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Kinderbetreuung
Kita-Türen in Bernau etwas weiter geöffnet

Olav Schröder / 22.05.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 07:51
Bernau (MOZ) Nachdem am Dienstag Bildungsministerin Britta Ernst die Vorgaben für die weitere Öffnung der Kita-Betreuung und damit für den Einstieg in den eingeschränkten Regelbetrieb in den Kindereinrichtungen erläutert hat, sind nun die Kommunen am  Zug. Im Barnim wurden die Vorbereitungen am Mittwoch mit Abstimmungen zwischen den Kommunen und dem Landkreis aufgenommen. Dies erfolgte nicht ohne Kritik. Kommunale Vertreter warnen vor zu hohen Erwartungen.

Nach den Bekanntmachungen des Brandenburger Bildungsministeriums soll im Landkreis Barnim der eingeschränkte Regelbetrieb in den Kindertagesstätten in der kommenden Woche beginnen. In der Stadt Bernau wird dies ab dem kommenden Mittwoch, also ab 27. Mai, erfolgen.

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Ab dem Tag können in den Kitas der Stadt neben den bereits notbetreuten Kindern auch Vorschulkinder betreut werden, jedoch nur an einem Tag in der Woche für vier Stunden. Damit entspricht die Stadt den Vorgaben aus dem Bildungsministerium.

Die Eltern, die diese Betreuung für ihre Kinder, die unmittelbar vor der Einschulung stehen, in Anspruch nehmen wollen, sollen ihren Betreuungsbedarf bis Dienstag, 26. Mai, in der Kitaverwaltung anmelden.

Die Bernauer Kitaverwaltung ist telefonisch unter der Nummer 03338 365326 beziehungsweise unter der E-Mail-Adresse kindertagesstätten@bernau-bei-berlin.de zu erreichen. Durch die Stadt erhalten die Eltern dann alle weiteren Informationen zum Ablauf, zum Tag beziehungsweise der Betreuungszeit.

Schon bei früheren Entscheidungen zur Öffnung der Schulen hatte es von Stadtverordneten und Kreistagspolitikern Kritik an dem Vorgehen der Landesregierung gegeben. Einerseits fehlten direkte Informationen an die kommunalen Verwaltungen, andererseits sei die Zeit zur Umsetzung der Verordnungen viel zu knapp, wenn diese erst freitags nachmittags beschlossen würden.

Auch diesmal blieb die Kritik nicht aus. "Wir sind händeringend bemüht, mit den ungenauen Vorgaben umzugehen. Doch die derzeitige Situation manövriert uns Kommunen in die Lage, das Perpetuum mobile zu erfinden", sagte Bernaus Bürgermeister André Stahl. Das Land hätte sich entscheiden müssen, ob es den Regelbetrieb wieder aufnehmen und den Infektionsschutz umfassend absichern will. Er selbst hätte sich eine deutlich weitergehende Öffnung der Kitas gewünscht, auch angesichts eines dann nicht auszuschließenden Infektionsfalls. "Die Menschen brauchen endlich wieder Perspektiven", so Stahl. "Wir werden mit dem Virus noch viele Monate leben und werden möglicherweise auch in einer Kita einen Quarantänefall bekommen. Dafür könne aber vorsorglich ein Maßnahmeplan aufgestellt werden", so Stahl. Fraglich sei der eingeschränkte Regelbetrieb nicht zuletzt im Hinblick auf die lediglich vierstündige Betreuung pro Woche, zumal angesichts der bald bevorstehenden nahenden Einschulung.

Bereits die Notfallbetreuung bringt die Kommunen an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Zahl der genehmigten Anträge auf Notbetreuung beträgt in Bernau nach Auskunft der Stadtverwaltung zurzeit 858. Es werden allerdings nicht alle in Anspruch genommen. Erfahrungsgemäß haben einige Eltern die Betreuung sicherheitshalber beantragt, haben dann aber doch noch eine andere Lösung gefunden. Unterm Strich werden somit von den genehmigten Plätzen aktuell 628 genutzt.

Die Auslastung in den Einrichtungen, die allein schon mit dieser bisherigen Notbetreuung erreicht wird, ist unterschiedlich, aber teilweise sehr hoch. Die untere Grenze liegt bei 28 Prozent. Die Einrichtung mit der stärksten Auslastung erreicht fast 50 Prozent. Stahls Kritik: "Einerseits sollen wir uns an die Auflagen der Eindämmungsverordnung und den sehr strikten Hygienebestimmungen halten, andererseits sollen wir immer mehr Kinder in den Einrichtungen aufnehmen. Beides zu vereinen ist denkbar schwierig. Die Leidtragenden sind vor allem die Eltern. Für die wird die Situation immer komplizierter."

Das brandenburgische Bildungsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Landkreise entscheiden können, ob sie den eingeschränkten Regelbetrieb "im Hinblick auf verfügbare Betreuungskapazitäten" aufnehmen wollen. Ab dem 25. Mai sind demnach weitere Schritte zur Öffnung des Betriebs der Kindertagesbetreuung möglich. Unter dem "eingeschränkten Regelbetrieb" wird eine Regelung verstanden, die über die derzeit geltende "erweiterte Notfallbetreuung" auch die Betreuung anderer Kinder zulässt.

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