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Wasserbauer
Wechsel am Führerstand

Wachablösung: Peter Huth (M.) und Uwe Scheffert (2. v. r.) wurden in den Ruhestand verabschiedet. Mit Rucksäcken und einem Bild von Reik Blümke, das die letzte Wirkungsstätte zeigt. Wolf Laule (l.) und Raphael Probiesch übernehmen die Spitzenpositionen. Ein nahtloser Übergang, so WNA-Chef Rolf Dietrich.
Wachablösung: Peter Huth (M.) und Uwe Scheffert (2. v. r.) wurden in den Ruhestand verabschiedet. Mit Rucksäcken und einem Bild von Reik Blümke, das die letzte Wirkungsstätte zeigt. Wolf Laule (l.) und Raphael Probiesch übernehmen die Spitzenpositionen. Ein nahtloser Übergang, so WNA-Chef Rolf Dietrich. © Foto: Thomas Burkchardt
Viola Petersson / 01.06.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 01.06.2018, 14:56
Niederfinow (MOZ) Die Inbetriebnahme des neuen Schiffshebewerkes noch in ihrer aktiven Zeit zu erleben, das ist ihnen nicht vergönnt. Gleichwohl haben Peter Huth und Uwe Scheffert eine maßgebliche Aktie an dem Projekt. Jetzt wurden die beiden Stahlwasserbauer in den Ruhestand verabschiedet.

Das Beste zum Schluss. Peter Huth und Uwe Scheffert (beide 65) können das mit Fug und Recht über ihren letzten Job sagen. In den Diensten des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin (WNA) stehend, begleiteten sie in den vergangenen zehn Jahren Planung und Neubau des Schiffshebewerkes in Niederfinow.  Der eine, Huth, als Projektleiter, der andere, Scheffert, als sogenannter Baubevollmächtigter. Zwei Spitzenpositionen beim WNA, dem Bauherrn des Hebewerkes. Und eine überaus spannende Aufgabe in der letzten Phase ihrer beruflichen Laufbahn. Ein Projekt mit Potenzial, Eingang in die Geschichtsbücher für herausragende Technik zu finden.

Rolf Dietrich, Leiter des WNA Berlin und damit Chef des scheidenden Duos, skizzierte den Weg der Zwei nach – von der Ausbildung und vom Studium über die Forschungsanstalt für Schifffahrt, Wasser- und Grundbau, in der beide zu DDR-Zeiten tätig waren, bis hin zum Sachbereich 8 beim WNA, der ausschließlich mit dem Neubau des Schiffsfahrstuhls in Niederfinow befasst ist. Zweifellos die interessanteste Etappe in der Karriere.

Gleichwohl haben sich Huth und Scheffert auch vorher schon einen Namen gemacht. Etwa mit solch anspruchsvollen Projekten wie der Schleuse Charlottenburg, der Waggonkippanlage im Hafen Königs Wusterhausen, den außergewöhnlichen Hubschwenktoren an den Schleusen der Staustufe Hohensaaten. Und natürlich mit dem spektakulären Neubau der Kreuzungsanlage zwischen Oder-Havel-Kanal, Bahnlinie und Landesstraße in Eberswalde, für den seinerzeit Peter Huth verantwortlich zeichnete und mit dem sich der Berliner, damals noch beim Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde (WSA) in einer leitenden Funktion, für die neue, die noch größere Baustelle empfohlen hatte.

Dietrich lobte neben der fachlichen Kompetenz vor allem die ruhige, ausgleichende und unaufgeregte Art der beiden Ingenieure. Mit ihrer Erfahrung und Besonnenheit hätten sie „einen herausragenden Anteil am erfolgreichen Gelingen“ des Projektes Neues Schiffshebewerk.  Mit Blick auf die finale Phase beim Neubau zeigte sich der WNA-Chef zugleich erleichtert, dass es gelungen sei, die Nachfolge intern zu klären. Wolf Laule und Raphael Probiesch übernehmen per 1. Juni Projektleitung und Baubevollmächtigung. Damit sei zugleich für Kontinuität gesorgt. Trotzdem: „Es ist keine ganz leichte Aufgabe, die Sie übernehmen“, erklärte Dietrich mit einem Schmunzeln. „Das Geld ist im Wesentlichen ausgegeben.“ Jetzt ginge es bald an Abnahme und Abrechnung.

Als Bauherr, stellte Dietrich mit einer gewissen Genugtuung fest, „haben wir hier fast alles richtig gemacht“. Auch wenn sich Bau und Fertigstellung verzögert haben, „wir liegen immer noch im Budget“. Im Gegensatz zum Berliner Großflughafen BER liefen in Niederfinow die Kosten nicht aus dem Ruder. Die Entscheidung zur Generalauftragnehmervergabe für die Bauausführung habe sich – trotz Hochkonjunktur schon 2007 – als vorteilhaft erwiesen. Und Dietrich ist überzeugt: „Wir werden vor dem BER eröffnen.“

Im Herbst 2019 soll der untere Vorhafen fertiggestellt sein. Und bis dahin sollte dann auch die Maschine komplettiert sein, also das eigentliche Hebewerk, so dass Ende 2019/Anfang 2020 die Inbetriebnahme erfolgen könne. Peter Huth und Uwe Scheffert werden dabei sein – und diese dann ganz entspannt als Besucher verfolgen, haben sich die Zwei fest vorgenommen.

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