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Ostender entwickeln Ideen für naturnahen Spielraum / Im Wohngebiet gibt es bisher nur einen öffentlichen Spielplatz

Ideenwerkstatt in Ostende
Naturspielplatz aus Maisflips

Kletter- und Rutschlandschaft im Modell:  In der Planungswerkstatt zum neuen Ostend-Spielplatz setzen Hortkinder aus der Kita „Spielhaus“ ihre Ideen mit verschiedenen Materialien um. Stadt- und Regionalentwickler Lorenz Teucher vom Büro Stadt.Menschen.Berlin unterstützt sie.
Kletter- und Rutschlandschaft im Modell:  In der Planungswerkstatt zum neuen Ostend-Spielplatz setzen Hortkinder aus der Kita „Spielhaus“ ihre Ideen mit verschiedenen Materialien um. Stadt- und Regionalentwickler Lorenz Teucher vom Büro Stadt.Menschen.Berlin unterstützt sie. © Foto: Thomas Burckhardt
Ellen Werner / 28.06.2018, 05:45 Uhr
Eberswalde In Ostend wird viel gebaut. Zwei neue Wohngebiete wachsen dort. Doch mit öffentlichen Spielflächen ist der Ortsteil unterversorgt. Bei der Ideenwerkstatt für einen neuen Spielplatz waren am Dienstag die künftigen Nutzer gefragt. Ihre Entwürfe brachten sie mit Maisbausteinen aufs Papier.

Ein Klettergerüst mit Turm, Kletterwand und Rutsche auf der einen Seite. Am anderen Ende der Seilbahn die nächsten Kletterelemente. Daneben gibt es unter anderem einen kleinen Fußballplatz, ein Hochtrampolin und eine Schaukel, die so hoch ist, dass sie nur über Leitern bestiegen werden kann.

So ungefähr stellen sich Neun- und Zehnjährige aus dem Ostender Kita-Hort „Spielhaus“ den neuen Spielplatz vor, der auf einer 3000 Quadratmeter großen, bisher mit reichlich Grün überwucherten Fläche Am Tempelberg entstehen soll. Mit bunten Bausteinen aus Mais, die mit Hilfe von etwas Wasser aneinandergeklebt werden, mit Strohhalmen, Alufolie und Zahnstochern geben sie am Dienstag ihren Entwürfen Form. Vor Ort haben die Stadtplaner vom Büro Stadt.Menschen.Berlin zu einer fünfstündigen Planungswerkstatt eingeladen.

Die entwickelt sich zu einem ständigen Kommen und Gehen. „Wir freuen uns, dass wieder so viele Menschen hier versammelt sind. Das klappt in Ostend Bombe“, stellt Planer Clemens Klikar fest. Bürgerbeteiligung ist das Stichwort für den neuen  Spielplatz. Auf Stufe eins im Mai hatten viele Bewohner bereits die Gelegenheit genutzt, die drei möglichen Standorte abzulaufen und ihr Votum abzugeben. „Wichtig ist ja heute, dass man Ideen abgreift“, so Klikar.

Dazu lassen sich am ausgewählten Grundstück im Laufe des Nachmittags nun wieder mindestens 50 Menschen zwischen vier und über 70 Jahren blicken – die Jüngeren, um Entwürfe zu basteln, die Älteren eher, um sich zu informieren, in einigen Fällen aber auch, um ihre Vorbehalte hinsichtlich des Standortes, der erwartbaren Lärm-entwicklung und der Gestaltung zu äußern.

„Jeder denkt: Bloß nicht vor meiner Haustür“, sagt eine Nachbarin. „Das richtet sich nicht gegen die Kinder“, versichert die 66-Jährige, die ihren Namen nicht der Zeitung nennen möchte. „Es ist die Befürchtung, dass hier abends randaliert wird.“ Ein Einschnitt sei es schon. Dennoch befürworte sie das Vorhaben, fügt die Lehrerin im Ruhestand hinzu. „Die Kinder sitzen doch viel zu viel drinnen.“ Er wünsche sich eine „friedliche Koexistenz“, ergänzt ihr Mann.

Auf die setzen auch Felix und Ole, wenn sie an die anderen Nutzer denken. „Ein Teil wird Spielplatz für die Kleinen. Wir wollen eine Skaterbahn haben“, erklären die beiden Zwölfjährigen, die auf eigene Faust gekommen sind. Drei, vier Rampen stellen sie sich vor, also eine kleine Bahn, sagen sie. Außerdem könnten Sitzbänke her, greifen sie eine Idee der Älteren vom ersten Treffen auf.

Eine Skaterbahn wünschen sich mehrere Kinder. In den Gesprächen der erwachsenen Anwohner tauchen aber auch Spielgeräte für Eltern und Großeltern wie in Finow auf. Tenor ist, dass die Fläche für verschiedene Altersgruppen nutzbar sein sollte. Auch die Ansicht von Planer Klikar, nach der sich das Areal zwischen der kleinen Sandstraße Am Tempelberg und der großen Wohngebietsstraße Ostender Höhen befindet, als naturnaher Spielraum eignet, wird geteilt.

Angestoßen hatte die Initiative für den Spielplatz die Bürgerfraktion Barnim in der Haushaltsdebatte 2018. Baubeginn ist aber 2019. Das Vorhaben sei jetzt ausgeschrieben worden, sagt Sonnhild Irrling vom Tiefbauamt der Stadt bei der Ideenwerkstatt. „Wir kommen mit der Planung in den Herbst hinein.“ Beschließen müsse es zunächst der Hauptausschuss der Stadtverordneten. Schon vorher sind erneut die Ostender selbst gefragt. Zum nächsten Treffen lädt sie das Büro Stadt.Menschen.Berlin voraussichtlich nach den Sommerferien ein.

Petra Schmitz, die direkt neben der Fläche wohnt, freut sich schon jetzt auf den künftigen Naturspielplatz. Ihre vierjährige Enkeltochter turne sehr gern. „Ich finde es schön, dass endlich mal was für die Kinder gemacht wird“, sagt die 62-Jährige, die keine Angst vor Kinderlärm hat. „Früher war es hier auch manchmal laut. Unsere Kinder haben doch auch miteinander gespielt.“ Die Ideen der Kinder für den Spielplatz finde sie „echt super“, erklärt die Ostenderin. „Und wenn das verwirklicht wird, finde ich’s noch besser.“

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