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Daniel Kurth (SPD) und Othmar Nickel (CDU) weiter im Wahlkampfmodus für rot-schwarzes Stechen am 6. Mai

Landrat
Auf Wahlbeteiligung kommt’s an

Nicht viel los: Caroline Jungnickel gehörte zu den knapp 27 Prozent, die ihre Stimme abgaben, sie wählte in der Kita Sonnenchein in Eberswalde
Nicht viel los: Caroline Jungnickel gehörte zu den knapp 27 Prozent, die ihre Stimme abgaben, sie wählte in der Kita Sonnenchein in Eberswalde © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 23.04.2018, 22:25 Uhr - Aktualisiert 24.04.2018, 14:06
Eberswalde (MOZ) Nach der Wahl ist vor der Wahl. Für Daniel Kurth (SPD) und Othmar Nickel (CDU) bleibt keine Zeit zum Verschnaufen. Sie treten in zwei Wochen erneut an – im Stechen um den Stuhl des Landrates. Die größte Herausforderung dürfte in der Mobilisierung der Wähler liegen.

Daniel Kurth, der gemeinsame Kandidat von SPD und Linken, hatte zwar mit 14 444 Stimmen am Sonntag klar die Nase vorn. Aber vom sogenannten 15-Prozent-Quorum aller Wahlberechtigten – das sind 23 351 Stimmen – war auch er weit entfernt. In keinem der insgesamt sechs Landkreise in Brandenburg, in denen am 22. April Direktwahlen für den Landrat stattfanden, war die Wahlbeteiligung so niedrig wie im Barnim: nur 26,8 Prozent (Spree-Neiße kam auf 42,9 Prozent). Zwar gut vier Prozent mehr als 2010, bei der vorherigen Barnimer Landratsdirektkür, die bekanntlich scheiterte. Dennoch zu wenig. Aufgrund des höchst engagierten Wahlkampfes des Kandidaten-Quintetts, das bis zum Sonnabend andauerte, hatten die Parteien auf eine deutlich höhere Resonanz gehofft.

Zu wählen – „das ist doch erste Bürgerpflicht“, hatte Horst Sawally (68) erklärt, der in der Sporthalle Am Heidewald im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde seine Stimme abgab. Das sah die Mehrheit der Wahlberechtigten aber offenbar nicht so. Nur gut jede vierte Barnimer Wahlberechtigte machte von seinem Recht Gebrauch.

Überrascht haben dürfte so manchen politischen Beobachter aber auch das Ergebnis zwischen Ahrensfelde und Lunow selbst. Dass der Eberswalder Daniel Kurth vor allem im Oberbarnim würde punkten können, damit war zu rechnen. Sein stärkstes Ergebnis aber fuhr der SPD-Landtagsabgeordnete in Bernau im Wahlbezirk 11 (Kita Rappelkiste) ein – mit 58,9 Prozent. CDU-Kontrahent Othmar Nickel punktete erwartungsgemäß in Bernau und Umgebung. Auch er konnte also – zumindest teilweise – seinen Heimvorteil nutzen. Wobei: Sein bestes Resultat verdankt der Schulleiter Friedrichswalde (54,2 Prozent). Das Dorf im Amt Joachimsthal gilt als CDU-Hochburg.

Einen Achtungserfolg mit Platz 3 und immerhin gut 18 Prozent konnte Sven Weller (BVB/Freie Wähler) für sich verbuchen. Der Schorfheider gewann mehr als ein halbes Dutzend der allgemeinen Wahlbezirke für sich. Sein Spitzenergebnis erzielte er in Werneuchen (44,8 Prozent). Vor allem im ländlichen Raum, wo bei der Bundestagswahl im Herbst die AfD starke Ergebnisse einfuhr, zog Weller Stimmen.

Abgeschlagen und relativ chancenlos auf ein Erreichen der nächsten Runde mussten sich Michael Luthardt (B90/Grüne) mit 11,6 und Mark Matthies (Bürgerfraktion Barnim) mit 9,9 Prozent zufriedengeben. Luthardt konnte sich lediglich in Chorin, seinem Heimatdorf, und Senftenhütte durchsetzen, enttäuscht zeigte er sich dennoch nicht. Matthies überzeugte ebenfalls daheim: in Ahrensfelde.

Bei der Briefwahl – zirka 8300 Barnimer machten von dieser Möglichkeit Gebrauch – setzte sich Daniel Kurth in acht von neun Bezirken durch. Sven Weller machte im Briefwahlbezirk Wandlitz das Rennen. Eberswalde mit seinen 35 Wahllokalen wählte fast komplett rot. Lediglich in der Clara-Zetkin-Siedlung sowie im Ortsteil Sommerfelde dominierte schwarz. In der Hussitenstadt Bernau hingegen lieferten sich Kurth und Nickel mitunter ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Für den zweiten Wahlgang am 6. Mai dürfte es darauf ankommen, wer welche Wähler mobilisieren kann. Kurth hat bereits am Wahlabend angekündigt, „noch einmal alles zu geben“ und die zwei Wochen bis zur Stichwahl zu nutzen. Für Nickel stand fest: „Nimmt man das sehr achtbare Ergebnis von Sven Weller hinzu, dann heißt das: Die Mehrheit will einen Wechsel im Barnim.“ Ob die CDU im Stechen mit der Unterstützung von BVB/Freie Wähler rechnen kann, das wolle man in den nächsten Tagen beraten, so Landesvorsitzender Peter Vida. Experten gehen davon aus, dass am 6. Mai mindestens 30 Prozent ihr Votum abgeben müssten, eher sogar mehr, soll es mit der Direktwahl des Ihrke-Nachfolgers noch klappen.

Nehmen die Bewerber nicht die Hürde, wäre der Kreistag am Zug. Er müsste die Stelle ausschreiben und wählen. Solange würde Bodo Ihrke (SPD) die Geschäfte weiterführen.

Alle Ergebnisse vom Sonntag: www.barnim.de

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