Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bürgerfraktion Eberswalde wendet sich mit Kritik und Vorschlägen zum Straßenkulturfest an Kulturausschuss

Reaktionen auf FinE
Katerstimmung nach Stadtparty

Viola Petersson / 22.06.2018, 20:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) So wie bei der 11. Auflage von  FinE ein Gewitter über Eberswalde herniederging, hagelte es hinterher – neben Lob – auch heftig Kritik am Stadtfest. Die Bürgerfraktion wandte sich mit Reaktionen und Vorschlägen an den Kulturausschuss. Doch der will sich damit erst nach der Sommerpause befassen.

Seit Jahren beschäftige sich die Fraktion mit dem Stadtfest, heißt es in dem Brief von Götz Herrmann und Kollegen an den Fachausschuss, der MOZ in Kopie vorliegt. „Unsere teilweise kritischen Anmerkungen verfolgten immer das Ziel, unser Fest zu einem Erlebnis für alle Eberswalder zu machen und eine große Strahlkraft zu entfachen“, betonen die Abgeordneten. Mehrfach habe man daher der Verwaltung „konstruktive Kritik und Vorschläge zugearbeitet“. Unter anderem hat die Bürgerfraktion eine Umfrage unter den Besuchern angeregt. Die soll nun 2019 erfolgen. Nach den Reaktionen auf die jüngste, die elfte Ausgabe sei es an der Zeit, einen genaueren Blick auf das Fest zu werfen sowie Angebot und Resonanz zu analysieren, mahnen die Stadtverordneten.   Und da sie nicht immer nur als „Meckerköpfe“ wahrgenommen werden wollen, haben sie auch gleich einige Ideen entwickelt.

Der Brief hat den Fachausschuss sowie das Kulturdezernat zwar erreicht. Gleichwohl wurde das Thema auf der Juni-Sitzung nicht behandelt. Man wolle das Schreiben zunächst verwaltungsintern auswerten, den Reaktionen nachgehen, Kritik und Vorschläge prüfen, um eine solide Gesprächsgrundlage zu haben, hatte Dezernent Jan König erklärt und eine Debatte für September angekündigt. Was nicht auf ungeteilte Zustimmung im Ausschuss stieß. Monique Schostan (CDU) und Ilona Pischel (Bündnis Eberswalde) monierten dieses „Auf-die-lange-Bank-schieben“. Die Eindrücke seien jetzt frisch. Eine erste Auswertung von FinE und eine erste Beschäftigung mit dem Schreiben der Bürgerfraktion wären angemessen gewesen, so die Zwei.

Einmal mehr dürften Fraktionschef Herrmann und Co. so das Gefühl haben,  dass Kritik an der „heiligen Kuh“ FinE nicht erwünscht ist und „barsch abgebügelt“ wird, wie es in der Abgeordnetengruppe heißt. Man wolle lediglich eine Diskussion anstoßen. Eine Debatte über die zukünftige Ausrichtung von FinE. Ein Überschütten mit Selbstlob und Superlativen, eine unreflektierte Betrachtung seien da nicht unbedingt hilfreich. Weshalb die Fraktion Kommentare aus der Eberswalder Facebook-Gruppe, positive wie negative, zusammengestellt hat. Und diese mit eigenen Gedanken und Überlegungen ergänzte.

So stellt die Fraktion beispielsweise fest, dass Stände zum eigentlichen Beginn des Festes noch am Aufbau sind, andererseits gegen 17 oder 18 Uhr schon wieder abgebaut wird. Insgesamt sei über die Jahre eine rückläufige Besucherresonanz wahrzunehmen. Es gelte, die Ursachen dafür zu erforschen. Die Fraktion fragt, warum nicht mehr örtliche Vereine in Sachen Präsentation auf einer „Vereinsmeile“ angesprochen werden, was zweifellos den Zuspruch erhöhen könnte. Oder warum Chöre aus der Ferne engagiert werden, bei einem guten Angebot in der Region.

Die Vorschläge der Fraktion richten sich – entsprechend der Forderung „FinE für alle“ – vor allem auf eine Stärkung der Angebote für die Jugend. Angeregt werden eine grüne Chill-Lounge mit DJs auf der Wiese Ratzeburgstraße oder auf dem Kirchenhang, die Jugendbühne „FinE young“, die zielgruppenorientiert um 14 Uhr startet, die Einbeziehung der Eberswalder Jugendclubs sowie der Sozialarbeiter. Natürlich dazu das passende Musikangebot und zeitgemäße Werbung, unter anderem auf Facebook und Instagram.

Lobend hebt die Bürgerfraktion etwa den Kinderbereich der Sparkasse, das Campusfest der Hochschule, das Programm im Innenhof des Wunderlich-Hauses sowie die Teledisko – eine „tolle Attraktion“ – hervor.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG