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Vandalismus
Strandpromenade Wandlitz als No-go-Area gefürchtet

Bürger wendet sich an die Lokalpolitik von Wandlitz und fordert Reaktionen auf die Regelverstöße Jugendlicher. Diese Bank im Langen Grund wurde ebenfalls von Jugendlichen zerstört.
Bürger wendet sich an die Lokalpolitik von Wandlitz und fordert Reaktionen auf die Regelverstöße Jugendlicher. Diese Bank im Langen Grund wurde ebenfalls von Jugendlichen zerstört. © Foto: Gemeinde Wandlitz
Hans Still / 29.07.2020, 18:13 Uhr
Wandlitz (MOZ) Das Thema Vandalismus am Wandlitzsee wird nach der Sommerpause verstärkt die Kommunalpolitik beschäftigen.

Im Ordnungsausschuss setzt Ausschussvorsitzender Norbert Bury (AfD) das Thema prominent auf die Tagesordnung – am 13. August ("Goldener Löwe", Beginn 18 Uhr) steht dazu eine Diskussion ins Haus. Stützen können sich die Lokalpolitiker beispielsweise auf eine qualifizierte Bürgermeinung, die der Wandlitzer Lars R.* aus der profunden Sicht eines Schulleiters an Bürgermeister Oliver Borchert und alle Fraktionsvorsitzenden verschickte. R. möchte namentlich unerkannt bleiben.

Er fasst die Befindlichkeit der Wandlitzer so zusammen: "Viele Bürger sind nach Wandlitz gezogen, um hier in Ruhe und Frieden zu leben. Wir lieben die Natur und den Charakter der Gemeinde. Für uns ist es unerträglich, dass eine kleine Gruppe die Gemeinde derart tyrannisiert und die Gemeinde dem Treiben so hilflos ausgeliefert ist."

In seinem umfangreichen Schreiben spricht der Wandlitzer wichtige Aspekte an.  So habe sich der Bereich am Wandlitzsee inzwischen zu einer No-go-Area entwickelt und damit zu einem Bereich, den normale Wandlitzer abends oder nachts bewusst meiden, weil der "erschreckende Alkohol- und Drogenmissbrauch teilweise minderjähriger Jugendlicher" ihnen Angst machen würde. Diese Alkoholexzesse und der Drogenmissbrauch finde obendrein in einem geschützten und vermeintlichen rechtsfreien Raum statt, der noch dazu von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird. Klare Regelverstöße würden auch nicht sanktioniert. Damit sende die Gemeinde ein fatales Zeichen. "Damit wird der Zielgruppe suggeriert, dass ihr Verhalten gesellschaftlich akzeptiert wird. Ist das so?", fragt der Schulleiter.

Beschmierte Fassaden

Der Vandalismus zeigt sich in den Zerstörungen, an der beschmierte Fassade des Edeka-Marktes, auch am denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude. Diese Schmierereien müssten sofort entfernt werden, dies bleibe aber aus. Überhaupt müssten auf das Verhalten gegen die Regeln zügig Sanktionen folgen. Die Wandlitzer Streetworker sollten die Treffpunkte der Jugendlichen regelmäßig aufsuchen, den Drogen- und Alkoholkonsum beobachten und Gesprächsangebote unterbreiten. Ebenfalls nicht unwichtig: Der Kontakt zu den Eltern, von denen vermutlich einige selbst Hilfe benötigen könnten. Schließlich sollten die Kontrollen von Wachschutz und Polizei verstetigt werden, um eben klare Signale zu senden.

Zu welchen Einschätzungen die Kommunalpolitik kommt, darf nun abgewartet werden. Zunächst soll es auf Antrag der SPD im Park Bänke für die Jugendlichen geben, später noch Sonnensegel. Am Freitag will der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Zieke bei Bürgermeister Oliver Borchert vorbeischauen, um das Thema zu erörtern.*Name geändert

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