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Experten bieten interaktive Workshops an / Start der Tour am Paulus-Praetorius-Gymnasium Bernau

Bildung
Digitale Arbeitswelten

Im Rahmen: Der „Turing“-Bus – hier der Auftakt mit Vertretern der beteiligten Gesellschaften und Organisationen am Paulus-Praetorius-Gymnasium Bernau –  tourt in den nächsten Wochen durch zahlreiche kleine und mittelgroße Städte Deutschlands.
Im Rahmen: Der „Turing“-Bus – hier der Auftakt mit Vertretern der beteiligten Gesellschaften und Organisationen am Paulus-Praetorius-Gymnasium Bernau –  tourt in den nächsten Wochen durch zahlreiche kleine und mittelgroße Städte Deutschlands. © Foto: Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 23.05.2018, 06:45 Uhr
Bernau Der „Turing“-Bus, ein mobiles Bildungsangebot im Wissenschaftsjahr 2018, hat am Dienstag am Paulus-Praetorius-Gymnasium Bernau seine bundesweite Tour gestartet.

Das Ziel ist es dabei, Schülern in Workshops und Diskussionsrunden die Grundlagen der Informatik und gesellschaftliche Konsequenzen der Digitalisierung zu vermitteln. Der „Turing“-Bus – benannt nach dem britischen Computerpionier Alan Turing – wird von der Gesellschaft für Informatik und der Open Knowledge Foundation auf die Reise durch die Schulen und Jugendclubs  im ländlichen Raum geschickt. Einige Stationen sind Riesa, Templin, Garz sowie Rangsdorf. Das Angebot wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2018 gefördert.

„Mit dem Turing-Bus lernen Jugendliche und junge Erwachsene, wie sie die Arbeitswelten der Zukunft selbst mitgestalten können“, sagte Matthias Graf von Kielmannsegg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung, zum Auftakt. Dabei würden die Arbeitswelten immer aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, von der Informatik über die Ingenieurs- bis zu den Geisteswissenschaften. „Die Digitalisierung und der demographische Wandel werden viele Möglichkeiten schaffen, sich zu beweisen“, so von Kielmannsegg.

Dezernent Matthias Tacke von der Kreisverwaltung Barnim sprach sich für einen „intelligenten Umgang mit dem aus, was auf uns zukommt“. Die Schule habe die große Aufgabe, „auf etwas vorzubereiten, von dem wir nicht wissen, wie es aussieht“. Das Thema Digitalisierung müsse dabei nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich diskutiert werden, forderte Tacke.

Der Präsident der Gesellschaft für Informatik, Hannes Federrath, freute sich, dass sich in Bernau auch viele Mädchen für Informatik interessieren. Die jungen Leute rief er auf, „Geräte zu bauen, die keine negativen Auswirkungen haben“. Ein Facebook müsse auch „im zweiten und dritten Moment noch gut sein“, so Federrath.

Nach Auffassung von Nadine Evers, Geschäftsführerin der Open Knowledge Foundation Deutschland, ist die Arbeitswelt der Zukunft digital. Dies gebe den entsprechenden Strukturen eine große Macht, die vorrangig in den Händen großer Konzerne liege. „Diese Macht muss demokratisiert werden, was auch politische Arbeit bedeutet“, so die Geschäftsführerin.

Bernaus Bürgermeister André Stahl warnte davor, zum „Opfer der Digitalisierung“ zu werden. „Da müssen wir aufpassen“, sagte der Linken-Politiker.  Die Technologie biete viele Chancen, aber auch erhebliche Risiken.

Nach einem kurzen Impulsvortrag durch Ina Schieferdecker, Leiterin des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft, gab es im Paulus-Praetorius-Gymnasium insgesamt fünf Workshops. So bauten Schüler beispielsweise mit einem modifizierbaren und günstigen Mini-Rechner, einem sogenannten Raspberry Pi, ein digitales Flugblatt. Mithilfe des Computers konnten die Jugendlichen per W-LAN Nachrichten an umgebende Smartphones aussenden. Dabei sollten die Gestaltungspotenziale kleiner Bastelcomputer gezeigt und Lust auf eigene Projekte geweckt werden. „Diese digitalen Flugblätter kann man beispielsweise in autoritären Ländern nutzen, um Internetsperren zu umgehen“, nannte „Turing“-Bus-Projektleiterin Andrea Knaut eine mögliche Anwendung.

Das Wissenschaftsjahr widmet sich 2018 dem Thema „Arbeitswelten der Zukunft“. Es zeigt, welchen Einfluss soziale und technische Innovationen auf die Arbeitswelten von morgen haben – und wie diese nicht nur den Arbeitsalltag verändern, sondern auch neue Maßstäbe im gesellschaftlichen Dialog setzen.

www.wissenschaftsjahr.de/2018

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