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Aufräumaktion bei Budde & Goehde

Einsatz an der einstigen Eisengießerei: Hartmut Ginnow-Merkert hebt eine ausgediente Trainingsjacke auf. Zehn Säcke wurden mit Unrat gefüllt, ein Anhänger mit Gartenabfall.
Einsatz an der einstigen Eisengießerei: Hartmut Ginnow-Merkert hebt eine ausgediente Trainingsjacke auf. Zehn Säcke wurden mit Unrat gefüllt, ein Anhänger mit Gartenabfall. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 27.03.2016, 06:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) In einer vorösterlichen Aufräumaktion hat eine überschaubare Anzahl von Mitgliedern des Vereins Unser Finowkanal und Anwohnern das Grundstück der ehemaligen Eisengießerei Budde & Goehde an der Bergerstraße 24 von Unrat, liegengebliebenem Herbstlaub und wildwucherndem Strauchwerk befreit. Der freiwillige Arbeitseinsatz am Mittwochabend war auf die Schnelle durch Hartmut Ginnow-Merkert initiiert worden, der dem Verein vorsteht, zu dessen wichtigsten Zielen gehört, die weitere Schiffbarkeit der Wasserstraße zu erreichen und die Zeugnisse der Industriekultur an ihrem Ufer aufzuwerten.

Das verwahrloste Backsteinensemble der einstigen Eisengießerei liegt zwar nicht direkt am Finowkanal, aber immerhin in dessen Nähe. "Es braucht nicht viel Phantasie, um sich die Fabrikgebäude als wunderschöne kuschelige Wohnanlage vorzustellen. Der Müll in ihrem Umfeld ist allerdings eine Zumutung", sagte Hartmut Ginnow-Merkert, bevor er die Ärmel hochkrempelte. Unterstützung bekam der Vereinsvorsitzende zum Beispiel von Anwohner Volker Passoke, der spontan mit zupackte. Der Anwalt und Vorsitzende der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung wies daraufhin, dass der Eigentümer des Areals einen Immobilienmakler eingeschaltet habe. "Ich fände es klasse, wenn die für die Bergerstraße typischen Industriebauten eine Zukunft hätten", sagte der freiwillige Helfer, der sich bereit erklärte, für das Umfeld der früheren Eisengießerei eine Finowkanal-Patenschaft zu übernehmen. Und sich damit verpflichtet hat, Ordnung und Sauberkeit im Blick zu behalten, bei kleineren Verschmutzungen selbst tätig zu werden und bei größeren Abfallmengen zeitnah Alarm zu schlagen. Aus der Nachbarschaft kam auch Emmy Schaft, die vor zwei Jahren von Thüringen nach Eberswalde gezogen ist. Die Rentnerin stieß zu den Aufräumern, nachdem sie ihren Einkauf nach Hause gebracht hatte, und half fleißig mit.

An die ehemalige Fabrik wird demnächst eine Informationstafel erinnern, die an der Bergerstraße 24 aufgestellt wird.

Die Eisengießerei war 1884 vom sächsischen Fabrikanten Carl Augustini gebaut und 1886 an die Ingenieure August Budde und Tassilo Goehde aus Berlin verkauft worden. Bis zum Konkurs der Firma 1930 haben bis zu 200 Beschäftigte dort vor allem Gullydeckel gefertigt.

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