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Stark frequentierter 22. Berufemarkt im Oberstufenzentrum dient als Kontaktbörse / Teilnehmerrekord bei den Ausstellern

Firma sucht Azubi und umgekehrt

Andrang wie im Taubenschlag: Etwa 1600 Besucher sind beim 22. Eberswalder Berufemarkt dabei, mit dem traditionell der Reigen der Ausbildungsmessen in Barnim und Uckermark eröffnet wird. Mehr als 80 Aussteller präsentieren sich im und am Oberstufenzentrum
Andrang wie im Taubenschlag: Etwa 1600 Besucher sind beim 22. Eberswalder Berufemarkt dabei, mit dem traditionell der Reigen der Ausbildungsmessen in Barnim und Uckermark eröffnet wird. Mehr als 80 Aussteller präsentieren sich im und am Oberstufenzentrum © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 29.01.2018, 06:44 Uhr - Aktualisiert 29.01.2018, 08:47
Eberswalde (MOZ) Mehr als 80 Aussteller waren am Sonnabend auf dem 22. Eberswalder Berufemarkt vertreten, zu dem die Agentur für Arbeit und das Oberstufenzentrum II eingeladen hatten. Etwa 1600 Besucher, 300 mehr als im Vorjahr, nutzten die Chance, sich vielfältig zu informieren.

Im Berufsschulhaus im Leibnizviertel geht es wie im Taubenschlag zu - es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Nur dass bei der ersten Ausbildungsmesse für Barnim und Uckermark im neuen Jahr nicht gegurrt, sondern geredet wird.Und dies sogar vielsprachig: Nie haben mehr jugendliche Flüchtlinge nach Perspektiven gesucht.

"Auf der einen Seite klagen die Unternehmen immer lauter über den Fachkräftemangel, auf der anderen Seite gibt es in unserer Region im Unterschied zum Bundestrend noch immer mehr Bewerber um Ausbildungsstellen als freie Plätze", betont Petra Röhlinger-Hissnauer, die Leiterin der Agentur für Arbeit in Eberswalde. Der Berufemarkt biete sich dafür an, dieser Diskrepanz entgegenzuwirken.

"Ich bin immer noch ein wenig desillusioniert, dass es so schwer ist, Schulabgänger für den Beruf des Mechatronikers zu begeistern", sagt Claudia Dietze, Assistentin der Geschäftsführung bei der L. Dietze & Sohn GmbH, die am Hauptsitz in Finowfurt sowie in ihren Filialen in Cottbus und Eisenhüttenstadt 85 Mitarbeiter und neun Auszubildende beschäftigt. "Dabei bekommen angehende Mechatroniker eine tolle dreieinhalbjährige Ausbildung, der sich sogar ein Studium anschließen könnte. Die Arbeit ist zudem zukunftssicher", urteilt Claudia Dietze. Die Bewerber sollten technisch begabt sein und in Mathe und Physik möglichst sehr gute Noten erzielen. Auch Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit würden vorausgesetzt.  

Hunderte Besucher kamen am Sonnabend (27.01.2018) zum 22. Eberswalder Berufemarkt in das OSZ II Barnim im Leibnizviertel. 86 Firmen und Institutionen aus Berlin und Brandenburg präsentierten sich auf dem Berufemarkt.
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22.Eberswalder Berufemarkt

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Dass gerade im Service oft Personalnot herrsche, berichtet Dirk Panzlaff, Vorsitzender des 85 Mitglieder zählenden, die Altkreise Eberswalde, Bernau und Bad Freienwalde umfassenden Barnimer Ablegers des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. "Es liegt im Interesse der Arbeitgeber, dem Nachwuchs weit entgegenzukommen", sagt der Inhaber des Cafés am Weidendamm in Eberswalde. In seinem Unternehmen würden die Angestellten im Zwei-Schicht-System arbeiten und sich wöchentlich mit Früh- und Spätdienst abwechseln. Und jedes zweite Wochenende sei frei.

"Ich wollte etwas Kreatives lernen, mit dem ich überall auf der Welt meine Brötchen verdienen könnte. Gegessen wird schließlich überall und immer", verrät Nico Puschnus aus Eberswalde, Koch-Azubi im dritten Lehrjahr und beschäftigt im Café am Weidendamm. Der Koch in spe hält es nicht für ausgeschlossen, auf einem Luxusdampfer anzuheuern oder zumindestens für eine Weile ins Ausland zu gehen, um sich weiterzuentwickeln.

Gegen das Vorurteil, nur im Putzen ausgebildet zu werden, kämpft Christopher Dziellack aus Eberswalde an, der bei der Platz GmbH in Eberswalde im zweiten Lehrjahr zum Glas- und Gebäudereiniger ausgebildet wird. "Wir sind längst nicht mehr bloß mit dem Wischmopp unterwegs, sondern setzen auch computergesteuerte Technik ein", sagt der Azubi, der es mag, viel an der frischen Luft zu sein. "Für uns sind die Schulnoten nicht das Entscheidende", erklärt Eckhard Schmidt, Ausbilder in der Firma, die etwa 430 Beschäftigte zählt- Wichtiger seien Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Fleiß. Darauf lasse sich alles andere aufbauen.

"Ich bin hier, um mich grob zu orientieren", berichtet Francis Höhns (14) aus Lunow, die in der neunten Klasse ist und das Gymnasium in Angermünde besucht. Vielleicht werde sie in Richtung Biologie gehen und studieren, sagt die Schülerin. Aber auch da sei sie noch nicht festgelegt.

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