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Erster Eberswalder Coworking Space eröffnet / An der Puschkinstraße teilen sich Freiberufler und junge Unternehmen ein Büro

Eröffnet
Eigenständig und trotzdem gemeinsam

Eröffnung Thinkfarm in Eberswalde am 7.6.2018
Eröffnung Thinkfarm in Eberswalde am 7.6.2018 © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 08.06.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 08.06.2018, 07:08
Eberswalde (MOZ) Coworking Space, Thinkfarm, Transition Thrive, Wikiciety – an die Namen wird sich so mancher Eberswalder erst noch gewöhnen müssen. Dabei ist die Idee denkbar einfach. Freiberufler und junge Unternehmen teilen sich ein Büro. Officesharing also. Die Vorteile liegen für Madlen Haney (34), Sven Gumbrecht (44) und Ingo Frost (38), die Gründer der ersten Eberswalder Bürogemeinschaft, die unter „Thinkfarm“ firmiert, auf der Hand.

Interessenten können „hier einen voll ausgestatteten Büroarbeitsplatz mit großem Schreibtisch, schnellem Internet, Telefonanschluss und Drucker mieten“. Seminarbereich, Besprechungsraum und Küche werden gemeinschaftlich genutzt. „Das spart Geld und den Arbeitsaufwand, den die Neueinrichtung eines eigenen Büros mit sich bringen würde“, so das Trio.

Neben diesen ganz praktischen Vorteilen biete die Thinkfarm auch Raum für Vernetzung, Unterstützung und Inspiration, sind die Gründer überzeugt. „Einerseits kann ich hier selbstbestimmt arbeiten, andererseits arbeite ich eben gern mit anderen zusammen“, beschreibt Ingo Frost, der Webseiten programmiert, seine Motivation. Madlen Haney wiederum hat über Monate auf Usedom relativ allein in einem Büro gesessen. Sie arbeitet für die Energiegenossenschaft Inselwerke. „Es fehlt einfach der Austausch“, so die junge Frau, die gerade ihren Master an der HNE gemacht hat und Eberswalde wegen des Klimas, des sozioökologischen Wandels schätzt.

Doch was in Amerika und in deutschen Großstädten längst etabliert ist, kann das in der Provinz, im Barnim funktionieren? Die Wahl-Eberswalder sind davon überzeugt. „Das Thema Coworking treibt uns schon seit 2012 um“, berichtet Sven Gumbrecht, der als Rechtsanwalt und Coach arbeitet. Bei einer „Vernetzungsveranstaltung“ an der Hochschule HNE sowie mit einem Probearbeitstag im damaligen „Freiraum“ habe man versucht, Interesse zu wecken und den Bedarf auszuloten. Was die Drei offensichtlich ermutigte. Als sich Anfang des Jahres die Gelegenheit mit der Puschkinstraße in unmittelbarer Zentrumsnähe  eröffnete, zögerten sie nicht lange, die lang gereifte Idee in die Tat umzusetzen.

Im Eberswalder Coworking Space stehen Nutzern drei Bereiche zur Verfügung: ein offener Bereich sowie ein Fixdesk und ein Flexdesk. Der Fixdesk besteht aus fünf festen Arbeitsplätzen. Einer, so ist auf dem „Etikett“ am Tisch zu lesen, ist noch zu haben, kann gemietet werden. Wobei sich zwei Nutzer auch einen Arbeitsplatz teilen können, wie Gumbrecht erklärt. Wenn etwa einer vor-, der andere nachmittags arbeitet. Im flexiblen Teil könnten bis zu zwölf Nutzer ihren Laptop aufklappen. Das Ganze bei monatlichen Mieten zwischen 85 und 150 Euro.

Die drei Gründer, die jeweils einen Schreibtisch am Fixdesk haben, kooperieren bereits unter anderem mit der HNE, mit dem Verein Hebewerk sowie der Initiative Wandelbar. So hat beispielsweise auch das Klimaschutz-Projekt „Transition Thrive“ seinen Sitz an der Puschkinstraße 15. Am Sonnabend sind Studenten der Fachhochschule Potsdam im Coworking Space zu Gast. Sie laden zu einem Workshop „Eberswalde – wer bist du?“ ein. Zwischen 10 und 16 Uhr geht es um das Thema Stadtidentität. Interessierte Eberswalder sind herzlich eingeladen. „Wir haben im Vorfeld 400 Eberswalder interviewt“, macht Professor Tobias Schröder schon mal neugierig auf die Auswertung.

Bleibt die Frage: Warum müssen es englische Bezeichnungen sein, warum Coworking Space statt Bürogemeinschaft? Warum Thinkfarm statt „Denkbauernhof“, wie Anja Neumann ins Kanaldeutsch übersetzt. „Mitunter bringen es die englischen Begriffe einfach auf den Punkt“, findet Sven Gumbrecht. Im Übrigen wende man sich mit dem Angebot natürlich in erster Linie an internetaffine Freiberufler, auch Freelancer genannt, die vielleicht noch nach Berlin pendeln. An junge Unternehmen, Start-ups.

Der Coworking Space ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Nähere Informationen auf www-thinkfarm-eberswalde.de

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