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Barnimer Linke verzichtet auf Nominierung eines eigenen Landratskandidaten

Verzicht
Kurth holt andere Genossen mit ins Boot

Rot-rote Kooperation zur Landratswahl: Linke-Kreisvorsitzender Thomas Sohn (l.) wünscht SPD-Kandidat Daniel Kurth Glück
Rot-rote Kooperation zur Landratswahl: Linke-Kreisvorsitzender Thomas Sohn (l.) wünscht SPD-Kandidat Daniel Kurth Glück © Foto: Linke Barnim
Sabine Rakitin / 28.01.2018, 22:36 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Die Barnimer Linken verzichten auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten zur Landratswahl am 22. April. Stattdessen unterstützen sie den SPD-Kandidaten Daniel Kurth. Das beschloss eine Kreismitgliederversammlung am Freitagabend in Eberswalde. Insgesamt hat der Kreisverband der Linken im Barnim 434 Mitglieder. Von 55 anwesenden Parteimitgliedern votierten 53 für eine entsprechende Empfehlung des Kreisvorstandes - bei zwei Enthaltungen. Daniel Kurth, der zu den Linken gekommen war, um sich vorzustellen und um deren Unterstützung zu werben, knüpfte an die "erfolgreiche Zeit der Kooperation von Rot-rot im Landkreis" an. "Rot-rot heißt dabei für mich nicht, dass Rot vorangeht und rot folgt. Rot-rot heißt für mich, dass wir gemeinsam den Weg bestimmen, den wir dann auch gemeinsam gehen", gab der 44-Jährige das klare Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit den Linken ab, das er eine Woche zuvor bei der Wahlkreisdelegiertenkonferenz seiner eigenen Partei noch vermieden hatte.

Kurth denkt dabei einen Schritt weiter, sprach vom "gemeinsamen Weg" als "gemeinsamer Auftrag" im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen 2019. "Natürlich werden wir im Kommunalwahlkampf auch deutlich machen müssen, an welchen Punkten wir unterschiedlicher Meinung sind. Aber danach muss die Suche nach dem Verbindenden und nicht das Betonen des Trennenden wieder im Vordergrund stehen, damit wir gemeinsam, gegebenenfalls mit parteiübergreifender Unterstützung, zu einer Verabredung für eine gedeihliche Weiterentwicklung des Landkreises zum Wohle seiner Bürger kommen", sagte der Sozialdemokrat.

Es sind Themen wie Bildung, Kinderbetreuung, Schulsozialarbeit, sozialer Wohnungsbau, die Entwicklung des ländlichen Raumes und die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), die für Kurth im Vordergrund stehen, sollte er das Landratsamt erobern. Insbesondere seine Ankündigung, im Falle seiner Wahl die Verdoppelung der kreislichen Mittel für den ÖPNV ins Auge zu fassen, hören die Linken gern. So sagte Kreistagsabgeordnete Margitta Mächtig: "Der Verbesserung des ÖPNV ist eine unserer Hauptforderungen."

Kurths Rede kam bei den Barnimer Linken gut an. Ralf Christoffers, Fraktionschef der Linken im Landtag, schätzt den Eberswalder von der gemeinsamen Arbeit in Potsdam. "Er gehört zu den Personen in der Koalition, die in der Lage sind, Probleme zu lösen", findet der Schönower. Margitta Mächtig bescheinigt dem Sozialdemokraten: "In drei Jahren Landtag hat Daniel Kurth eine andere Sicht auf komplexe Dinge erhalten." Die Abstimmung bei den Barnimer Linken war so nur noch eine Formsache, die Zufriedenheit mit der Entscheidung der Basis bei der Führungsspitze groß. "Es geht jetzt für uns in geordneten Bahnen weiter", freute sich Roland Lampe, der sich am 14. März im Kreistag für die Linken als Erster Beigeordneter zur Wahl stellt - unterstützt von der SPD-Fraktion.

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