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Stadt will Weg zur Entwicklung neuer Eigenheim-Standorte ebnen / Änderung im Flächennutzungsplan notwendig

Trotz steigender Preise
Bauland-Nachfrage weiter hoch

Viola Petersson / 13.06.2018, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Trotz hoher und weiter steigender Bau- und Grundstückspreise, der Bauboom ist ungebrochen. Weshalb Eberswalde neue Eigenheimstandorte erschließen will. Zunächst sind dafür jedoch die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Die Ostender Höhen sind fast komplett vermarktet. Lediglich drei Grundstücke sind aktuell auf der Homepage noch ausgeschrieben. Deshalb denkt Eberswalde über die Ausweisung neuer bzw. weiterer Standorte nach. Die Kreisstadt will die viel zitierte Chance als Kommune in der zweiten Reihe Berlins nutzen. Allein: Langsam werden die Areale knapp. „Die ,einfachen‘ Grundstücke sind weg“, hatte Baudezernentin Anne Fellner jüngst die Situation gekennzeichnet. An zwei Standorten sieht die Verwaltung Möglichkeiten, interessierten Bauherren Parzellen anbieten zu können. Dazu muss allerdings der Flächennutzungsplan (FNP) von 2014 geändert werden.

Genau das hat die Verwaltung jetzt angeschoben. Es geht um eine kleine Fläche in Südend sowie um den ehemaligen Hubschrauberlandeplatz in Finow, eine Konversionsfläche. In Süd-end handelt es sich um eine sogenannte Abrundung. In den vergangenen Jahren ist dort bekanntlich, in Nachbarschaft zum Landesbehördenzentrum, ein komplett neues Wohngebiet entstanden. Die Grundstücke, die die Brandenburgische Boden Gesellschaft angeboten hatte, sind allesamt vermarktet. Um die 90 Eigenheime sind entstanden. Die Stadt wiederum verfügt zwischen Wiedemann- und Ecksteinstraße sozusagen über eine Splitterfläche, über eine 6000 Quadratmeter große Fläche, die noch als Wald ausgewiesen ist. Dort ließe sich mit relativ geringem Erschließungsaufwand ein Angebot für potenzielle Häuslebauer schaffen, heißt es. Platz für acht bis zehn Grundstücke.

Die 6,2 Hektar große Fläche in Finow hingegen gilt laut FNP als „Angebotsfläche für Freiflächenphotovoltaikanlagen“. Obgleich es zunächst Interessenten dafür gab, sei es letztlich nicht zur Umsetzung gekommen. Mögliche Investoren seien abgesprungen. Weshalb eine alternative Nachnutzung in den Fokus rückt. Wegen der Nähe zu den bestehenden Wohnstandorten (insbesondere dem Karl-Marx-Ring) und vor allem auch wegen der steigenden Nachfrage nach Bauland gerade in Finow erwägt die Stadt nunmehr eine Umwidmung zu Bauland – für immerhin etwa 40 Grundstücke. Beide Standorte, Südend wie Finow, seien im Übrigen Anfang 2017 durch die Arbeitsgruppe Wohnbaupotenziale als geeignete Standorte deklariert und favorisiert worden, so der Hinweis der Rathausspitze.

In den Jahren 2013 bis 2016 hat die Stadt Eberswalde nach eigenen Angaben 140 Grundstücke veräußert, darunter 65 Baugrundstücke für die Errichtung von Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 konnten 46 Grundstücke vermarktet werden, darunter 16 Baugrundstücke. In diesem Jahr (Stand 31. Mai) wechselten bisher 20 Grundstücke den Besitzer, darunter 16 Bauparzellen. 2017/2018 hat die Stadt für Häuslebauer vor allem Grundstücke auf den Ostender Höhen sowie in Sommerfelde bereitgestellt. Wie die nebenstehende Grafik zeigt, wird bezahlbares Bauland in Berlin immer knapper. Interessenten ziehen verstärkt ins Umland.

Die städtische Bauordnungsbehörde hat 2017 insgesamt 242 Baugenehmigungen erteilt – vom Neubau eines Geschäftshauses oder einer Werkhalle über die Sanierung eines Altstadtquartiers bis hin zum Eigenheim. In diesem Jahr konnte das Team von Udo Götze bislang 86 Mal den grünen Stempel geben.

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