Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Sozialausschuss befasst sich mit Betreuungssituation in Eberswalde / Ab Sommer Mehrbedarf an Plätzen erwartet

Soziales
Aktuelle Kita-Zahlen gefordert

Gelebte Waldorfpädagogik: Die Kita „Morgenglanz“ präsentierte sich jüngst bei einem Tag der offenen Tür.
Gelebte Waldorfpädagogik: Die Kita „Morgenglanz“ präsentierte sich jüngst bei einem Tag der offenen Tür. © Foto: Andreas Gora
Viola PeterssonMOZ / 10.03.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 11.03.2018, 16:46
Eberswalde Hier Eltern, die dringend auf einen Kita-Platz warten, dort noch ein paar freie Plätze. Die Meldung über Kapazitäten im Waldorfkindergarten „Morgenglanz“ sorgte bei den Mitgliedern des städtischen Sozialausschusses für Irritationen. Einige Abgeordnete hakten deshalb auf der jüngsten Sitzung nach. Irene Kersten (Linke) wollte zudem von der Verwaltung wissen, wie viele Kinder aktuell angemeldet, aber eben noch nicht versorgt sind. Und wie viele davon im Vorschulalter sind. Im August führt Brandenburg bekanntlich für Fünfjährige das beitragsfreie Kita-Jahr ein, so ihr Hinweis. Dann sei ohnehin noch einmal mit einer steigenden Nachfrage und einem Mehrbedarf zu rechnen. Wie Eberswalde in jedem Fall den Rechtsanspruch sichert, ist fraglich.

In puncto Zahlen musste Sozialdezernent Jan König passen und die Abgeordneten auf die nächste Ausschusssitzung vertrösten. Er habe die aktuellen Daten nicht parat. Die letzten Angaben datierten vom Herbst 2017. Demnach warteten mehr als 200 Eltern in Eberswalde auf ein Betreuungsangebot. In Sachen Waldorfkita erklärte König: Selbstverständlich weise die Stadt interessierte Mütter und Väter auch immer auf die Angebote freier Träger hin. Ob die diese annehmen, darauf habe die Stadt aber keinen Einfluss. Immerhin haben die Eltern freies Wahlrecht. Und zweifellos dürfte bei der Entscheidung zu einer Einrichtung auch deren Profil, das pädagogische Konzept eine Rolle spielen.

In der Sitzung zuvor hatte sich der Barnimer Kita-Elternbeirat dem Fachausschuss vorgestellt. Anliegen sei es, die Interessen der Eltern zu stärken und zu vertreten sowie politische Gremien, wie diesen Sozialausschuss, in ihrer Arbeit zu beraten, hatten Annett Heidebrunn und Ingo Naumann vom Vorstand erklärt. Eigentlich sei die Rolle der Beiräte im Kita-Gesetz geregelt und verankert. Gleichwohl gibt es auf Landesebene selbst keinen Elternbeirat. Damit sei Brandenburg eines von vier Bundesländern ohne Beirat. Im Barnimer Beirat seien aktuell 14 Gemeinden vertreten. Kreisweit gibt es laut Heidebrunn 123 Kitas und Horte – in kommunaler oder freier Trägerschaft.

Der Beirat habe sechs Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit verschiedenen Themen befassen. Unter anderem mit dem Betreuungsschlüssel. Nach Recherchen des Gremiums liegt der Barnim dort im Krippenbereich (0 bis drei Jahre) an vorletzter Position im Land, im Kindergartenbereich (bis sechs Jahre) ist er sogar Schlusslicht. Soll heißen: Nirgends hat eine Erzieherin so viele Steppkes zu betreuen wie hier. Eberswaldes Sozialdezernent Jan König kann sich darauf keinen Reim machen. Denn der Schlüssel sei gesetzlich vorgegeben. „Und den halten wir selbstverständlich ein“, versichert er.

Aktuell kommen auf einen Erzieher im Kindergarten 11,5 Kinder, noch in diesem Jahr verbessert sich der Schlüssel auf 1:11. Die Träger müssen also zusätzlich Personal einstellen bzw. aufstocken.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG