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"Irgendwie wie Klassentreffen"

Der 84- jährige Eberswalder Rudolf Radecke war nicht ganz mit seiner Übung am Barren zufrieden.
Der 84- jährige Eberswalder Rudolf Radecke war nicht ganz mit seiner Übung am Barren zufrieden. © Foto: MOZ/Dirk Schaal
Gertraude Trautmann, Dirk Schaa / 13.04.2017, 07:40 Uhr
Eberswalde (MOZ) Sportler aus sieben Bundesländern kamen zum 41. Eberswalder Turnertreff ins Sportzentrum Westend. An Ringen, Barren, Pauschenpferd, beim Sprung und auf dem schmalen Balken ging es darum, fehlerfrei zu turnen und dabei auch ein freundlichen Gesicht zu machen.

Die Riege um das Organisationsteam der Abteilung Turnen des SV Motor Eberswalde, Andrea Szögedi, Rudolf Trautmann und Henri Durke hatte schon im Vorfeld ganze Arbeit geleistet, sodass den fast 300 aktiven Turnern, Trainern und Betreuern, Kampfrichtern und auch den Zuschauern optimale Bedingungen geboten wurden. Gleich zu Beginn gab es mehrere Auszeichnungen. So erhielten Andrea Szögedi und Yvonne Schemel die Ehrennadel des SV Motor Eberswalde in Gold für ihre hervorragende und langjährige Arbeit für den Turnverein.

Der erste Turniertag startete wie gewohnt mit dem Durchgang der Altersklassen, angeführt von der ältesten Teilnehmerin, Rosemarie Schiedt vom TV Nordost Berlin (78 Jahre) und ihrem 84-jährigen männlichen Mitstreiter Rudolf Radecke (SV Motor Eberswalde). Was die Zwei, ebenso wie alle weiteren Aktiven der "reiferen Semester" an Turnkunst boten, erstaunt jedes Jahr aufs Neue. Doch auch die Leistungen der Wettkämpfer der übrigen Altersklassen konnten sich sehen lassen. Bei einigen Übungen am Boden wurde begeistert mitgeklatscht.

Die Medaillenausbeute der Waldstadtaktiven war beachtlich. In der B 80 siegte Altmeister Rudolf Radecke. Tini Trautmann (B 65) konnte sich am Ende des Wettkampftages über Gold freuen. Doch am meisten bejubelt wurde der Doppelsieg des Trainerpaares Yvonne Schemel (B 35) und Henri Durke (B 55). Silbermedaillen erturnten sich Kolju Kolew (B70) und Dagmar Rühl (B 50).

Extra aus Baden-Württemberg war Dagmar Rühl angereist, um beim Turnertreff aktiv dabei zu sein. "Ich bin seit 1971 im Eberswalder Verein, 1993 bin ich nach Heidelberg gezogen, aber so oft ich kann, bin ich hier in meiner Heimat", erklärte die Lehrerin. So zwei- oder dreimal ist sie dann in der Waldstadt, auch um Turner anderer Vereine zu treffen. "Wir kennen uns schon jahrelang von der Landesauswahl her und irgendwie ist es jedes Mal schon so etwas wie ein Klassentreffen", erklärte Dagmar Rühl. Richtig zufrieden war sie mit ihrer Übung am Boden: "Da hat alles super geklappt", sagte sie etwas außer Puste, aber strahlend, nach ihrem Auftritt, der einige Zehntel mehr von den Kampfrichtern hätte bringen können.

Bronzeplätze gab es für die Eberswalder Axel Irrling (B 55) sowie Ulf Reimann (B 50). Maja Rothe (B 30), Uwe Rehmann (B 70) und Andreas Schott (B 50) komplettierten die Serie mit den Plätzen vier und fünf.

Aber auch am zweiten Tag, der den Jugend- und Erwachsenenklassen vorbehalten war, spornte die angenehme Turnieratmosphäre alle zu Höchstleistungen an. Der Motor-Turner Benjamin Rothe, mit dem Ziel im Deutschland-Cup antreten zu können, startete in der höheren Leistungsklasse und legte auch noch ein Edelmetall in die Ergebnisschatulle.

Lisa Korbik (LK3 E) kam auf Rang 7 ein, ihre Schwester Lea wurde Neunte. Sophie Buckow und Liza Friedrich hatten sich in der LK3 Jugend einem großen Starterfeld zu stellen. Sophie turnte hervorragend am Schwebebalken, aber der Sprung gelang ihr nicht so gut und so musste sie mit dem undankbaren 4. Platz vorliebnehmen. Liza konnte verletzungsbedingt nur zwei Geräte turnen.

Insgesamt schickte der Gastgeber 16 Aktive ins Rennen und verbuchte am Ende der Wettkampftage neun Podestplätze.So konnten die Organisatoren am Veranstaltungsende trotz einiger technischer Pannen ein insgesamt positives Resümee ziehen.

Nun richtet sich der Blick der Eberswalder Organisatoren bereits auf den 24. und 25. März 2018. Dann findet der 42. Eberswalder Turnertreff statt.

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