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Lagerstätten der Biogasanlage Lichterfelde werfen Fragen bei Anwohnerin auf

Ein großer Haufen sorgt für Unmut

Der Berg des Anstoßes: Der Geschäftsführer der Biogasanlage, Wolfgang Kasten, zeigt eine der zwei Silage-Mieten, die bei der Ortschaft Blütenberg lagern.
Der Berg des Anstoßes: Der Geschäftsführer der Biogasanlage, Wolfgang Kasten, zeigt eine der zwei Silage-Mieten, die bei der Ortschaft Blütenberg lagern. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 11.11.2014, 07:50 Uhr
Lichterfelde (MOZ) Sie sind unübersehbar: diese langgezogenen Haufen in der Landschaft, abgedeckt mit Planen und Reifen. Silage-Mieten nennen sie sich und sind nichts anderes als überdimensionale Einweckvorrichtungen. Die Anlagen beschäftigen die Anwohner, auch unweit von Lichterfelde.

In Silage-Mieten werden Getreide wie Mais und Hirse haltbar gemacht, bis sie etwa in Biogasanlagen Verwendung finden. Angesichts des Umfangs ist es nicht überraschend, dass sie Unmut erregen können. Bei der Ortschaft Blütenberg ist das nicht anders. Die Biogasanlage Lichterfelde hat dort eine Mais- und eine Hirse-Silage-Miete angelegt, die gut vier Meter hoch, rund 50 Meter lang und 15 Meter breit sind.

Das geschah auf einem Gelände, das der Biogasanlage gehört, das sich jedoch in Nachbarschaft eines Naturschutzgebietes befindet. Genau das hat Anwohnerin Yvonne Conrad zum Nachfragen veranlasst. Inwiefern ist die Anlage genehmigt? Wie lange wird sie dort liegen? Wofür ist sie gedacht? Und entstehen schädliche Sickerwässer?

Fragen, die der Geschäftsführer der Biogasanlage, Wolfgang Kasten, zu beantworten sucht. "Was dort lagert, ist nicht umweltschädlich", sagt Kasten und erklärt, was sich unter den Planen befinde. Noch vor der Ernte werde geprüft, ob der Wasseranteil in den Pflanzen stimme. Sobald es soweit ist, wird das Getreide geerntet, gehäckselt, Schicht für Schicht aufgebracht und von einer Raupe angewalzt. "Die Luft muss raus", erklärt Wolfgang Kasten die Prozedur, sodass nach Möglichkeit nur organische Substanz übrig bleibt.

Die Masse wird mit Planen und Netzen luft- und wasserdicht abgedeckt und mit Gewichten beschwert. Auf diese Weise ist der Haufen vor Wind, Wetter und Wildtieren geschützt, bis er abgetragen und in die Biogasanlage zur Energiegewinnung gebracht wird. Im konkreten Fall Blütenberg werde wohl im Frühjahr damit begonnen, die Silage-Mieten abzutransportieren. "Dann kommt einmal am Tag ein Trecker mit Hänger", kündigt Kasten an. Rund 90 Tage dauere es, bis eine Miete aufgebraucht ist.

Was die Feuchtigkeit darin angeht, ist der Zeitpunkt der Ernte entscheidend: Wenn man das Getreide zu früh vom Feld nehme, dann komme es zu Sickerwässern, erklärt Kasten. Die Biogasanlage aber warte, bis der Anteil an Trockensubstanz bei 34, 35 Prozent liege, so der Geschäftsführer.

Belege dafür will Wolfgang Kasten direkt an der fraglichen Silage-Miete erbringen. Er weist darauf hin, dass trotz der Hanglage kein Modder neben der Miete steht. Außerdem habe seine Firma im Vorfeld darunter Rasen ausgesät, als natürliche Festigungsschicht. Auch vonseiten der Behörden sei das alles genehmigt worden. "Wir haben ausreichend Abstand zu fließenden und zu stehenden Gewässern", sagt er.

Trotz mehrmaliger Presseanfrage war bisher keine Stellungnahme vom Kreis Barnim zu bekommen. Für heute wurde jedoch eine umfangreiche Äußerung in Aussicht gestellt.

Yvonne Conrad hat es ihrerseits vor zwei Wochen bei der Unteren Wasserbehörde versucht - ohne Erfolg. Auskunftsfreudiger war da ihr gegenüber die Untere Naturschutzbehörde. Von dort erhielt sie per Email die Antwort: "Ihre Besorgnis ist unbegründet. Die Silos schädigen den Naturhaushalt definitiv nicht." Im Anhang fand sie einen Auszug aus dem Brandenburger Landesrecht, der darauf hinweist, dass ein Trockensubstanzgehalt von mindestens 30 Prozent und eine vollständige Abdeckung ausschlaggebend seien. Yvonne Conrads Anfrage, ob die Zusammensetzung überprüft worden ist, blieb unbeantwortet.

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@hardy 06.12.2014 - 22:47:04

Zu Mozer

Diese Haufen gab es früher tatsächlich schon nur dienten sie anderen zwecken,nicht zum Verheizen ,und diese waren wesentlich kleiner. Heute wird der Mais nicht zu Nahrungszwecken für hungernde Bevölkerungsschichten oder arme Länder verwendet sondern lieber als Sprit-Zugabe oder Heizmaterial. Dazu müssen aber nicht die Städter aufs Land ziehen um das zu verstehen,was will man aber von solch einem Kommentar auch erwarten.Warum versteckt sich die Behörde dann oder hüllt sich in Schweigen ? Eventuell lesen auch mal die Umweltschützer solche Zeilen ,aber diese haben ja nur die Sonnenbrille auf. Nebenbei ,es ist nichts schlimmes an solchen Silagen ,wenn diese der Landwirtschaft dienen und dazu sind sie auch Notwendig nur für sogenannte Biogasanlagen ist es eine Frage des Geldes nicht der Nutzbarkeit.

Mozer 11.11.2014 - 16:01:55

Das kommt davon, wenn Städter aufs Land ziehen

Silage-Mieten gab es schon zu Großmutters Zeiten. Bloß heutzutage ziehen Stadtmenschen aufs Land, kennen aber Dörfer und Landwirtschaft nur aus Kinderbücher.

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