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In Eberswalde gibt es mittlerweile zwei Geschäfte für Lebensmittel und andere Waren aus dem Orient

Waren aus dem Orient
Doppelter Hauch von Exotik

Exotische Vielfalt: Zaher Kabani (29) arbeitet als Verkäufer im "Al-Shaam-Markt" an der Heegermühler Straße 45 in Eberswalde, der Anfang Dezember eröffnet wurde. Die  Waren kommen vom Großmarkt in Berlin.
Exotische Vielfalt: Zaher Kabani (29) arbeitet als Verkäufer im "Al-Shaam-Markt" an der Heegermühler Straße 45 in Eberswalde, der Anfang Dezember eröffnet wurde. Die Waren kommen vom Großmarkt in Berlin. © Foto: MOZ/Sven Klamann
Sven Klamann / 20.12.2017, 07:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Salem aleikum! In der Barnimer Kreisstadt gibt es mittlerweile zwei Läden, die Lebensmittel und andere Waren aus dem Orient anbieten. Wer exotische Produkte liebt, wird im "Al-Shaam-Markt" und im "Al Rouche" auf jeden Fall fündig.

Seit Anfang Dezember ist der "Al-Shaam-Markt" an der Heegermühler Straße 45 in Westend geöffnet. Bei der Einweihungsparty wurde bis in den Abend hinein sogar auf dem Bürgersteig getanzt - zu Popmusik aus der Konserve, die den Hitparaden arabisch sprechender Länder entstammte. Wer das Geschäft betritt, wird mit einem Lächeln und mit einem "Herzlich willkommen" begrüßt. Die Ansprache der Kunden ist die Aufgabe von Zaher Kabbani (29) aus Syrien, der nach eigenen Angaben den Beruf eines Textilverkäufers gelernt hat und seit zwei Jahren in Eberswalde lebt. Die Fleischtheke, die täglich mit frischem Lamm, Rind und Huhn bestückt wird, ist das Reich von Ahmad Alnoman (21), der ebenfalls aus Syrien stammt, wo er als Fleischer gearbeitet hat, und seit zwei Jahren in Eberswalde zu Hause ist. Beide erklären, angestellt zu sein. Ihr Vorgesetzter, der Inhaber des Geschäftes, sei ein Unternehmer aus Berlin, der ihnen viel Freiheit lasse. Vom dortigen Großmarkt würde der "Al-Shaam-Markt" auch seine Waren beziehen, die sich nicht nur auf Lebensmittel beschränken. Zum aktuellen Angebot gehören überdies unter anderem Koffer, Tauchsieder, Teekannen und Kerzenständer. "Wenn Du etwas suchst, was es bei uns noch nicht gibt, besorgen wir es umgehend", verspricht Zaher Kabbani. Besonders gefragt seien momentan die extra dünnen arabischen Brote und Brotaufstriche aus Kichererbsen - übrigens auch bei deutschen Kunden.

Die Nachfrage sei vielversprechend, betont der Textilverkäufer, der wie sein Kollege immer wieder aufs Neue über die Hektik staunt, mit der gerade die gebürtigen Eberswalder oft einkaufen würden. "In unserer Kultur gehört ein freundliches Gespräch zwischen Verkäufer und Käufer stets dazu", sagt Zaher Kabbani. In Deutschland, das habe er bereits gelernt, müsse es meist schnell gehen. Da reiche dann die Zeit für ein Schwätzchen nicht. Wenigstens seien häufig seine Empfehlungen gefragt. "Zum Beispiel zu den Gewürzmischungen - und wofür sie sich eignen", berichtet der junge Mann aus Syrien.

Bereits seit Mitte April gibt es an der Eisenbahnstraße 17 in der Stadtmitte das Geschäft "Al Rouche", das sich ebenfalls auf orientalische Lebensmittel spezialisiert hat. Die Inhaberin heißt Josephine Krüger, was nicht gerade arabisch klingt. "Mein Vater kommt ursprünglich aus dem Libanon, meine Mama ist Deutsche", erzählt die 19-Jährige, die mit ihrer Großfamilie in Berlin aufgewachsen ist und inzwischen in Eberswalde lebt. Es sei stets ihr Traum gewesen, sich nach der Schule selbstständig zu machen, verrät Josephine Krüger. Da habe es sich förmlich angeboten, den Laden zu übernehmen. Ihr Papa betreibt gegenüber einen An- und Verkauf für technische Geräte. Auch ein Blumengeschäft werde von der Familie geführt, die aus den Eltern und sechs Kindern bestehe.

Im gegenüber dem "Al-Shaam-Markt" deutlich kleineren "Al Rouche" wird aus Platzgründen darauf verzichtet, Frischfleisch anzubieten. Ansonsten aber ist auch hier die Fülle des Angebotes nahezu überwältigend. In beiden Geschäften sind Produkte zu bekommen, die in den üblichen Supermärkten kaum in den Regalen stehen dürften. "Unser typisches Brot hat einen ungemein feinen Geschmack und eignet sich dazu, an der Tafel gebrochen und nicht geschnitten zu werden", sagt die Inhaberin, die noch einen Tipp für alle Kunden hat, die das besondere Weihnachtsgeschenk suchen. "Wie wäre es mit dem berühmten arabischen Konfekt?", fragt sie. Wer diese Pralinen zu naschen beginne, höre vermutlich erst auf, wenn die Schachtel leer sei.

Öffnungszeiten: "Al-Shaam-Markt" montags bis sonnabends 8 bis 20 Uhr, "Al Rouche", montags bis freitags 9 bis 19 Uhr, sonnabends 9 bis 16 Uhr

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