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Wahlbeteiligung dürfte beim Barnimer Finale der Landratskür Ausschlag geben / Daniel Kurth und Othmar Nickel hoffen auf Direktmandat

Landratswahl
Zwei Kandidaten kämpfen gegen die Gleichgültigkeit an

Sven Klamann / 03.05.2018, 20:00 Uhr - Aktualisiert 04.05.2018, 15:39
Eberswalde (MOZ) Bei der Stichwahl am Sonntag entscheidet sich, ob Daniel Kurth, gemeinsamer Kandidat von SPD und Linken, oder Othmar Nickel, CDU, Barnimer Landrat wird. Oder ob die direkte Kür am Desinteresse der Wähler scheitert.Die Wahlbeteiligung dürfte die größte Hürde sein.

Als Sieger  können sich beide Bewerber um das Amt des Barnimer Landrates fühlen. Der Eberswalder Daniel Kurth hatte im ersten Durchang 14 444 Stimmen geholt. Das waren 35,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Und für den Bernauer Othmar Nickel waren 10 424 Stimmen abgegeben worden, was 25,3 Prozent entsprach. Das Duo hatte Sven Weller (BVB/Freie Wähler, 7447 Stimmen, 18,1 Prozent), Mark Matthies (Bürgerfraktion Barnim, 4078 Stimmen, 9,9 Prozent) und Michael Luthardt (Bündnis 90/Die Grünen, 4794 Stimmen, 11,6 Prozent) hinter sich gelassen. Doch die mit 26,8 Prozent niedrige Wahlbeteiligung hatte die Freude der beiden Gewinner getrübt. Von den am 22. April stimmberechtigten 155 672 Barnimern hatten nur 41 797 die Chance zur Mitbestimmung genutzt. Das lässt für die Stichwahl nichts Gutes befürchten. Denn es geht nicht nur darum, besser abzuschneiden als der Mitbewerber. Gewählt ist erst, wer überdies die Stimmen von mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten auf sich vereint hat. Im ersten Durchgang hätte der Gewinner also wenigstens 23 351 Stimmen benötigt. Weil in den seither vergangenen fast zwei Wochen Veränderungen gegeben haben könnte, gibt der Kreis die Zahl der zur Stichwahl stimmberechtigten Barnimer erst direkt vor dem Urnengang bekannt. Die MOZ lässt im Kurz-interview beide Bewerber noch einmal zu Wort kommen.

Herr Kurth, Herr Nickel, was ist Ihr wichtigstes Argument, die stimmberechtigten Barnimer an die Wahlurne zu locken?

Daniel Kurth: Es geht um acht Jahre. Es geht um eine wichtige Richtungsentscheidung. Es geht um direkte Mitbestimmung für alle.

Othmar Nickel: Ich wünsche mir, dass die Barnimer ihr Wahlrecht ausüben und der Landrat direkt vom Volk gewählt wird. Der Landrat hat dann ein überzeugendes Mandat und kann auch in Potsdam mit einer starken Position für unseren Landkreis auftreten. Ich bin 1989 wie unzählige Menschen auch für freie Wahlen auf die Straße gegangen.

Aus welchen drei Hauptgründen sollten sich die Wähler für Sie entscheiden?

Nickel: 1. Weil es gut ist, dass nach über 25 Jahren SPD-Landratschaft ein Wechsel im Landratsamt für frischen Wind sorgt. 2. Weil ich ein Bürgerlandrat nah bei den Menschen sein werde. 3. Weil mir der Barnim und seine Menschen am Herzen liegen und ich in den nächsten acht Jahren mit vollem Einsatz für sie arbeiten werde.

Kurth: Ich will den Menschen Mut machen, keine Angst. Ich werde den Barnim nicht schlechter reden, als er ist, aber Probleme klar ansprechen und konsequent anpacken. Ich möchte einen Landkreis, in dem alle gut leben können - unabhängig vom Geldbeutel, vom Wohnort und vom Alter. Das schaffe ich nicht allein. Deshalb bitte ich Sie um Unterstützung, Gehen Sie wählen und machen Sie mit beim Projekt Zukunft!

Wie werden Sie die Zeit bis Sonntag nutzen?

Kurth: Es sind noch zahlreiche Aktionen geplant. Ich führe viele Gespräche bei Pendleraktionen und an Infoständen im ganzen Landkreis. Es wird viel diskutiert und ich höre zu. Meine Botschaft lautet: 1+1, dann schaffen wir das Quorum. Das heißt: Jeder, der wählen geht, nimmt einen mit, der noch nicht wählen war.

Nickel: Ich werde zum Beispiel das Stadtteilfest in Finow besuchen und mit Unterstützern im Wahlkampfendspurt in Panketal unterwegs sein. Außerdem freue mich am Freitagabend auf den Besuch eines Fußballspiels in der Brandenburgliga.

Was fällt Ihnen Nettes zu Ihrem Mitbewerber ein?

Nickel: Er scheint, genau wie ich, tierlieb zu sein.

Kurth: Ich schätze sein kommunalpolitisches Engagement.

Sollte die Direktwahl scheitern, werden Sie sich dann im Barnimer Kreistag zur Wahl stellen?

Kurth: Wir setzen gemeinsam alles daran, dass die Direktwahl gelingt. Alles andere entscheiden wir dann.

Nickel: Ja, ich bin angetreten, um Landrat zu werden.

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