir aber vermutlich der Hintermann reingeknattert ...

Jonathan Etzold 30.04.2020 - 10:43:35

Status: Fahrradstraße ist bereits aufgehoben

Der Status der Fahrradstraße ist durch verkehrsrechtliche Anordnung des Landkreises Barnim bereits aufgehoben zur Zeit, weil die Straße wegen Sperrung der Kreisstraße Rüdnitz-Lobetal die einzige Verbindung nach Lobetal derzeit ist. Aufgrund der Tatsache, dass die Straße mehr Autoverkehr aufweist als Fahrradverkehr, wird diese Anordnung vom Kreis vermutlich nie zurückgenommen werden. Somit haben wir bereits heute dort keine Fahrradtraße mehr durch die Baumaßnahme an der Kreisstraße nach Rüdnitz. Um diesen dauerhaften Misstand zu beheben, ist ein baldiger Ersatz erforderlich. Sonst blamiert sich Bernau / der Landkreis mit seiner Wegeführung des überregionalen Radweges bis auf die Knochen. Da bereits jetzt erkennbar ist, dass diese Notwendigkeit besteht, wurde der gemeinsame Antrag gestellt. Im Übrigen dürfen Radffahrer seit dem 29.04.2020 auch auf normalen Straßen nebeneinander fahren, da sie nie mehr Platz als ein PKW beanspruchen- ausgenommen Einengungen möglicherweise. Mit der Änderung der STVO sollten Autofahrer diese neue Rechtssituation akzeptieren lernen und nicht hupen, weil sie sich im Recht glauben. Man wird sehen, wann die sich die Änderungen der neuen STVO herumgesprochen haben. Auch die Presse hat hier eine Aufklärungsaufgabe.

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