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Richtfest in der Eberswalder Altstadt / Bis Sommer 2019 entstehen vier moderne Pfahlbauten mit 37 Wohnungen

Richtfest
Fünf Hämmer für „Töpferhöfe“

Viola Petersson / 20.04.2018, 22:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Bei der Grundsteinlegung waren es drei Maurerkellen, jetzt sind’s fünf Hämmer. Am Freitag feierte die Mark-A. Krüger Bauunternehmung Richtfest für die ersten zwei Häuser der „Töpferhöfe“. Die dortigen Eigentumswohnungen sollen Ende des Jahres bezugsfertig sein.

Der Weg zu den „Töpfenhöfen“, das derzeit größte Wohnbauprojekt in Eberswalde, er war steinig. Bevor Polier Uwe Wagenknecht nach alter Handwerkertradition am Freitagnachmittag den Richtspruch hielt und der Bauherr die letzten Nägel in den symbolischen Dachsparren schlug, erinnerte Firmenchef Mark-André Krüger an die vielfältigen Schwierigkeiten. Etliche potenzielle Investoren hatten sich nach der Wende schon an dem als „Rummelplatz“ bekannten Standort versucht – ohne Erfolg, wusste der Bernauer Krüger zu berichten.

Er selbst hatte im Winter 2013 den ersten Kontakt. Architekt und Maklerin stellten ihm das Areal hinter der Rathauspassage vor, warben für das Gelände im Herzen der Stadt. Gleichzeitig sei er mit Blick auf die komplizierten Baugrundverhältnisse auch von vielen gewarnt worden. „Sie sollten recht behalten“, erklärte Krüger. Insgesamt neun Monate seien letztlich an unmittelbarer Bauvorbereitung draufgegangen. Vor allem eben für die archäologischen Grabungen sowie für das Einbringen von knapp 500 Bohrpfählen zur Bodenverbesserung. Betonsäulen, auf denen die insgesamt vier Häuser „ruhen“ und die laut Krüger eine Gesamtlänge von 4,6 Kilometer haben.

Diese heute nicht mehr sichtbaren Arbeiten hätten das Unternehmen nicht nur Nerven und Zeit gekostet, sondern auch eine Menge Geld. Um die 400 000 Euro seien praktisch im Erdreich versenkt worden. Auch daraus erkläre sich der Preis von 2750 Euro pro Quadratmeter, der manchen Eberswalder vielleicht zunächst schreckt, wie Krüger einräumte, im Vergleich zu Berlin jedoch günstig sei, so der Bauherr aus eigener Erfahrung.

Nachdem mit dem langen Winter die (vorerst) letzte Hürde genommen ist, seien die Häuser A und B nunmehr rohbaufertig. Jetzt folgen Fenstereinbau sowie Innenausbau. Der große Kran rückt derweil kommende Woche ein Stück weiter, nebenan beginnt der Bau der Häuser C und D. Ende des Jahres sollen die Wohnungen in den beiden vorderen Häusern an der Kreuzstraße bezugsfertig sein. Und im Sommer 2019 will der Investor das Projekt „Töpferhöfe“, mit dem 37 Eigentumswohnungen entstehen, komplett abschließen. Das Ziel sei ambitioniert, gestand Mark-André Krüger. Gleichwohl sei er zuversichtlich. Und versicherte: Er habe es „nicht bereut“, das Unternehmen Eberswalde, in das er 6,5 Millionen Euro investiert und mit dem er eine Lücke schließt, die der Krieg im Zentrum gerissen hatte.

Sein Optimismus dürfte sich ein Stück weit auch auf den Vermarktungsstand stützten. Wie Immobilienmaklerin Uta Behr am Rande verriet, seien die ersten Kaufverträge geschlossen und notariell beurkundet, mit etlichen weiteren Interessenten sei sie im Gespräch. Und erstaunlicherweise seien es vor allem Eberswalder oder Kunden aus dem Umfeld, die es in die Altstadt zieht. Innerhalb der nächsten Wochen will Krüger im Haus A auch eine Musterwohnung einrichten. Das dürfte das Geschäft weiter beleben, ist sich Uta Behr sicher.

Die Honoratioren der Stadt, darunter Dezernent Jan König, sowie die Gäste des Richtfestes und später interessierte Eberswalder durften bei einer Baustellenführung am Freitag schon mal mit Helm durch die jeweils vier Etagen der „Töpferhöfe“ stapfen und den Blick auf den Finowkanal genießen.

Auch wenn der Investor dafür vermutlich noch kein Auge hat, offenbar hat Krüger, der sonst vor allem in Berlin tätig ist, Eberswalde für sich als Markt entdeckt. 2019 wird er in Ostend, am Rohrpfuhl, einen neuen, kleinen Eigenstandort mit 17 Parzellen entwickeln.

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