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Größtes Sanierungsvorhaben 2018/19 ist das August-Bebel-Quartier in der Eberswalder Altstadt

Vorhaben
WHG investiert gut 13 Millionen

Hoch oben: Dirk Gottschalk und Philipp Moll von der Firma Lockfeld Haustechnik bringen am Haus in der Eisenhammerstraße 2 in Westend die Dachlatten an. Das Objekt wird derzeit unter dem Motto "Wohnen mit Service" saniert.
Hoch oben: Dirk Gottschalk und Philipp Moll von der Firma Lockfeld Haustechnik bringen am Haus in der Eisenhammerstraße 2 in Westend die Dachlatten an. Das Objekt wird derzeit unter dem Motto "Wohnen mit Service" saniert. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 11.01.2018, 20:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Kein Neubauprojekt - und trotzdem will das städtische Wohnungsunternehmen WHG 2018 Millionen bewegen. Eine achtstellige Summe wird die Gesellschaft investieren. Größtes Vorhaben ist die Sanierung des August-Bebel-Quartiers.

Die Beschlüsse sind gefasst, die Wirtschaftspläne verabschiedet. Demnach investiert die WHG gut 13 Millionen Euro in diesem Jahr in ihren Wohnungsbestand. Mehr als 2017. Der Fokus liegt erneut auf der Sanierung. Was mit Blick auf die Leerstandsquote, die oberhalb der Zehn-Prozent-Marke liegt, logisch erscheint. Erklärtes Ziel ist es deshalb, diese Quote durch Sanierung und Instandsetzung zu senken.

Auf dem Plan für 2018 stehen insgesamt neun Bauvorhaben mit 151 Wohnungen. Davon, so betont Geschäftsführer Hans-Jürgen Adam, sollen 121 "neu dem Markt zugeführt werden", eben durch Leerstandsbeseitigung. Größtes Projekt ist mit einem kalkulierten Kostenvolumen von 4,3 Millionen Euro das Bebel-Quartier: August-Bebel-Straße 5, 7, 9 und 9a sowie Ruhlaer Straße 21. Geplant ist dort, nach dem Vorbild des 2017 realisierten Kant-Quartiers, eine Komplettsanierung mit Balkonanbau und Grundrissänderungen. Auf diese Weise entstehen aus den vormals 38 Wohnungen durch Modernisierung 33. Die sollen über einen Laubengang per Aufzug barrierefrei erschlossen werden, weist Adam auf eine Besonderheit hin. Die größte Herausforderung liege in den hydrologischen Verhältnissen. "Die Grundstücke liegen einen halben Meter unter der Schwärze." Aufgrund der Größenordnung und der Komplexität sei mit der Fertigstellung erst im Herbst 2019 zu rechnen.

In Westend, an der Werbelliner Straße, will die WHG die Quartiersanierung mit den Hausnummern 19 und 21 fortsetzen sowie mit den Aufgängen 13, 15 und 17 bis zum Jahresende 2018 abschließen. Die dortige Komplettsanierung beinhaltet auch eine Nachrüstung der Häuser mit Balkonen. Ebenfalls im Stadtteil Westend hat die WHG schon 2017 mit der Sanierung der Eisenhammerstraße 2 begonnen. Unter dem Slogan "Wohnen mit Service" entstehen dort für 2,2 Millionen Euro 21 seniorenfreundliche und behindertengerechte Appartements. Für den Service sorgt der Kooperationspartner Camilla, ein Eberswalder Pflegedienstleister, der im Erdgeschoss eine Tagespflege-Einrichtung installieren wird. Im Spätsommer/Herbst sollen die Appartements bezugsfertig sein.

Zu weiteren Sanierungsvorhaben zählen die Bahnhofstraße 22 in Finow (Komplettsanierung mit Balkonanbau), die Eisenbahnstraße 35/36 und Grabowstraße 34a (energetische Sanierung sowie u. a. Balkonnachrüstung) sowie die Pfeilstraße 15 (Komplettsanierung mit Grundrissänderung und Balkonöffnung sowie Ausbau des Dachgeschosses). Für letztgenanntes Objekt sei eine "höherwertige Ausstattung" vorgesehen, so Adams Hinweis. Überhaupt sollen all diese Häuser zur Marke "Wohnen nach Wunsch" entwickelt werden. Was sich freilich auch im Mietzins widerspiegeln wird.

Im Gegensatz dazu spricht der Geschäftsführer beim Vorhaben Wilhelmstraße 31 vom "Basis-Wohnen". Das derzeit leer stehende Haus soll energetisch saniert werden und als Sozialprojekt mit sechs Wohnungen angeboten werden. Aktuell stehen in den Wohnungen noch Öfen, Bäder fehlen. Das werde sich freilich ändern. Eine Gaszentralheizung werde beispielsweise die alten Kohleöfen ablösen. Ein Anbau von Balkonen und eine Vorwandinstallation in den Bädern sei indes nicht vorgesehen. "Wir bewegen uns bewusst in einem etwas einfacheren Segment", so Adam. Mit einer Miete von 4,90 Euro/qm entsprechen die Wohnungen auch der Richtlinie zu Kosten der Unterkunft. Pro Jahr, so ergänzt Prokuristin Doreen Boden, realisiere die WHG solch ein Vorhaben, um ihrem Auftrag, alle sozialen Schichten zu versorgen, gerecht zu werden.

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