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Volksbank Uckermark erwägt Filialöffnung in Groß Schönebeck / Gespräch mit Gemeinde / Kreistag entscheidet über Sparkassen-Rückkehr

Filialeröffnung
Neue Hoffnung für Bankkunden

Sparkassengebäude Groß Schönebeck mit Protest-Spruchband
Sparkassengebäude Groß Schönebeck mit Protest-Spruchband © Foto: Rudolf Prume
Susan Hasse / 13.06.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 13.06.2018, 09:37
Groß Schönebeck (MOZ) Es gibt wieder Hoffnung für die Bankkunden in Groß Schönebeck. Die Volksbank Uckermark-Randow erwägt, eine Filiale dort zu eröffnen und damit die Lücke zu schließen, die durch den Rückzug der Sparkasse im Ort entstanden ist.

In den kommenden Wochen soll es Gespräche mit Kundenberatern der zum Genossenschaftsverbund gehörenden Volksbank Uckermark-Randow und interessierten Kunden geben. Die Bank kann sich vorstellen, im Bürgerhaus mehrmals die Woche Kundenberatung anzubieten, um so die Marktlage im kleinen Schorfheide-Dorf zu erkunden. Zusätzlich könnte auch SB-Terminal aufgebaut werden, so Polle.

„Gern unterhalten wir uns mit den Bürgern in Groß Schönebeck darüber, wie auch dort Bankdienstleistungen angeboten werden können“, kündigte der Vorstand der Volksbank Stefan Polle gegenüber der MOZ an. Diese Nachricht wurde in Groß Schönebeck begeisternd aufgenommen. Der Vorsitzende des Bürgervereins Jörg Mitzlaff hat daraufhin in einem offenen Brief die Bank zu Gesprächen eingeladen. „Groß Schönebeck warte darauf, wieder mit Bargeld und Bankdienstleistungen versorgt zu werden“, heißt es darin. Die ehemalige Sparkassenfiliale im Ort wäre sofort und ohne Umbauten betriebsbereit. Die Vermieterin der Immobilie sei sehr an einer Weiternutzung in gleicher Weise interessiert, betont Mitzlaff in seinem Schreiben. Mittlerweile haben sich beide Seiten getroffen. „Es sieht ganz gut aus“, so ein Zwischenfazit vonseiten des Bürgervereins. Die Volksbank ist ebenfalls zuversichtlich. Zunächst müssten Gespräche innerhalb der Gemeinde Schorfheide geführt werden, so Polle. Dann werde man die Debatte fortführen.

Allerdings gibt es auch noch Hürden. Als Richtwert gelten 1000 Kunden, um eine Filiale langfristig wirtschaftlich betreiben zu können. Groß Schönebeck selbst hat zwar nur rund 1700 Einwohner, zählt man allerdings das Einzugsgebiet der zahlreichen umliegenden Orte dazu, kommt man rasch auf 5000. Zudem sind viele Touristen im Sommer im Ort unterwegs. Der Bürgerverein wolle nun trommeln und möglichst viele Kunden zum Wechsel überreden. Auch durch den Wegzug der Sparkasse vergrätzte Kunden könnten zur Volksbank wechseln, so das Kalkül.

Die Volksbank Uckermark mit Sitz in Prenzlau hat sich auf das Geschäft im ländlichen Raum konzentriert und bietet die gesamte Palette der Bankdienstleistungen an. Es ist fast genau ein Jahr her, als die Sparkasse Barnim ihre Filiale unter großen Protesten der Einwohner in Groß Schönebeck geschlossen hat. Der Aufschrei der Einwohner war damals groß, doch es half nichts. Obwohl die Filiale nach Aussagen der Führungsspitze der Sparkasse keine Verluste einfuhr, musste sie im Zuge der Filialreduzierung dicht machen. Obwohl der  Mietvertrag in Groß Schönebeck noch immer läuft  und somit Geld kostet, zog sich die Sparkasse zurück. Bis heute stößt das auf Unverständnis im Ort. Die Filiale und ihre Schließung ist längst zum Politikum geworden und wurde auch im Landratswahlkampf thematisiert. Beim Kandidaten-Duell in Joachimsthal haben alle fünf Politiker versprochen, die Sparkasse zurück aufs Land zu holen. Der Barnimer Landrat hat als Chef des Verwaltungsrates der Sparkasse gewichtigen Einfluss auf deren Geschäftspolitik. Nun startet die CDU-Fraktion im Kreistag Barnim einen neuen Versuch, die Sparkasse zurück nach Groß Schönebeck zu holen. In einem Antrag, über den am Mittwoch abgestimmt werden soll, fordert sie, dass der Sparkassenautomaten wieder aufgestellt werden soll. Es müsse möglich sein, dort Bargeld abheben zu können und Überweisungen zu tätigen, heißt es in dem Antrag. „Es wird sich zeigen, wie sich die anderen Parteien positionieren“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Carsten Bruch. Die zweitgrößte Fraktion schaut sicherlich besonders zur SPD-Fraktion, deren Kandidat Daniel Kurth weiter im Rennen um den Landratsposten ist. Auch Kurth versprach für die Rückkehr zu kämpfen.

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Dieter Leonhardt 15.06.2018 - 10:59:23

Der weite Weg des Geldes

Wie schändlich der Umgang des SPD-geführten Landkreises mit uns Dörflern ist, erschließt sich aus dem Dichtmachen der Sparkasse in Groß Schönebeck. Um an Bargeld zu kommen, ist der "kürzeste" Weg nach Liebenwalde mit Hin-und Rückweg 25 Km. Nach Klosterfelde sind es 30 Km. Trotzdem hat der SPD-Landratskandidat die meisten Stimmen erhalten. Also alles richtig gemacht? Offenbar ja, denn auch die Linke hat ihren Anhängern den SPD-Kandidaten empfohlen und stellt sich damit an die Seite der Partei, die uns Kleinen Leuten die Beine weghaut. Doch was ist die Alternative?

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