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Bienenjahr ist im Barnim gut gestartet / Besuch beim Lichterfelder Hobby-Imker Volker Sachtleben

Honig
Die Bienen sind gut ins Jahr gestartet

Der Herr der Bienen: Der Lichterfelder Imker Volker Sachtleben hat mit seinen 13 Bienenvölker mit jeweils über tausend Bewohnern gerade in den Sommermonaten alle Hände voll zu tun. Doch die Mühen lohnen sich. Die fleißigen Insekten in seinem Garten bescheren ihm auch reichlich Honig.
Der Herr der Bienen: Der Lichterfelder Imker Volker Sachtleben hat mit seinen 13 Bienenvölker mit jeweils über tausend Bewohnern gerade in den Sommermonaten alle Hände voll zu tun. Doch die Mühen lohnen sich. Die fleißigen Insekten in seinem Garten bescheren ihm auch reichlich Honig. © Foto: Susan Hasse
Susan Hasse / 08.05.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 09.05.2018, 16:30
Lichterfelde (MOZ) Das diesjährige Bienenjahr im Barnim ist nach Ansicht des Lichterfelder Imkers Volker Sachtleben gut angelaufen. Keine Wetterkapriolen störten bislang. Alles blüht und die Bienen sammeln fleißig Nektar. In wenigen Wochen kann der erste Honig fließen.

Volker Sachtleben ist zufrieden: Seine Bienenvölker entwickeln sich prächtig. Das Jahr scheint für die Barnimer Imker gut zu werden. „Die Robinie schiebt schon“ so Sachtleben mit Blick auf die kleinen zarten Blütenstände des Laubbaumes in seinem Garten. Dank der Blütenexplosion im April haben die Bienen genügend zu fressen. Bereits Ende April, früher als sonst, hat in diesem Jahr die Roßkastanie geblüht. Nach der Blüte der Kastanien kann meist der erste Honig geerntet werden, erzählt der Imker. Sachtleben wurde durch sein Bienenhobby auch zum versierten Naturbeobachter. Er weiß, wo welche Bäume und Sträucher stehen und wann ihre Blüte beginnt. Die Robinie in seinem Garten, zeigt er mit fachmännischem Blick, schiebe bereits. Die Blütenstände seien schon bald voll entwickelt. Die Bienen lieben diese Pollen, ganze Schwärme seiner Schützlinge werden sich in ein paar Tagen hier tummeln.

„Bienen sind Landschaftspfleger“, erklärt er die wichtige Bedeutung der fleißigen Insekten. Ihre Bestäubungsleistung sei unglaublich beeindruckend. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass sie eine wichtige Futtergrundlage für die heimischen Vögel sind.

Sachtleben ist Herrscher über 13 Völker, wobei herrschen hier der falsche Begriff ist. Er ist eher der Betreuer der fleißigen Insekten: Er schützt sie vor ihren größten Feinden, der Milbe Varroa destructor und begleitet sie durch das Jahr. Für den Winter gibt er ihnen genügend Nahrung, dass sie die kalte, blütenlose Zeit heil überstehen. Im Frühjahr bekommen die Tiere neue Waben.

„Derzeit sind die Bienen voll und ganz mit ihrem Nachwuchs beschäftigt“, erzählt Sachtleben. Er zieht eine Wabe aus der Bienenkiste und betrachtet das emsige Treiben aus der Nähe. Erste Maden sind bereits geschlüpft und verpuppen sich, um schon bald als Biene zu schlüpfen. In die leeren Waben wird dananch der wertvolle Nektar eingelagert. Daraus machen die Bienen den haltbaren Honig. Ein paar Hundert Gläser Ertrag pro Jahr erhält Sachtleben für seine Mühen. Abnehmer für seinen Lichterfelder Honig hat er reichlich. Die Stammkundschaft ist treu und es spricht sich schnell herum, dass die Sommerblüte aus Lichterfelde dank der Blütenvielfalt besonders lecker ist. Die Bienen ziehen derzeit gern auf die Rapsfelder. Dass das von Landwirten eingesetzte Pflanzenschutzmittel Glyphosat seinen Bienen schade, kann er nicht bestätigen. „Unsere Bauern hier kann ich nur loben“, so Sachtleben. Sie scheinen den Einsatz im Griff zu haben. Seinen Bienen gehe es prächtig.

Seit 1999 ist Sachtleben Hobby-Imker in Lichterfelde. Eigentlich hatte er sich vorher immer um viel größere Nutztiere wie Schafe und Hühner gekümmert, doch der Besuch bei einem benachbarten Bienenzüchters weckte die Lust am Imkern. Es war dieser unglaublich intensive Geruch des Honigs, die seine Liebe zu den schwarz-gelb-gestreiften Nützlingen weckte. Die ersten Jahre als Imker waren durchaus holprig, gibt Sachtleben schmunzelnd zu. Allerlei Anfängerfehler habe er gemacht und viel Lehrgeld bezahlt. Man dürfe nicht jedem Ratschlag folgen, weiß er heute. Aus Fehlern wird man jedoch klug. Heute, 20 Jahre später, hat er seine fleißigen Helfer fest im Griff und an seinem Hobby viel Freude.

Auf den aktuellen Trend zum Imkern angesprochen, lächelt Sachtleben nur müde. Das Durchhalten sei nicht einfach und erst nach ein paar Jahren stelle sich eine gewisse Routine ein. Auch die Arbeitszeiten seien nicht jedermanns Sache. Hochsaison für Imker ist nämlich im Juli und August, zu einer Zeit, wo die meisten lieber am See liegen oder in den Urlaub fahren.

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