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Kinder- und Jugenduni wird zehn Jahre alt / Zum Familientag am Sonnabend geht es um Relativität

Kinderuni
Zapfen, Einstein, Alchemie

Lebhaft und mit grünem Hut: Jürgen Müller richtet eine Frage ins Schülerpublikum. Der Wissenschaftler vom Eberswalder Thünen-Institut hielt zum Auftakt der Kinder- und Jugenduni am Dienstag eine Vorlesung mit dem Titel "Frag doch mal den Wald!".
Lebhaft und mit grünem Hut: Jürgen Müller richtet eine Frage ins Schülerpublikum. Der Wissenschaftler vom Eberswalder Thünen-Institut hielt zum Auftakt der Kinder- und Jugenduni am Dienstag eine Vorlesung mit dem Titel "Frag doch mal den Wald!". © Foto: Andreas Gora
Marco Marschall / 13.03.2018, 22:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Etwa tausend kleine Forscher lassen sich jedes Jahr von den Vorlesungen der Kinder- und Jugenduni in den Bann ziehen. Seit 2008 ebbt die Begeisterung nicht ab. Zum Auftakt im Jubiläumsjahr standen die Themen Wald und Chemie auf dem Plan.

Jedes Frühjahr verjüngt sich die Hörerschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) für eine Woche. Viele der Gäste sind genauso alt wie die Kinder- und Jugenduni selbst. Das trifft zum Beispiel auf einige aus 5b der Bruno-H-Bürgel-Schule zu, die am Morgen in der Mensa frühstücken. Die Mädchen und Jungs sind zum ersten Mal an einer Hochschule.

Manche wissen schon jetzt, dass sie mal studieren wollen. "Ich möchte Lehrerin für Sport und Mathe werden", sagt die zehnjährige Isabell. Ihr Mitschüler Willi (11) liebäugelt mit dem Beruf des Tierarztes. Beides entspricht nicht dem Angebot an der HNE, doch sind sie überzeugt, dass sie an diesem Tag mehr Spaß haben werden als im Klassenzimmer.

Bevor es für sie alle in die Hörsäle geht, heißt sie Angelika Röder vom Veranstalter, der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark, willkommen. Sie weist auf die lange Tradition der besonderen Vorlesungsreihe hin und dankt den Sponsoren. Das sind neben der Barnimer Kreisstadt auch die Eberswalder Freimaurer sowie die Schwedter Lions.

Mit Angelika Röder stehen am Morgen Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski und Hochschulpräsident Wilhelm-Günther Vahrson mit auf dem Podest vor den knapp 300 Kindern aus zwölf Grundschulen. Vahrson hat einen besonderen Köder dabei. Wer später an der HNE landet, könne sich den Besuch der Kinder- und Jugenduni auf sein Studium anrechnen lassen, verspricht er.

In den Vorlesungen geht es diesmal unter anderem um das "Geheimnis Moor" oder um "Gleichgerechtigkeit". Noch bis Donnerstag werden Grundschulklassen erwartet, am Freitag Jugendliche willkommen geheißen. Die Themen sind dann "Werbung" und "Rechtsextremismus". Am Familientag, dem Sonnabend, wird auf dem Stadtcampus ab 15 Uhr der Frage nachgegangen "Was macht Einstein im Fahrstuhl?". Sylvia Schikora und Simon Hahn von der Berliner Humboldt-Universität erklären allen Interessierten, was es mit dem Begriff "relativ" und mit der Bewegung im Weltall auf sich hat.

Alle Tage zusammengenommen rechnet die Bürgerstiftung erneut mit etwa 1000 Besuchern. Es könnten sogar noch mehr sein. Die Nachfrage sei groß. Doch man wolle sich selbst etwas bremsen, damit die Hörsäle nicht übervoll werden. Die erwartete Zahl entspricht in etwa dem Schnitt der Vorjahre. Insgesamt findet die Kinder- und Jugenduni schon zum 13. Mal statt. In den Anfangsjahren wurden die Schüler im Frühjahr und im Herbst eingeladen. Seit 2011 beschränkt man sich auf die Vorlesungsreihe im März.

Die Themen am Auftakttag sind "Akkus, Alchemie und Astronauten" und "Frag doch mal den Wald". Letztere Vorlesung kommt dem grünen Profil der Hochschule vielleicht am nächsten und wird von Jürgen Müller, Wissenschaftler am Eberswalder Thünen-Institut, gehalten. Von ihm erfahren die etwa 130 Schüler im Hörsaal zum Beispiel, dass 36 Prozent der Brandenburger Landesfläche mit Wald bedeckt sind, die Mark im Vergleich aller Bundesländer damit aber nur an fünfter Stelle rangiert. Um seine Vorlesung möglichst anschaulich zu gestalten, hat Müller Zapfen, Zweige und Baumscheiben mitgebracht. Schließlich soll der besondere Unterrichtsausflug etwas länger im Gedächtnis bleiben.

Wer sich noch an seinen Besuch der ersten Kinderuni 2008 erinnern kann, ist übrigens weiterhin aufgerufen, sich bei der Bürgerstiftung zu melden. Diese möchte alle Zuschriften bis zur Jubiläumsveranstaltung am 16.Juni sammeln. Im Eberswalder Bürgerbildingszentrum werden dann neben zehn Jahren Kinderuni auch zehn Jahre Freiwilligenagentur, 15 Jahre Bürgerstiftung und 15 Jahre Lesezauber gefeiert.

Kontakt zur Bürgerstiftung: kinderuni@buergerstiftungbarnim-uckermark.de

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