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Eberswalder Verein stellt über 60 Sukkulentenarten im Forstbotanischen Garten vor

Garten
Wenn der Kaktus aufblüht

Christina Sleziona / 22.05.2018, 22:30 Uhr
Eberswalde Dass exotische Sukkulenten den heimischen Pflanzen in nichts nachstehen was die Blütenpracht betrifft, zeigte der Kakteenclub Eberswalde am Pfingstwochenende. Zu den zwölften „Barnimer Kakteentagen“ wurden deshalb über 60 Arten im Forstbotanischem Garten vorgestellt.

„Epiphytisch“, so lautete dieses Mal das zugegeben sperrige Zauberwort. Gezeigt wurden daher unzählige Sukkulenten und Kakteen, die vor allem in feuchten und halbtrockenen tropischen und subtropischen Zonen Mittel- und Südamerikas auf Bäumen, Felsen und Berghängen wachsen.

Die Pflanzen müssen an diesen Orten Erstaunliches leisten, denn hier steht ihnen kein nährstoffreicher Boden zur Verfügung, was die Nahrungsbeschaffung stark erschwert, erklärt  Jürgen Prüfer, Vorstandsvorsitzender des Kakteenclubs, die Eigenarten dieser Pflanzen. Sie müssten daher jeden Regenschauer nutzen, um so viel Wasser wie möglich in ihren dornigen Blättern zu speichern. Einige der präsentierten Pflanzen bleiben daher so klein und rund wie eine Kinderhand. Andere wiederum, so erzählt Prüfer weiter, lassen sich in Hängetöpfen sogar zu einer Größe von bis zu zwei Metern heranzüchten.

Der Vorstandsvorsitzende selbst geht bei der Pflanzenzucht mit gutem Beispiel voran. Über 500 Sukkulenten befinden sich bereits in seinem Besitz, die er in mehreren Gewächshäusern pflegt und hegt. Besonders interessant findet er die Art der „Echinocereus“, die vor allem im Südwesten der USA und in Süd- und Zentral-Mexiko angesiedelt ist. Ihre Hauptblütezeit liegt im Mai, weshalb ihre volle, vielfältige Blütenpracht auf der Ausstellung sehr gut zur Geltung kam. Einen besonders grünen Daumen schreibt sich Jürgen Prüfer jedoch nicht zu. Gerade ihrer Pflegeleichtigkeit im Verhältnis zu anderen Pflanzen mache den Charme der Sukkulenten aus, berichtet er.

Einige Regeln gilt es dennoch zu befolgen: „Man muss zum Beispiel darauf achten, dass sie nässegeschützt wachsen“, betont der Hobbygärtner. Entscheidend für die richtige Pflege sei ebenso ein entsprechend angepasstes Klima im Gewächshaus. Für frostempfindliche Kakteen empfiehlt er deshalb ein beheizbares Gewächshaus mit einer Temperatur zwischen fünf und zehn Grad. Ein ebenso entscheidender Faktor für das Erblühen der Pflanzen sei neben der entsprechenden Beheizung vor allem die Einhaltung der Winterruhe, ergänzt der 15-jährige Sami Mohammad, der vor zwei Jahren seine Liebe zu Kakteen entdeckte.

Zur Veranschaulichung nahm er sogleich einen blassgrünen Kaktus zur Hand, der in der jüngsten Vergangenheit zu viel Licht abbekam. „Er ist zu schnell in die Höhe geschossen, das macht das Zellwachstum nicht mehr mit. Deshalb ist in seinen Blättern kaum noch Chlorophyll vorhanden“, erklärt er fachkundig. Er selbst kann auf 200 Pflanzen in seinem selbst gebauten Gewächshaus stolz sein.Hängende Pflanzen wie auf der Ausstellung lassen sich darunter jedoch nicht finden, da sie ihm viel zu sperrig seien. Kleine, kugelige Artgenossen wie dem „Notocactus“ züchtet er deshalb mit Vorliebe. Seit etwa einem Jahr ist Sami bereits im Kakteenclub Mitglied. Dass er sich mit Gleichgesinnten austauschen und fachsimpeln kann, ist für ihn ein großes Plus.

Insgesamt nahmen sich am Pfingstwochenende über 350 Gäste die Zeit, die große Sukkulenten- und Kakteenvielfalt des Vereins zu betrachten. Unter ihnen befand sich auch Besucherin Ursula Rogge, die die vielen Ratschläge von Sami und den anderen Clubmitgliedern dankbar annahm. Dieses Jahr mache ihr vor allem ein Hängekaktus zu Hause in Berlin zu schaffen, der einfach nicht mehr blühen möchte. „Ich hoffe deshalb, dass die eingeholten Tipps helfen werden, die Pflanze wieder aufzupäppeln“, erzählt sie frohen Mutes bevor es wieder zurück in die Heimat ging.

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