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Jagdschloss Schorfheide in Groß Schönebeck wird zum Schauplatz für das erste Barockfest in der Region

Barock
Eine Zeitreise hin zu preußischem Glanz

Auf elegantem Fuße: Die Damen und Herren des Vereins der Höfischen Gesellschaft zeigen den Gästen, auf welche Etikette man achtet bei barockem Tanzen.
Auf elegantem Fuße: Die Damen und Herren des Vereins der Höfischen Gesellschaft zeigen den Gästen, auf welche Etikette man achtet bei barockem Tanzen. © Foto: Christina Sleziona
Christina Sleziona / 25.06.2018, 06:15 Uhr
Groß Schönebeck Im Jagdschloss Schorfheide erlebte am Wochenende die Hochzeit des Barocks wieder auf. Das erste Barockfest in der Region lockte zahlreiche Gäste zum Schloss, die sich nur allzu gern vom Charme der alten Traditionen überzeugen ließen. Zum Eintauchen in die höfische Welt des barocken Adels sorgten vor allem Gewandmeister, Tanzmeister und Waffenkundler, die sich auf der Festwiese in prunkvollem Gewand zeigten.

Ein wahrer Augenschmaus bot sich auf der Wiese vor dem Schloss den Betrachtern: Graf Alexandro di Caliogstro ­– mit bürgerlichem Namen Andreas Feller – bat die Damen und Herren zum Tanz. Als Vorsitzender des Vereins der Höfischen Gesellschaft aus Berlin nahm er sich gern des Publikums an und zeigte  anschaulich, welche Etiketten es zu beachtet galt. So sei es vor allem Brauch gewesen, sich seines Tanzpartners mit einer Verbeugung oder einem Knicks zu vergewissern, bevor sich zur Ouvertüre der Oper Zauberflöte aus der Feder Mozarts anmutig im Kreis bewegt werden konnte. Edle Kleider der Damen und adrette Anzüge der Herren sorgten für barockes Flair.

Christina Timmermanns, Gründungsmitglied des Vereins Jardin des Epiques, ist gelernte Schneiderin und weiß, worauf es dem höfischen Adel bei der Kleidung ankam. Je bunter die Seiden- und Wollstoffe waren, desto mehr Prestige konnte der Hofadel für sich gewinnen. Die Damen trugen neben einer Schnürbrust vor allem einen Unterbau für die Hüften, die damit nach links und rechts abstanden. Klöppelspitze nach französischem Vorbild war beliebt. Zur Freude des Vereinsmitglieds Olaf Müller waren es aber nicht nur die Frauen, die „wie Pralinen“ geschmückt waren. Auch die Herren konnten mit ihrer verzierten „Soldatenmode“ punkten.

Die Blau- und Rotröcke des Vereins waren aber nicht nur zur Zierde vor Ort. Als Soldaten des Königs zeigten sie ihre Fertigkeiten mit dem Säbel und duellierten sich mit Pistolen, die mit Schießpulver und Bleikugeln ausgestattet waren.

Auf den ersten Blick hat wohl ein Kampfduell nicht viel mit dem Hoftanz zu tun, doch eine Gemeinsamkeit gäbe es: „In beiden Fällen wurde auf eine gewisse Grundhaltung geachtet, die dem barocken Adel im Sinne ihrer Etikette unentbehrlich war“, erklärte Peter Sendtko, Vorsitzender des Vereins Jardin des Epoques. Auch heute noch seien ehemalige preußische Tugenden in der Barnimer Region zu finden, so der Experte. Die stark evangelisch geprägte Region zeichne sich besonders durch Aufrichtigkeit, Pflichtbewusstsein, Aufgeklärtheit und Toleranz aus, die allesamt ebenso den Königen von Preußen, Friedrich dem I. und Friedrich dem Großen, zugeschrieben wurden. Sollte das Barockfest wie angedacht eine Tradition im Jagdschloss werden, käme er nächstes Jahr gern wieder.

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