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Mike Ortmann startet am Nürburgring.

Mit dem Neuen on Tour: Mike David Ortmann und sein Audi R8 im ersten Rennen der Langstreckenserie.
Mit dem Neuen on Tour: Mike David Ortmann und sein Audi R8 im ersten Rennen der Langstreckenserie. © Foto: privat
Britta Gallrein / 09.07.2020, 19:11 Uhr
Blumberg Auf den Rausch der Geschwindigkeit, den Geruch von Benzin in der Nase und dem Vibrieren des 585 PS starken Rennwagens in den Knochen muss der Blumberger Rennfahrer Mike Ortmann in diesem Jahr nicht verzichten. Der 20-Jährige geht bei der  Nürburgring Langstreckenserie an den Start. Dabei hatte die Corona-Pandemie seinen Plänen eigentlich schon einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Eigentlich wollte der Barnimer wieder beim Rennen in der Liga der Supersportwagen, dem GT Masters, an den Start gehen. Statt im Audi sollte es diesmal mit einem Porsche 911 GT3 R auf die Strecke gehen. Ortmann war als Fahrer für das KüS Team75 Bernhard engagiert. Doch daraus wurde nichts. "Es gab bedingt durch die Corona-Pandemie finanzielle Engpässe, deshalb haben wir uns getrennt", erklärt Ortmann, der zugibt: "Natürlich ist man erst einmal ganz schön niedergeschlagen, wenn man drei Jahre GT Masters gefahren ist und dann einsehen muss, dass es in diesem Jahr nicht klappt. Aber wir konnten es einfach nicht stemmen, weil auch Sponsoren abgesprungen sind", berichtet der 20-Jährige, der Verständnis für die Sponsoren zeigt. "Es muss eben jeder sein Geld im Moment zusammen halten und zur Zeit ist es sehr schwierig, jemanden für den Motorsport zu begeistern oder genrell für etwas, was mit Emotionen und Spaß verbunden ist."

On Tour mit gutem Bekannten

Jetzt habe man aber einen guten Weg gefunden. Mit seinem Team Car Collection Motorsport, mit dem er schon in Dubai startete, wird er bei der Nürburgring Langstreckenserie an den Start gehen – diesmal mit einem Auto, das er gut kennt: dem Audi R8 LMS. "Da freue ich mich auch riesig drauf", sagt Ortmann. "Das ist auch keine Notlösung. Im Gegenteil: Auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt weiter Erfahrung zu sammeln, ist für meine weitere Entwicklung sehr wichtig. Außerdem bleibe ich so im Renngeschehen und kann mich unter allen wichtigen Herstellern präsentieren."

Das erste Rennen, die 51. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy, hat er mit seinem Team schon hinter sich. "Es war ein bisschen komisch ohne unsere Fans an der Strecke zu fahren. Der Nürburgring und die Nordschleife leben ja von den Fans. Beim letztjährigen 24-Stunden-Rennen waren sage und schreibe über 200 000 Menschen dabei. Diesmal waren keine Zuschauer erlaubt. Dadurch fühlt es sich nicht ganz so cool an wie sonst. Aber ich glaube, dass alle froh waren, überhaupt wieder Rennen fahren zu können." Ortmanns Team schlug sich gut. "Das erste Rennen nutzen insbesondere die Hersteller, um ihre Profiteams auf das 24-Stunden-Rennen vorzubereiten. Hier ist dann schon die gesamte weltweite GT3 Fahrer-Elite am Start. Das wir am Ende sogar den Sprung in die Top 10 von 100 Teams geschafft haben, lässt uns bei den nächsten Rennen hoffen, noch etwas weiter nach vorne zu kommen. Am kommenden Wochenende sind über 150 Fahrzeuge gemeldet, alleine in der GT3 Klasse sind es 30 top besetzte Autos. Das wird schon eine ordentliche Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle."

Die "Grüne Hölle" wartet

Nicht umsonst heißt die Nordschleife in der Motorsport Szene "Grüne Hölle".  "Du musst in jeder Sekunde hellwach sein, 75 Kurven, keine Auslaufzonen – da wird jeder Fehler sofort bestraft", berichtet Ortmann, der sich am Donnerstag schon wieder auf den Weg zum Nürburgring gemacht hat. Sonnabend um 12 Uhr fällt dann der Startschuss für das vierstündige Rennen. Das gleiche erwartet Ortmann am Sonntag im dritten Rennen.

Fahrerwechsel inklusive

Während der vierstündigen Renndistanz legen die Teams drei Stops inklusive Fahrerwechsel und Tanken ein. Da gilt: Beim Fahrerwechsel muss es flott gehen. "Hier es ist nicht ganz so wild, weil wir vorgeschriebene Standzeiten von sechs Minuten haben, das ist recht entspannt. Beim Rennen in Dubai zum Beispiel gab es keine vorgeschriebene Standzeit während der Boxenstopps. Da haben wir es auch mal in zehn Sekunden geschafft."

Das Ziel für Ortmann und sein Team für diese Saison auf der Nordschleife: "Wenn wir bis zum Ende des Jahres den Sprung aufs Podium schaffen, dann wäre das schon eine ganz coole Sache."

Adrenalin-Kick über vier Stunden

175Fahrzeuge und mehr sind bei der Nürburgring Langstreckenserie am Start, die seit 1977 auf der Nordschleife des Nürburgrings ausgetragen wird.Das Besondere: Hier gehen die unterschiedlichsten Wagen an den Start, vom serienmäßigen Auto bis zum PS-starken Rennwagwen. Vier bis sechs Stunden dauert ein Rennen, die Fahrer wechseln sich dabei ab. Für die Zuschauer ist die Veranstaltung am Nürburgring generell besonders reizvoll, weil sie die Arbeit der Teams in den Boxen hautnah miterleben können. Für die Rennen an diesem Wochenende sind allerdings gemäß der Corona-Bekämpfungsverordnung keine Zuschauer zugelassen.Die Termine in diesem Jahr: 11. Juli, 12. Juli, 1. August, 29. August, 24. Oktober, 7. und 21. November. ⇥bag

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