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25. Geburtstag
Jubiläum für Heimatkundeverein

Viola Petersson / 22.03.2018, 22:00 Uhr - Aktualisiert 23.03.2018, 13:02
Eberswalde (MOZ) Die Bundesregierung hat ein Heimatmuseum. Pardon ein Heimatministerium natürlich. Eberswalde hat ein (Heimat-)Museum – und einen Verein für Heimatkunde. 1993 wiederbegründet, feierte der am Mittwochabend sein 25-jähriges Bestehen.

Eigentlich ist der Verein für Heimatkunde zu Eberswalde viel älter. Nein, nicht wegen des Durchschnittsalter seiner Mitglieder. Wobei sich der Verein intensiv um Nachwuchs bemüht. Der eigentliche Ursprung des Vereins liegt im Jahr 1905. Damals war der Verein gegründet worden, mit dem Ziel, Erhaltenswertes aus der Stadtgeschichte in einem Museum aufzubewahren. Trotz Unterbrechung in der Vereinsgeschichte – „kein Grund, das Licht unter den Scheffel zu stellen“, gratulierte Landrat Bodo Ihrke dem jungen, alten Verein zum Jubiläum. Klar, der Heimatkundeverein, das seien die bekannten Eberswalder Jahrbücher. Aber nicht nur. Der Verein, so befand der Landrat, bringe sich konstruktiv in aktuellen Debatten der Kommunalpolitik und der Stadtentwicklung ein. Als Beispiele nannte Ihrke die Bebauung des Pavillonplatzes mit dem Paul-Wunderlich-Haus (2007 eröffnet) oder die jetzige Diskussion um die Zukunft des Finowkanals, in der der Landrat die Stadtverordneten und Gemeindevertreter der Anrainerkommunen ermutigte, „sich aus der Umklammerung zu lösen“ und den Schritt der Schleusenübernahme zu wagen.

Bürgermeister Friedhelm Boginski, selbst Vereinsmitglied, dankte dem Jubilar vor allem für dessen Einsatz und Engagement um das hiesige Museum. Und das Stadtoberhaupt versicherte sogleich: „Wir stehen zu unserem Museum.“ Dies drücke sich etwa im jährlichen Zuschuss in Höhe von 300 000 Euro aus. Bei 2,5 Stellen sei die Einrichtung zweifellos aber nach wie vor auf Unterstützung angewiesen.

„Die ist und bleibt für uns eine Hauptaufgabe“, betonte Martin Hoeck, seit 2017 Vorsitzender der Vereins. Auch wenn sich der Verein naturgemäß mit Historie befasst, anlässlich des Jubiläums richtete Hoeck den Blick vor allem voraus. Er sprach von den Bemühungen, junge Mitglieder zu gewinnen, und ersten Erfolgen. Er präsentierte Ideen, um den Verein zukunftsfähig aufzustellen: die Nutzung neuer Formen der Kommunikation, etwa der sozialen Medien, sowie die Planung neuer Publikationen (auch im digitalen Format). Reine Printausgaben seien einfach nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere aber liegt Hoeck der Erhalt der Georgskapelle am Herzen. Eine Aufgabe, die viele fordere. Das Beispiel des Finower Wasserturmes zeige, dass es gelingen kann, ein Denkmal zu retten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so Hoecks Hinweis.

Für dieses Engagement sowie die Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatkunde zu Eberswalde wurde der Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld am Mittwoch mit der Rudolf-Schmidt-Medaille ausgezeichnet. Die Plakette erhielten ebenso die Stadt Eberswalde als Kooperationspartner sowie Siegfried Ploschenz für sein langjähriges Wirken.

Und auch eine „Buchpremiere“ gab es zum Jubiläum. Annerose Bauer stellte die Bibliographie zu den Eberswalder Jahrbüchern vor. Freilich weniger spektakulär als diese, aber überaus hilfreich bei genau 829 Beiträgen, die in den 25 Ausgaben erschienen sind. Zu den nächsten Publikationen, die der Verein herausgeben wird, gehöre ein überarbeitetes Verzeichnis für Straßen-, Orts- und Flurnamen in Eberswalde, kündigte Hoeck an. Sowie eine erweiterte Broschüre über die historischen Grabstätten auf dem Waldfriedhof. Das Jahrbuch 2018 erscheine im November. Laut Hoeck das Format, auf dem Erfolg und Reputation des Vereins beruhen. Und das für den qualitativen Anspruch steht.

Zahlen und Fakten

■ Die Vereinsvorsitzenden seit Gründung 1993: Werner Achterberg (1993-2004), Klaus Rohlfien (2004-2006), Ingrid Fischer (2006-2017), Martin Hoeck (seit 2017)

■ Seit 2010 verleiht der Verein die Rudolf-Schmidt-Medaille für Verdienste um die Heimatgeschichte. Bislang haben 21 Persönlichkeiten die Plakette erhalten.

■ Der Verein zählt aktuell zirka 100 Mitglieder. Neue Mitstreiter sind willkommen. Informationen auf www.heimatkundeverein-eberswalde.de

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